Archiv für den Monat Dezember 2017

Silvesterabend.

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Silvesterabend.

Noch zwei Stunden bis zur Mitternacht
das Jahr, es atmet nur noch ganz flach
es fühlt, daß seine Zeit zu Ende geht
es weiß, daß es gleich in die Vergangenheit weht

Es zerrt mir am Herzen –
es rupft meine Seele
ich spüre mit Schmerzen
den Kloß in der Kehle

ich sehe die Wände näher rücken
es engt mich, es drückt mich,
es nimmt mir die Luft
es ist mir, als ob mich irgendwer ruft

als ob mich wer zieht
mit unsichtbar Händen
zu endlosen Brücken,
zu fensterlos Wänden

einzig deine seelische Nähe
dein denken an mich gibt mir den Halt
daß ich diese Nacht überstehe
und nicht erfriere im seelischen Kalt.

© ee

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Von Herzen wünsche ich Euch und Euren Lieben
einen beschwingten und fröhlichen Jahresausklang,
schöne Erinnerungen an und Rückblicke auf 2017
viel Gelassenheit und Zuversichtliches auch für 2018.

Kommt gesund in und durch dieses neue Jahr .
Bleibt behütet auf den Wegen durch die Zeit.

Danke an euch Alle, die ihr in diesem Jahr hier auf unserer kleinen Blogseite  WORThaus

nachgesehen oder kommentiert habt…

Ewald Eden  und Christin v. M.

Getaggt mit , ,

Silvester . . .

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Silvester . . .

Der letzte Tag im zwölften Monat –
das Jahr holt noch mal kräftig Luft –
als wenn es nicht genug gelärmt hat
ein Vermögen heut’ verpufft.

Die Punschbereiter laufen heiß
millionenfach die Korken knallen
nur gut – daß heut’ noch keiner weiß
wie WIR dem neuen Jahr gefallen.

Man kann nur wünschen und auch hoffen
daß Gutes auf uns niederfällt,
daß wir für alles Schöne offen
was so passiert auf dieser Welt.

Gewißheit werden wir erst haben
wenn das Monatsdutzend wieder voll,
so manchem ging’s wohl an den Kragen –
so mancher sagt – es war doch toll.

© ee

Getaggt mit

Silvester

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Silvester.

Silvester steht groß über dem Morgen.
Noch ist er still der Tag –
doch wart’ nur, er wird’s Dir besorgen,
dass Du am End’ gar nicht mehr hinhören magst.

Am Schluß dann Dich sehnst
nach himmlischem Schweigen,
nach Engelsgesang
und weinenden Geigen –

halt nach Tönen
die Deinen Ohren schmeicheln,
und nicht nur das Empfinden
der Weltdummen streicheln.

Nach Gesten die tief
in das Herz Dir gehen,
so voller Gemüt
dir die Stunden verschönen’

so dass Du ein Stückchen
des Himmels kannst sehen.

©ee

Getaggt mit ,

Zeitenfragen …

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Zeitenfragen …

Ein ganzes Jahr mit seinen Tagen
das ist schon Morgen wieder Gestern
ich möcht‘ mich oft wohl selber fragen
war’n es nun Brüder oder Schwestern

mal liefen sie im Sonntagskleid
ein andermal in scheddrich Hosen
mal taten sie wie frisch gefreit
und ließen das Vergnügen blitzen

mal schossen sie mit Donnerkerzen
auf alles was im Land sich regte
mal weinten sie voll Herzensschmerzen
wenn Freundes Blut den Schnee belegte

mal saßen sie an vollen Tischen
mal schaut der Schmacht auf leere Tage
mal tanzten sie am Regenbogen
und haben zugleich die Welt belogen

hab‘ mit ihnen Frieden nun geschlossen
pack sie in die Vergessenslade
hab eine Träne noch vergossen
als Abschiedsgruß, nicht als Tirade

hier in mien stillen Schrieverstuuv.

© ee

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Wellen im Sturm …

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Wellen im Sturm …

Ich möchte’ die Wellen spür’n und seh’n,
möcht‘ mit ihnen in die Tiefe geh’n –
wie sie im Sturm so sturmgefährlich,
doch immer auch berauschend ehrlich.

Hoch hinauf bis hin zum Strand,
wie eine ehern’ feste Wand –
wo sie dann ihre Ansprüch’ stell’n,
so sind sie nun mal, diese Well’n.

Wenn der Wind zuerst ganz sacht,
als wenn er sich nicht richtig traut,
und später dann mit voller Kraft
kräftig in das Begehren haut.

Ich will im kühlen Regen steh’n.
will spüren der Natur Gewalten –
hab’ keine Angst, Blitze zu seh’n
und lass’ sie einfach Lust gestalten.

Das Peitschen der Zweige im wirren Geäst –
wenn man ahnend sich an Hände fässt.
Das zitternde Tasten hin zum Erleben,
denn vielleicht wird’s ja kein Gewitter sein,
sondern ein urwüchsig‘ Gefühlebeben.

Ein Sturm, ein Tosen – ich kann es nicht fassen –
ich muß mein Sein in Lust ihr schenken,
gefesselt im Banne kann ich es nicht lassen
mein Wollen in ihre Bereitschaft zu lenken.

Ein Schütteln, ein Brausen, ein Ohrensausen –
wie Sturmes zerren an sicherer Pforte,
wenn er begehrt Einlass im lieblichen Orte.
Es ist Naturas wilde Pracht,
alles verschlingend mit zehrender Macht.

Forte fortissimo – der letzte Satz –
gestöhnt und geschrie’n in lustvollster Hatz.
Und erst wenn Gott es so will,
dann ist ’s wieder still.

Dann schweigt die Lust, dann schweigt das Wollen –
nur drinnen ist es noch am tollen.
Der Mond scheint dann besonders hell,
und zeichnet Konturen an neckischer Stell‘.

Die Lichter spiegeln sich im Nass so beschiedlich,
die Welt ist gewaschen – sie liegt ruhig und friedlich.
Das erfüllte Gesicht erscheint unendlich lieb,
vom Baum tropft nun das, was da so blieb.

Und über dem Tale da lieget ein Dunst,
ein Bild wie gemalet, wie füllende Kunst.
Überall rieche ich Regen, eine schönwilde Welt –
so rein wie pures Leben, einfach mittenrein gestellt.

Nichts ist nunmehr wie es mal war,
alles ist anders – und doch nicht fassbar.
Alles ist anders und ist wunderschön,
weil wir es mit anderen Augen seh’n.

Was ich nicht begreife grad,
ist welche Kraft dies alles hat –
ich schließe die Augen und glaube es kaum,
es war alles ein schöner, ein wildernder Traum.

© ee

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Gedankenflieger …

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Gedankenflieger …

Dein Denken fliegt in alle Winde –
beladen kommt es stets zurück,
es saust wohl häufig ganz geschwinde –
und manchmal strahlt es auch vor Glück.

Wenn Unmutsfalten es zerknittern –
hat Böses ihm den Weg verstellt,
hörst Du es durch die Lüfte schlittern –
sah Schönes es in uns’rer Welt.

Kommt es ganz still und feucht nach Haus –
mußt Du Dich stets gedulden,
es kriecht nur langsam dann heraus –
aus abgrundtiefen Mulden.

Tränen sind es, die es feuchten –
sah Menschen mit ein steinern Herz,
sah keine Liebessterne leuchten –
fühlt’ in der Dunkelheit nur Schmerz.

Doch dann gibt es die Goldminuten –
es taumelt in der Sonne Schein,
schaut nicht zurück, und will sich sputen –
es bringt Dir ein Dich lieben heim.

© ee

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Zwischen den Jahren ….

 

Zwischen den Jahren ….

Es herrscht Ruhe im Lande, an diesem 26. Dezember als dem 2ten Weihnachtsfeiertag. Mit dem Ausdruck ‘gespenstische Stille’ möchte ich dieses Schweigen nicht belegen. Ich empfinde es eher als wohltuend nach dem Krakeele und Werbegetue in den vorweihnachtlichen Wochen. Besonders in der Adventszeit meinte jeder nur irgendwie an Kommerz interessierte den anderen überbieten zu können, zu müssen.

Der Wildwuchs der weihnachtlichen Dekorationen in den Geschäften und auf Strassen und Plätzen geht ja, zumeist zumindest, einigermaßen „ohrenschonend“ über die Bühnen.

Ohrenbetäubend ist dagegen oftmals das Gedudel von entfremdeten Weihnachtsliedern aller Coleur an Marktständen, in Warenpalästen und auf allen Radio- und Fernsehkanälen.

Kommerz, Kommerz, Kommerz.

Übertroffen wurde aber alles das auch in diesem Jahr wieder von unzähligen Spendenaufrufen gestandener Profianimateure der gedruckten bzw. der digitalisierten Medienwelt.

Angeführt wurde dieses Heer der Spendenlockermacher, wie stets in der jüngeren Vergangenheit, von führenden politischen Amtsträgern und Funktionären.

An der Spitze der Einpeitscher-Brigaden stets die gegenwärtigen Hausherren in Bellevue..

Um jetzt etwaigem Mißverstehen zuvorzukommen – ich bin kein „Spendenverteufeler“ – ich bin nur ein absoluter Ablehner der bundesdeutschen „Spenden-Einwerbe-Industrie“ und gegen deren besthonorierte Akteure mit ihren Millioneneinkünften.

All diesen Not und Elend Verkündigern aus dem Showgeschäft, aus dem Handel und der Finanzindustrie, aus der Politik auf allen Ebenen und aus anderern Wirtschaftszweigen, die unermüdlich den „kleinen Leuten“ hier im Lande – die in ihrer Vielheit aus eigenem Erleben wissen, was Armut, was Verzicht und Ausgrenzung im Alltag und im Leben bedeuten, und die deswegen durchaus zum Teilen mit anderen bereit sind, all diesen hätte ich einen Vorschlag zu machen.

Geben sie einen angemessenen Teil ihres Überflusses ab. Mit der Hälfte des Geldes, welches regelmäßig auf ihre Konten fließt, wären sie immer noch hervorragend bedient. Mit der anderen Hälfte könnten ungeheure Nöte in unserem Lande, oftmals in ihrer direkten Nachbarschaft, abgemildert oder in vielen Fällen gar beseitigt werden.

Mit den Riesensummen von staatsverschluderten Geldern – zum Beispiel auf dem Gebiet der militärischen Rüstung oder auch der unsinnigen, jedes für sich Milliarden €uro verschlingenden und überflüssigen Protzbauvorhaben in unserem Lande – könnten weltweit viele Ursachen des Hungers , der Not und des Elends „aus der Welt“ geschafft werden.

Es gibt so unendlich viele „Geldverschlinger“ in unserem Lande, so dass es schier unmöglich erscheint, diese alle aufzuführen.

 

Eines möchte ich ihnen, meine Damen und Herren Polit-, Partei-, Gewerkschafts- und Wirtschaftsprominenz aber noch mit auf den Weg in das neue Jahr geben.

Politiker und Funktionäre als Amtsträger könnten durchaus passabel mit kleinen und bescheideneren fahrbaren Untersätzen von A nach B gelangen, um die ihnen auferlegten Aufgaben zur Zufriedenheit aller zu erfüllen. Eine solche Bescheidung würde übrigens ihnen nicht nur gut zu Gesichte stehen, sondern auch unserer Umwelt ausgesprochen gut tun.© ee

 

Ewald Eden

 

 auch zu finden auf unserer kritischen etwas anderen Blogseite :

https://planquadratalphablog.wordpress.com/2017/12/26/zwischen-den-jahren/

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Vorbei…

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Der 26. Dezember …

Der zweite Weihnachtstag bedeckt die Flur
die Stille setzt zum Endspurt an
in Kürze kommt die Müllabfuhr
geht an die Abfallberge ran

Die riesenratlos Schenkungswelle brachte
viel Schrott und Ungeliebtes ein
beim auspacken und probieren dachte
fast keiner an das Christkindlein

Die Liebe die es wohl soll wecken
verspürt man nicht mehr auf der Welt
ein fühlend’ Herz muß sich verstecken
sonst wird es plattgewalzt vom Geld.

Am Tage nach den heiligen Festen
weiß keiner mehr was gestern war
verpackt dann gut, was blieb an Resten
der Barmherzigkeit für`s nächste Jahr

© ee

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Weiße Weihnacht …

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Weiße Weihnacht …

Ach wär’ es doch so wie in unseren Träumen,
die Welt eingehüllt in schneeiges Weiß –
befrachtet die Zweige von himmelhoch Bäumen,
mit Schneelast die Kinderherzen macht heiß.

Wie klang doch der Jubel aus kindlichem Munde,
wenn abwärts es ging im pulv’rigen Schnee –
es glühten die Bäckchen in fröhlicher Runde,
wenn sausten die Schlitten weit raus auf den See.

Es scheint mir als wäre das all’s nicht gewesen,
als gaukle mein Wünschen mir Bilder auf Bild –
oder habe ich’s einfach nur irgendwo gelesen
und damit schon meine Sehnsucht gestillt?

© ee

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Weihnachtsmorgen – ungewohnte Stille
als wenn die Welt geendet hat
als wenn des Heiligabends Fülle
der Menschen Hast ein Ende tat

Frostig kalte Lüfte wehen
geschwängert von des Nebels Dunst
kahle Bäume sind zu sehen
reifverziert durch Schöpfers Kunst

Ein singend Ton in sanften Wellen
vom Kirchturm auf die Häuser fällt
der liebe Gott er läßt bestellen
ist Weihnacht heut‘ auf dieser Welt.© ee

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Weihnachten einmal anders …

 

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Weihnachten einmal anders …

 

Ohgottinee – was war bloß mit der Zeit los. Die vier dicken roten Kerzen am Adventskranz in der Diele waren schon seit drei Tagen heruntergebrannt.

Heute war Heiligabend, und der Weihnachtsbaum drömelte draußen vor der Terrassentür noch ohne schmückenden Behang vor sich hin.

Oma Betty sprang im Haus um sich herum, wie ein verschrecktes Känguru. Sie wußte gar nicht, was sie zuerst tun sollte, und wie sie das alles in die Stunden gepackt bekam, die noch bis zur Bescherung blieben.

Sie kam einfach nicht dazu, dem Weihnachtsbaum sein silbernes Festtagskleid anzuziehen.

Opa Tullum hatte in den letzten Tagen vor dem Fest noch soviel an den Hacken – von der Seite brauchte sie nicht mit Hilfe zu rechnen.

Der Vormittag war schon in der Zeit nach hinten gelaufen, und der Weihnachtsbaum stand noch immer, genauso grün wie am Morgen, vor der Terrassentür.

Gleich nach dem Mittagessen mußten sie sich auf den Weg machen – in die Residenz, nach Oldenburg. Dort warteten ein Teil ihrer Kinder und Enkelkinder auf eine schöne Bescherung.

Spätabends zog es sie, wie jedes Jahr an diesem Tag, unter das Dach der alten Kirche – Gemeinschaft im Glauben erleben, und ein stilles Zwiegespräch mit ihrem Herrgott halten war ihnen in dieser Nacht wichtig.

Und der Weihnachtsbaum stand zu Hause immer noch grün vor der Terassentür – auch noch an Weihnachtenmorgen.

Opa Tullum wieselte schon vor Tagesgrauen in seiner besten Anzughose barfuß durch das Haus – man hörte von ihm nur ein aufgeregtes: „Betty – wor sünd denn mien Drachselen ovblääven?“ Er mußte noch viel Wichtiges erledigen. Und das am ersten Weihnachtstag. Mannslüü – dachte Oma Betty ein bißchen angekratzt in sich hinein – um dann gleich sanft hinterherzudenken: He is doch de Beste.

Wenn ihr die Knie nur nich so fünsch wehtun würden. Schiet Rheumatismus, schimpfte sie leise vor sich hin.

Und der Weihnachtsbaum stand immer noch geduldig und nackend draußen vor der Terrassentür.

In ein paar Stunden würden auch die Enkelkinder aus der Nachbarschaft erwartungsvoll vor der Tür stehen, um bei Oma und Opa Geschenke unter dem Weihnachtsbaum zu finden.

Betty spürte ein ziepen und zappen in der Herzgegend – in den fast sechzig Jahren ihrer Ehe mit Tullum war ein Weihnachten ohne geschmückten Baum in der Stube noch nicht vorgekommen. Wie sollte das nur gehen.

Tja – und dann ging es. Als wenn eine unsichtbare Hand sie führte. Den Tannenbaum, mitsamt seinem Topf, von der Terrasse auf den Rasen davor rollen, und ihn einfach in der Mitte der kahlen Fläche hinzustellen, war das Werk von ein paar Minuten. Da stand er nun schmucklos, und schaute bedrüppelt in den Weihnachtstag. Aber nicht lange – Oma Betty hatte die Terassentür noch gar nicht hinter sich zugemacht, begann es nämlich heftig zu schneien. Plötzlich hatte der Tannenbaum ein wunderschönes weißes Kleid an. Oma Betty mußte sich reinweg in büschen verpusten, und sich das Bild begucken, als es auch schon an der Haustür klingelte. Die Enkel flogen förmlich ins Haus. Sie wollten auf den Weihnachtsbaum und die Geschenke los.

„Oma …… Ommaaaaaaaaa, wo ist denn der Weihnachtsbaum?“ Große Fragezeichen waren in den Kinderaugen zu sehen. Oma Betty schlug verzweifelt ihre Hände über dem Kopf zusammen – „ich hab doch vor dem Schlafengehen ganz vergessen, die Tür aufzuschließen. Das Christkind konnte nicht hereinkommen. Aber seht mal nach draussen – es hat den Weihnachtsbaum in den Garten gestellt, und ihn mit lauter weißen Schnee-sternchen geschmückt.“

In diesem Moment meinte sie selber, noch nie einen schöneren Weihnachts-baum gesehen zu haben.

„Und die Geschenke, Omaaaa ….?“ Große blinkernde Kulleraugen sahen suchend in die Runde.

Die Geschenke, die hatte der Weihnachtsmann einfach in ganz vielen Leinensäckchen draußen an die Wäscheleine gehängt.

© ee

Ewald Eden

Eine besondere Erinnerung an einen großen Ostfriesen –

an Rolf Trauernicht genannt Tullum

UND

seine ihm ebenbürtige Frau Betty …

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Getaggt mit ,