Die Knöpfe …

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Die Knöpfe …

Der alte Pastor hatte seine Jahre in der Gemeinde abgedient. Der wohlverdiente Ruhestand wartete auf ihn. Es war von Jahr zu Jahr mühseliger geworden, die Menschen im Lande beim Glauben zu halten.

Eine erkleckliche Zahl von Bürgern wollten mit der Institution Kirche nichts mehr zu schaffen haben. Hinter vorgehaltener Hand und wenn er es nicht hören konnte benannten die Leute im Dorf ihn auch schon mal als Himmelkomiker.

Zu guter Letzt hat er resigniert – mit der Entwicklung sollten sich denn andere herumschlagen. Er hatte seinem Herrgott oft genug davon erzählt, wenn er sich mit IHM alleine wähnte. Er wußte dass ihm von der Seite nichts negativ angekreidet wurde.

Seinen Nachfolger im Amt hatte er bereits vor einem Jahr kennengelernt.

Es war ein junger Prediger aus dem mecklenburgischen Plattland.

Ein paar mal war der schon bei ihm zu Besuch gewesen, um sich mit den Gegebenheiten an seinem künftigen Wirkungsort vertraut zu machen.

Er wollte nicht so Hals über Kopf in ein ihm unbekanntes Wasser springen.

Das Verhalten der Dörfler war ihm von zu Hause aus nicht unbekannt.

Die Mecklenburger mußten auch erst warm werden, bevor sie mit jemanden einen Köhm tranken. Sicher war es hier im Westenland hinter dem Deich auch nicht anders. Bei dem alten Pastor hat es wohl bald an die 20 Jahre gebraucht bis der letzte Bauer ihm das Du gesagt hatte.

Nun war der Alte eigentlich recht zufrieden damit, dass er sein Haus gut bestellt in die Hände eines jüngeren Amtsbruders legen konnte, und dass er wusste wer nach ihm auf der Kanzel stehen würde.

Einzig mit dem Geld war es eine leidige Sache, die er bisher nicht hatte deichseln können.

Kirchgeld von den Gläubigen landete von Jahr zu Jahr weniger in der Kirchenkasse und der Klingelbeutel war auch kein Speckfaß mehr.

An so manchem Sonntag trüllerten aus dem Klingelbeutel mehr Knöpfe als Pfennige heraus.

Die Pfennige wurden der Kirchenkasse gutgeschrieben – und die Knöpfe, die hatte er über die Jahre sorgsam in einer alten Melkbumme gesammelt.

Als er mit seinem Nachfolgerkollegen denn vor Wochen des Samstagabends nach der Vorbereitung des Gottesdienstes für den folgenden Sonntag noch bei einem Gläschen Rotspon saß, da hatte der junge Pastor eine glänzende Idee.

Am Sonntagmorgen gestalteten die beiden dann den Gottesdienst gemeinsam, weil es des scheidenden Pastors Abschied war.

Nachdem der Klingelbeutel in den Bankreihen herumgereicht worden war, dankte der junge Pastor für die Kollekte um der Gemeinde dann noch etwas zu verkünden.

Die Knöpfe aus dem Klingelbeutel, die sein scheidender Amtsbruder über die Jahre gesammelt hatte, hätten kürzlich auf einer Knopfauktion im holländischen Assen 2 1/2 tausend €uro in die Kirchenkasse gespült.

Er und der scheidende Amtsbruder hofften doch, dass es auch in der Zukunft so weitergehen würde.

Jaaaaaaaaaa …. Knöpfe waren von Stund an nicht mehr im Klingelbeutel zu finden – aber in vielen Haushalten standen plötzlich Knopfsammeldosen auf den Vitrinen.©ee

 

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Auch zu finden auf Platt  im        Schrievhuus

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3 Gedanken zu „Die Knöpfe …

  1. Anna-Lena sagt:

    Was für eine köstliche Geschichte 😆 . Ich muss doch sonntags mal genauer in unseren Klingelbeutel schauen, was sich darin so befindet…..

    Gefällt mir

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