Nullsubstanz

.

Nullsubstanz

Aufgebläht und wissensleer
schwangersein vom Nichtgelernt
in hohlem Geist sitzt alles quer
weil Wißbegier’ daraus entfernt.

In diesen nichtbenutzten Räumen
in denen Staub erfüllt die Luft
ist Nullsubstanz an Lebensträumen
weil niemand hört wie Zukunft ruft.

©ee

.

Getaggt mit

In jedem Mensch…

.

In jedem Mensch…

In jedem Mensch steckt ein Poet
man weiß nur nicht in welcher Ecke
drum sollt’ man suchen hier und da
sollt’ kein Kämmerchen vergessen

weil irgendwo im dunkeln steht
wohl unter stark verstaubter Decke
ein Text der längst vergessen war
geschrieben zu profanem Zwecke

holt man ihn dann ans helle Licht
und bläst einmal recht kräftig
sieht man wie er die Sonne bricht
und leuchtet bunt und heftig …

©ee

.

Getaggt mit ,

Der Weg nach Hause…

Der Weg nach Hause:

ein neuer Anfang.

.

 

994760974

.

.

 

Ein Wink des Schicksals bewog Väterchen Wassili eines Tages, die alten Spuren aufzunehmen. Ein, im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen aufgetauchtes, Werbeschild einer friesischen Bierbrauerei im Sankt Petersburger Stadtbild gab den Anstoß dazu. JEVER Fass und JEVER Pilsener leuchtete in großen grünen Buchstaben von einer Hausfassade. Leicht ist es ihm nicht gerade gemacht worden, die fast verwehten Spuren wieder sichtbar zu machen. Aber es ist ihm gelungen. Nach drei eindrucksvollen Besuchen in Deutschland war es dann soweit. Ein ganzes Jahr ist schon verstrichen, seit aus Wassens, einem kleinen Ort in Friesland, die Einladung an Katharina zu einem längeren Aufenthalt gekommen ist. Ein Jahr waren anschließend die Papiere durch die Amtsstuben gelaufen – dabei so manchen Rubel hinter sich lassend. Keine Reise ist umsonst – und im weiten Russland läuft der Amtsschimmel ohne Taler eben noch etwas sehr viel langsamer. © ee

Es gibt Bücher die liest man nicht einfach so um die Sätze schnell wieder zu vergessen . Diese Buch klingt nach und wer so liest wie ich nimmt es nochmals zur Hand blättert die Seiten wieder und wieder um und lässt den Text wirken.

Mein Freund Ewald Eden hat hier sein Meisterstück geschrieben. Lest selber :

zu erhalten bei Amazon : der Weg nach Hause

als Taschenbuch 7.90

als Kindle Edition 3.09

Getaggt mit

„Der Weg nach Hause“

birkenau-402324_640

.

 

„ Der Weg nach Hause “

Lagerleben.

Die glitzernden Flächen der sumpfigen Ebene sind an der dahineilenden, ratternden Schlange vorbei gezogen. Wie Inseln in einem großen Meer tauchen vereinzelt kleine Gruppen von Büschen und knorrigen Bäumen auf. Sie bieten den hin- und herwischenden Augen für einen Moment Halt auf ihrer Reise durch die Unendlichkeit.
Ein freundlich dreinblickender, intensiv an einem Pfeifenstummel suckelnder, älterer Mann hat sich zu ihr gesellt.
Wahrscheinlich ist ihm die Sprachlosigkeit als Reisebegleitung nicht genug, denn er hebt nach einer Weile stummen Schauens zu erzählen an.
Zuerst scheint es Kathinkas zusammenhanglos zu sein – gerade so, als wenn er die Seiten in einem Buch sortieren würde. Dann beginnt sein Reden in Sätze zu fließen – in Sätze, die sich auf seltsame Weise in ihre Gedanken einfügen.
Wie es hier wohl sein mag, ohne die Harnische des Winters – geht es Katharina durch den Kopf. Im gleichen Augenblick kommt aus dem Munde des alten Mannes:
„Des Sommers, wenn der eisige Panzer sich nach Norden verzogen hat, sind riesige Bagger dabei, die Sümpfe trockenzulegen – wie urzeitliche Spinnen, die auf hohen Beinen über das Moor schreiten, muten sie an.
Sie dienen der Torfgewinnung für die Kessel der Kraftwerke zur Stromerzeugung. Es ist billige Energie für Westeuropa und Futter für die Geldsäcke.“
Nachdenklich dreinschauend kaut er auf seinem Pfeifenstummel – als wenn dieser die wichtigste Sache der Welt für ihn ist.
Warum erzählt der alte Mann mir das, denkt Katharina. Man kann doch nichts von diesen Ungetümen sehen.
Gerade so, als wären ihre Gedanken laut durch das Kabinett gepoltert, und hätten den Alten in der intensiven Beschäftigung mit seinem Pfeifenstummel gestört, so schrickt er auf und nimmt den Kolben aus dem Mund.
„Ich bin unterwegs nach Kilingi-Nomme“ er spricht wie nach innen gewandt – wie zu sich selbst. Indem er den erloschenen Pfeifenkopf an seinem Stiefelabsatz ausklopft, fährt er mit leicht singendem Tonfall in seinem Erzählen fort.
„Dort – in einem riesigen ………… Depot“ – Katharina fühlt in sich, daß er Lager sagen wollte. Was hat ihn zögern, und Depot sagen lassen?
Mit belegter Stimme fährt er fort: „da überwintern die Geräte und Maschinen. Ich muß alle Woche dorthin und nach dem Rechten sehen, damit mit einsetzen der Schneeschmelze sofort wieder mit der Arbeit begonnen werden kann. Es ist nicht leicht für mich, aber es sichert mir mein Tagesbrot, ab und an ein kleines Schlückchen Wässerchen und ein bißchen Machorka. Obendrein hab ich dadurch ein Dach über dem Kopf – wenn auch ein nicht viel Besseres als in den Lagern – aber es ist ein Dach.“
Ein paar Bauminseln des Schweigens ziehen an den frostbemalten Abteilfenstern vorüber.
Katharina spürt, der alte Mann erwartet keine Antwort von ihr. Er setzt seinen Monolog fort. Gerade so, als wenn er glücklich ist, endlich einen Menschen gefunden zu haben, der ihm einmal zuhört.
„Zweiundachtzig Winter hab ich schon überlebt – in den letzten sechzig Jahren hab ich nach jedem Winter gehofft, es wäre der schlimmste und der härteste in meinem Dasein gewesen – und jedesmal kam es dann noch schlimmer und noch härter. Dabei waren die Winter oftmals noch gnädig – die Sommer in den Sümpfen sind wie das Herz der Hölle. Winters hatten wir wenigstens frisches Wasser die Fülle – aus dem geschmolzenen Schnee. Des Sommers da faulte das kostbare Naß in den Tümpeln und war die Brutstätte für große blutgierige Stechmücken. An den Leben spendenden Fluß durften wir nur alle vierzehn Tage für ein paar Minuten.“

Er fährt mit leicht fahrigen Bewegungen seiner knochigen Hände über seine Joppenärmel, als wenn er die Stechmücken, von denen sie damals gepeinigt wurden, wegwischen wolle. In dieses Wischen hinein laufen, kaum wahrnehmbar, die Worte:
„Dieser Winter ist der dreiundachtzigste.“
Er zieht ein großes, buntkariertes Tuch aus seiner Rocktasche – streicht sich verlegen damit über die Augen, und schneuzt sich, wie zur Entschuldigung, geräuschvoll die Nase. Katharina fragt still in sich hinein, wie lange der freundliche Alte neben ihr wohl noch den dornigen Weg seines Lebens gehen muß

Als die kleine gebeugte Gestalt zu sprechen fortfährt, klingen die Worte wie durch rostigen Stacheldraht gezogen.
Zerrissen, abgehackt, spröde – mühsam sich zusammenfindend, so füllen sie das Dämmerlicht des Kabinetts.
„Sechzig davon war ich in diesem Lager. Fünfzig Jahre durfte ich nicht – und nun kann ich nicht mehr fort.“

Katharina merkt, wie dem alten Mann ihr gegenüber die Stimme versagt.
Sie schweigt in den dunkler werdenden Tag. Der Alte nestelt aus seinem Rückensack einen verwitterten Tabaksbeutel hervor. Er greift mit der Hand hinein stopft mit dem Krüllschnitt, den er zwischen seinen Fingerspitzen hält, umständlich den Kopf am Ende des Pfeifenstummels.
Ein Zündholz flammt auf und ein paar kräftige Rauchwolken wirbeln um seinen Kopf, als wenn sie ihn in sich verstecken wollten.

„1941 – nach der Befreiung des Baltikums durch die Deutschen – da wurden wir von der Deutschen Wehrmacht als Russenfreunde in Kilingi-Nomme brutal zusammen getrieben – zusammengepfercht in einem Drahtverhau. Ein Dach über dem Kopf, Unterkünfte, mussten wir uns selber erst schaffen – solange lagerten wir unter dem freiem Himmel – auf der sumpfigen Erde.“

Irgendetwas ist in dem alten Mann gelöst worden. Katharina traut sich nicht, auch nur einen Satz dazwischen zu stellen. Sie ahnt, dass sie damit etwas zerstören würde, das nur im schweigenden Zuhören entstehen kann.

„In den ersten Wochen ist damals über die Hälfte von uns an Gelbfieber gestorben. Es sei die natürliche Auslese – sagte der Lagerarzt, der uns in seiner piekfeinen schwarzen Uniform mit den glänzenden Totenköpfen auf den Rockaufschlägen, einmal die Woche besuchte.“
Das Sprechen fällt dem alten Mann sichtlich schwer. Katharina sieht es am sich Heben und Senken der eingefallenen Brust unter der unförmigen Jacke.
„Wenn das graue Auto mit dem Stern auf der Kühlerhaube ins Lager fuhr, dann mußten die Wege mit weißem Sand bestreut daliegen. Jeder Schlammspritzer an den blankpolierten Schaftstiefeln des Doktors bedeutete für einen willfährig ausgesuchten Häftling einen Peitschenhieb auf das entblößte Gesäß.
Er hat es sichtlich genossen, der Herr Doktor.“

Katharina spürt, wie dem Alten im sich Erinnern das Grauen über die Augen läuft.

Die Dunkelheit hat fast völlig vom Tag Besitz ergriffen – nur im Pfeifenkopf glüht es rötlich, wenn der Alte an dem brennenden Knaster zieht.
„Nach kurzer Zeit haben wir selber an die Mär von der natürlichen Auslese geglaubt – Nur das Überleben war wichtig. Überleben war alles. Dieser eine übermächtige Gedanke hat uns das Leben draußen vergessen lassen. Wir kamen uns nicht mehr wie eingesperrt vor – Ausgesperrte waren wir. Ausgesperrt aus dem Leben – lebendig begraben.
Aber warum nur? Wir hatten doch keine Verbrechen begangen … und ewig konnte dieser Spuk doch nicht dauern – dachten wir.“
Eine lange Pause läßt seinen Worten Zeit, um ihren Platz in der Gegenwart zu finden – bis ihnen ein kaum wahrnehmbares

„ hofften wir “ folgt.© ee

.

zu finden auch in Unserer Schriebwerkstatt :

Schreibwerkstatt

Getaggt mit ,

Jakob.

.

Jakob.

Jakob äugt nach allen Seiten –
tief in die Tief’ – hoch in die Höh’ –
all’ was ihm dräut äugt er beizeiten,
sogar die hüpfend’ Vogelflöh’.

Nichts
macht ihn flüchten,
nichts ihn verschreckt –
in seinen Süchten Leben steckt.

Das Auge spiegelt dunkles Wissen,
das Gefieder Schiefers Grau –
Welt sollt’ dies’ Wesen niemals missen,
wie Sonne nicht den Sonnentau.

Mensch sollt’ es hegen
und es pflegen –
sollt’ ihm auch mal zu Diensten sein –
nur so bewahrt er Schöpfers Segen

und schleift so manchen Wegesstein.

©ee

.

Getaggt mit , ,

Winter ade . . .

.

Winter ade . . .

Über’s weite Land am Meere
weht schon linder Frühlingswind
in der Runde Blütenheere
die aus Nacht erstanden sind

An der Deiche grüner Mauer
bricht sich kläglich der Nordost
er schickt so manchen Regenschauer
es reicht nicht mehr zu kahlem Frost

Schwarze Kuppeln auf den Wiesen
zeigen uns des Maulwurfs Spur
erstes Grün in hohen Riesen
Lebenszeichen der Natur

Es sprenkelt bunt auf schwarzen Flügeln
der Star ist fröhlich heimgekehrt
im Geestland – hinter sanften Hügeln
Frau Schaf die ersten Schäfchen lehrt

Nun haben wir bald überwunden
des Winters unbequeme Last
man sieht es an der Sonne Stunden
die täglich mehr ins Dunkel fasst.

©ee

.

Getaggt mit , ,

Gewahrter Friede ..

.

Gewahrter Friede ..

Die Kiesel roll’n den Bach entlang,
des Wassers Murmeln als Begleitung –
Bewegung rommelt sie blitzblank –
es ist wie Schmucksteins Aufbereitung.

Sauber sind des Baches Ränder –
Farne wiegen sich im Wind,
der Schäfchenwolken weiße Bänder
zieh’n durch des Himmels Blau geschwind.

In hoher Bäume mächt’ger Kronen,
über jahrhundert’ altem Stamm,
lässt sich vor und trefflich wohnen,
so gut wie hinter sich’rem Damm.

Der Elster Scheckern bricht die Stille,
krächzend fällt der Rabe ein –
er warnt vor freches Buben Zwille,
die dieser lädt mit Baches Stein.

So bleibt sein Tun ein sündig’ planen,
er trollt sich Richtung Heimes Haus –
schon voll des bittersüßen Ahnen
von Stock auf Hintern – oh welch Graus.

©ee

Getaggt mit ,

des Herzen Bum.

.

Des Herzen Bum.

Ein Gefühl ist tief ins Herz gebrannt,
auf ewig spürt man diese Zeichen –
irgendwer hat es als Liebe benannt
und diesem Empfinden kann keiner weichen.

Es macht Vergangenes lebendig
und malet lässig neue Bilder –
es treibet um und um beständig,
mal zärtlichleis und mal lautwilder.

Vergangenes ist stets so nah,
dass es fast schon Zukunft zeigt –
ist nicht nur das, was gestern war,
wenn leicht das Rot zu Kopfe steigt.

Man hört den Pfiff des ersten Sehen
und drehet sich verwundert um –
weiß dann genau, es ist geschehen,
weil man laut fühlt des Herzen Bum.

©ee

.

Getaggt mit , ,

Bei Tag und Nacht zu lesen …

Bei Tag und Nacht zu lesen …

Ob die Nächte länger oder kürzer – hier sind der Stunden Lesewürzer …

 

http://www.bod.de/buch/ewald-eden/nachteule/978373…

.

.

Sternenzauber – Nachtesdunkel,
der Welten rätselhaft‘ Gefunkel –
es blitzt und blinkt aus tiefen Gründen,
ein stetes Werden und Verschwinden.

Ein stetes Neu und immer wieder,
als Weltens Auf und Erdens Nieder –
ein schöpfungsreich Naturgeschehen
wird stets durch Menschens Sinne wehen.

Es wird stets neu sich präsentieren,
ob’s Glutstrom oder Eisgefrieren –
und immer birgt es neues Leben,
als unverdorb’nes Zukunftsstreben.

©ee

.

.

Die Nachteule

Gutenachtgeschichten

Paperback

224 Seiten

ISBN-13: 9783739225678

Verlag: Books on Demand

Erscheinungsdatum: 30.12.2015

Sprache: Deutsch

erhältlich als

Buch : 8,99 Euro

E.Book : 4,99 Euro

Zigeunermädchen.

.

Zigeunermädchen

Zigeunermädchen, du schönes Kind,
du Windspiel mit wallender Mähne –
die Strasse des Lebens weist dir der Wind,
ich folg dir – du rassige Schöne.

Die wissenden Augen, der flammende Mund –
gefesselt in deinem Banne
hungere ich mir die Seele wund –
dein Anblick formt mir das Tier im Manne.

Ein Drehen des Kopfes, ein Wippen der Brust –
allein das raubt mir das Denken.
Mein Fühlen lodert in brennender Lust,
ich kann meine Sinne nicht lenken.

Ich hab’ dich gesehen Sekunden nur,
das reichte um mich zu verlieren –
ich zähle die Schläge der Stundenuhr,
mein Herz scheint ohn‘ dich zu erfrieren.

Vergebens ist all mein Begehren,
wir würden gemeinsam nicht froh –
dein Vater, er würd’s mir verwehren –
es sagt mir niemand – ich weiß es so.

Ich kann nur von ferne dich lieben,
die Sippe behütet dich streng,
und wärest du bei mir geblieben –
meine Welt wär’ für dich viel zu eng.

Drum flieg’ bunter Vogel, ich wünsche dir Glück –
erkunde die Weiten des Lebens.
Vielleicht bringt der Wind dich einmal zurück –
vielleicht auch wart‘ ich vergebens.

©ee

.

Getaggt mit , ,