Der „Earl“

 

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Der „Earl“.

Der „Earl“ wurd‘ er allgemein nur genannt,
der Herr im Zenit seines Lebens –
seinen richtigen Namen hat niemand gekannt,
und wer danach fragte, der fragte vergebens.

Für jeden kam ihm ein Gruß von den Lippen,
für jeden fand er ein freundliches Wort –
tat stets mit der Hand an die Schiffermütz‘ tippen,
ging nie ohn‘ Adieu aus einem Gespräch fort.

Seine letzte Begegnung unter der Alsterbrücke,
die endete wortlos ohn‘ Hader und Streit –
die oftmals sind des Teufels Krücke,
wenn einer partout nicht zum Nachgeben bereit.

Man fand ihn nachdem man den Zaun eingerissen,
den die ’Geldsäcke’ bauten als schändliches Mal –
ich frag‘ mich, ob jemand ihn wird vermissen,
oder bleibt er nur einer von unbekannt‘ Zahl?

©ee

E.E.2016-06-15

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Man hat den ‘Earl’ zu Grabe getragen.
Es floss manche Träne in grauwirren Bart.
Ein Mädchen von wohl 5000 Tagen,
es folgte ihm bei seiner letzten Fahrt.

Kein Name steht auf dem einsamen Grab,
und die Blumen verblühen gar bald.
Ein Edelmann ging, wie es keinen sonst gab.
Wie weht doch der Wind heut so kalt…

Doch die Alster wird strömen noch manches Jahr.
Unter Brücken, da ruht es sich gut.
Horch, der Alte erzählt, was hier damals geschah –
ein Zittern geht über die Flut…

G.E.2016-06-15

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