Sonntag am Deich

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Sonntag am Deich.

Stille
liegt über dem gleißenden Strand,
die Sonne steht flammend und gelb im Zenit –
vergehende Zeichen am Flutsaum im Sand –
von Bord eines Seglers klingt leise ein Lied.

Möven hocken auf Pfählen und dösen,
ein Seehund sonnt sich im schimmernden Watt –
Ketten scheppern in rostigen Ösen –
ab und zu weht ein Wort durch die Luft
in friesischem Platt.

Im Hafenschlick liegen – wie gestrandete Wale –
ein Kutter aus Borkum und zwei aus Südarle,
die Ebbe hat ihnen die Ruhe beschert,
sie verhökern Granat – vor Stunden gefangen
und von allen begehrt.

Vorm Krug, unter der uralten windschiefen Linde,
da hocken vier Alte bei Köhm und bei Bier –
einer von ihnen läßt krachend zwei Winde,
darüber erschrocken, und in seiner Ruhe gestört,
kläfft schläfrig des Wirtes Hundegetier.

Nach einmal prusten und freizügig schneuzen
ist schnell wieder Ruh’ eingekehrt –

so schlendert der Sonntag geruhlich vorüber,
er springt hin und wieder
wie Kinder beim Spiel,
räkelt sich faul in seinem sommerlich’ Mieder
und wartet gelassen auf sein abendlich’ Ziel.

©ee

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