Zimmer elf. Augenblicke…

 

Sie hetzen die Zeit durch regennasse Strassen, nur das Rauschen klebt an der Türklinke von Zimmer 11.

Hier atmen verlegen die Stunden kippen in graublau Lichtbündel durch das hohe Fenster, die sich tanzend in stummen Bücherregalen verfangen bis sie ermüdend, breitbeinig – als Schatten – auf meiner Bettdecke landen. Sie hatte diesen Punkt geklebt unsichtbar, haltbar.

Dort wo der Stukk als Blütenrandrose in die Decke sich einband um kichernd sich in zarten Wölbungen wieder aufzuwerfen. Fast trotzig dann, in gelbgewunden. Augenmüde Beobachtung und harren , wortloses verstehen.

Da saß sie bewegungslos erstarrt von meinem Bestaunen. Im unbeobachteten Moment dieses zarte drehen einer Schlittschuhläuferin – sekundenatmend .

Dann schleuderte sie wie ein Band den seidigen Faden hinter sich – wölbte ihren Bauch wie eine Schwangere und tanzte auf dem dünnen Seil

in atemloser Schönheit. © Chr.v.M.

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Sonntagmorgen..

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Sonntagmorgen…

Die Welt kommt rasend schnell auf Touren
der Tag beginnt sein Taggeschäft
oh Gott, ich bin ja noch auf Schluren
merk’ ich, als mich ein Hund ankläfft.

Schon früh mit Links falsch aufgestanden
der Kaffee war mehr kalt als heiß
da schwant’ mir schon, ich würd’ wo landen
wo ich nicht wollt’, in irgend son Scheiß.

Am Abend ging’s schon seltsam los –
irgendwie war ich durch den Wind,
der Nachthos’ Hintern ziert den Schoß
ich fühlt’ mich hilflos wie ein Kind.

In der Nacht dann diese Träume,
von Riesenbergen Himbeereis
und als ich schlecken wollt’ die Schäume
war meine Traumwelt schon verwaist.

‘ne bunte Zuckerstang’ erschien mir,
war in der Kindheit höchstes Ziel –
doch als ich legt mich ins Geschirr
war’s wieder nur des Traumes Spiel.

So dreh ich Nächtens meine Runden,
mal freudig und mal angstverzerrt –
mal wach ich auf, total zerschunden,
ein andermal selbst ausgesperrt.

Mir scheint das Leben eine Scheibe,
die dreht sich wie ein Karussell –
ich weiß noch nicht, wie lang’ ich bleibe
an der mir zugewies’nen Stell’.

©ee

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Vergebliche Suche …

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Vergebliche Suche …

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Ich schaue, hoch vom Regenbogen,
hinunter auf blühende, schöne
aber auch hässliche Welt.

Ich bin meinem Sehnen vorausgezogen –
ich sucht’ einen Platz
der meinem Denken gefällt.

Ich sucht’ einen Ort
an dem die Gier nicht daheim –
ich sucht’ eine Gegend
mit menschlich‘ Gefühlen –
ich sucht’ einen Acker für sprießenden Keim,
ich sucht’ einen Platz
der nicht zwischen den Stühlen.

Viel Gegend
hab’ ich mir angeschaut
und vielerorts Unsinn gefunden –

es wird sehr viel Mist in die Welt reingebaut,
und niemand bemerkt
wie sehr Natur wird zerschunden.

© ee

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Mit Bedacht …

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Mit Bedacht …

Wieviel Raum ist in des Menschen Seele
in dem alles sich entfalten kann –
Einsicht, Nachsicht, Herumkrakeele
und auch Schweigen dann und wann.

Unendlich muss die Weite sein,
wenn sie gefüllt mit all den Dingen –
mit dem kostbar`Gut in diesem Schrein
sollt`der Mensch dann täglich ringen.

Auf dass sein Tun stehts in der Gleiche
mit seinem Unterlassen bleibt –
und dass er stets die rechte Weiche
wählt, wenn es ihn durch`s Leben treibt.

©ee

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Getaggt mit ,

Ein ewiges Feuer.

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Ein ewiges Feuer.

Lass niemals verglimmen die Glut
lass niemals verlöschen das Feuer –
die Wärme die tief in uns ruht,
entfache sie täglich und Neuer.

Verbreite ein Strahlen von Herzenergie,
erwärm damit Geist Dir und Seele –
brech`niemals ein Neinsagen über die Knie
Du weißt nicht wie bald Dir

das Abgelehnt`fehle.

©ee

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Getaggt mit , ,

Tageslichter : Strohfeuer.

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Wer sich an einen Strohhalm klammert,
wird sich am Strohfeuer brennen.©ee

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Getaggt mit , ,

Tageslichter : Verzeihen.

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Verzeihen.

Eine gute Anwandlung
sühnt tausend schlechte Gedanken.

©ee

Getaggt mit , ,

Mein Land . . .

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Mein Land . . .

Ich kehre weiß gekleidet zurück
und weine viel – wie sie wissen

ich werde begraben
hinter dem Glück
und schwebe über den Wolken
ich werde Nebel –
ich werde Zeit

ich kehre zurück – wie sie wissen

ich gewande mich schwarz
und weine in Trauer
ich harre in Stille für die Toten der Mauer
ich bezeichne die Täter
und schlucke die Tränen

ich kehre zurück – wie sie wissen

ich male
die Farbe der Unschuld
und lasse das Land
dem Verbrecher
ich kehre zurück –

eine fliegende Seele
die über den Wohnstätten schwebt
ich schütze die Kinder –
und werde zur Rose
damit die Liebe weiter lebt

ich kehre zurück – wie sie wissen

ich werde zur Blume
die sprießt auf den Gräbern
es schließt sich der Ring um den Sand
ich werde mich freuen der alten Getreuen
und grün wird das blutige Land.

ich kehre zurück – wie sie wissen.© ee

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Die Gefühle meines syrischen Freundes Muhamad in deutsche Worte gesetzt

© ewaldeden 2002 geschrieben

gegen das Vergessen….

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Fatmas Gedanken . . .

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Fatmas Gedanken . . .

Leises Rufen in der Frühe
kam mit der Sonne von dir
es war mir,
als wäre mit zartem Gefühl
deine Stimme in mir

durch die Fenster
zum Garten hört’ ich dein Sagen
es war wie das flüstern des Windes
es klang mir im Ohr wie trauriges Fragen
wie das Sehnen eines verlassenen Kindes

es umweht mich ein Hauch
in der Frische des Tages
herzkühl und begehrend heiß
ich kann es nicht sehen – ich mag es
obwohl ich dich weit von mir weiß

eine silberne Träne
schleiert mein Schauen
mein Denken flüchtet zu dir
ich möcht’ eine Brücke mir bauen
hoch über des Lebens Gewirr

ein Vogel löst sich vom Baume
er verläßt seinen sicheren Hort
ich seh’ ihn in meinem Traume
er fliegt mit mir
an fernen Ort

sei vorsichtig kleiner Geselle
das dir kein Leid widerfährt
eile dich –
fliege ganz schnelle
trage mich in das Licht

finde für mich dort den Liebsten
weil sonst meine Seele zerbricht

©ee

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Nicht nur in Syrien …

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Nicht nur in Syrien …

Die Hoffnung sie keimte –
sie blieb immer grün,
doch nie sah am Stamme
man Früchte erblüh’n.

Sie macht das Geschehen
nur immer erträglich-
doch beim verhindern des Bösen,
da versagt sie ganz kläglich.

Sie grünt stets solange
bis alles Leben verschwunden,
und dann im Lande
man nur noch Ruinen gefunden.

Dann loben sich alle –
und mit sehr vielem Pultern
klopft einer dem anderen
noch begeistert die Schultern.

Was hat man doch wieder „Großes“ vollbracht,
indem zum Verhindern man gar nichts gemacht –
ausser um der eigenen Pfründe Willen
geliefert die Panzer und die tödlichen Zwillen.

© ee

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