Archiv für den Tag 1. Dezember 2017

Der Dezemberkuß …

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Der Dezemberkuß …

Der November hat Adschüß gesagt
er hat den letzten Nebel eingesammelt
mit dreißig Tagen hoch betagt
hat er die Türen hinter sich verrammelt

Der Dezember tritt nun in die Zeit
noch gar nicht winterlich gekleidet
ist nicht zu Eis und Schnee bereit
dieweil er unter Föhnwind leidet

Doch der Terminkalender greint
kann seine Einträge nicht ändern
auch wenn der Himmel Tränen weint
schmückt er die Welt mit bunten Bändern

Er eilt mit riesengroßen Schritten
auf Weihnacht zu – dem Jubelfest
während Ruprecht mit dem Rentierschlitten
sich auf Schneefall noch verläßt

So steht er da am Gabentag
mit reichlich rostigroten Kufen
und ist im Herzen ganz verzagt
ob des vergeblich Abfahrt rufen.

© ee

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Zeitverschlingung …

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Zeitverschlingung …

Die Zeit verschlingt Zeit
und Gegenwart ist zum Leben bereit.
Vergangenheit setzt ihre Zeichen –
nicht hindernd, nicht störend,
doch auch niemals weichend.

Ein Ring schließt sich,
damit er sich öffnen kann –
sonst käm‘ man im Dasein doch nirgendwo an,
sonst würd‘ es doch niemals ein Heute geben,
und im Morgen,

da würde die Zukunft nicht leben

© ee

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Die Stecknadel . .

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Die Stecknadel . . .

Die Stecknadel – dies kleine Ding
hat riesengroße Kräfte
ob sie nun steckt im Hosenring
oder in Ärmels Schäfte

Unscheinbar kommt sie daher
ohn’ Schmuck und viel Geplunder
ihr fehlt sogar das Nadelöhr
sie ist ein kleines Wunder

Doch wenn sie sich entschlossen hat
mal richtig aufzutrumpfen
dann gibt es Schmerzensschreie satt
aus stichgequälten Rumpfen

Ist sie vergnügt dann sticht sie nur
mit klitzekleinen Spitzen
doch ist sie schlechte Laune pur
kann sie sich schon erhitzen

Es bremst sie nur ihr schlauer Kopf
im Eifer des Gefechtes
daran erkennt der kluge Schopf
sie ist weiblichen Geschlechtes.

© ee

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