Am Rande der Stadt …

striptease-444687_640

.

Kaltes Licht und Neonflimmern –
aus Auspuffrohren weiße Fahnen –
die Strasse zeichnet Asphaltglimmern
auf ihren schnurgeraden Bahnen.
Die Seitenstreifen unbefestigt
in dunklen Buchten sich verlieren –
in denen Damen unbelästigt
in kurzen Röckchen wartend frieren,
auf Freier die in Blechkarossen
die Front abfahren hin und her –
die suchen nach des Lebens Lüste
im Zwielicht dieser halben Welt.
Die schau’n auf Beine und auf Brüste –
taxieren sie in schmutzig’ Geld.
Wenn sie gefunden, was sie suchten –
und losgeworden, was sie trieb –
entfliehen sie dem leicht verruchten
Ort an dem ihr Geilsein blieb.
Sind dann zuhause wieder Väter –
sind Menschen, die die Ehre schmückt –
sind Männer, die mit viel Gezeter
ihr Tun verbergen sehr geschickt.
Die sich nicht scheuen mit Fingern zu zeigen,
wenn irgendwo die Moral wird gebeugt –
die sich erdreisten die Meinung zu geigen,
wenn ein Kind wird außer der Ehe gezeugt.
Sind die Sünder dann recht heftig geprügelt
und Öffentlichkeit weiß wieder was sich gehört,
kann man den eigenen Trieb ungezügelt
ausleben – weil man von keinem gestört.

© ee

Getaggt mit ,

3 Gedanken zu „Am Rande der Stadt …

  1. finbarsgift sagt:

    Ein tolles Poem
    voller Leben!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: