Tante Emma . . .

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Tante Emma . . .

Die Schrift am Haus – verwittert blaß
sie zeigt uns wo’s gewesen
wo zwischen Gurkentopf und Bohnenfaß
stand der alte Tresen

Dahinter – vor der Ladenwand
stets freundlich und vergnüglich
die alte Emma Meyer stand
nie sah man sie betrüblich

Der kleine Laden – voll Dinge satt
wie wir sie uns nur träumten
wir drückten uns die Nasen platt
damit wir nichts versäumten

Es roch nach Kraut und süßen Sachen
nach Schmierseif’ und Petroleum
die Nasen konnten manchmal lachen
und manchmal zogen sie sich krumm

Updrööcht Bohnen – so vom Band
und Kandis lang am Faden
hier ging es noch von Hand zu Hand
in diesem kleinen Laden

Am linken End’ beim Fenstersims
da standen Kinderträume
so mitten zwischen Krams und Krims
die bunten Zuckerschäume

Wenn Mutter zu bezahlen pflegte
einmal an jedem Wochenschluß
Tant’ Emma Meyer vor uns legte
‘ne Tüte – voll mit Hochgenuß

Allein dies’ daran denken
und die Geruchsmischung im Sinn
kann Sehnsucht schon nach damals lenken
auch wenn ich hier und heute bin

©ee

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Getaggt mit

9 Gedanken zu „Tante Emma . . .

  1. Lang, lang ist´s her ……!

    G. l. G. Jochen

    Gefällt 1 Person

  2. Anna-Lena sagt:

    An solche Läden aus meiner Kindheit erinnere ich mich zu gern …

    Liebe Grüße in die letzte Adventswoche,
    Anna-Lena

    Gefällt mir

  3. ellilyrik sagt:

    …wir hatten einen Tante-Emma-Laden ganz in der Nähe.
    Als Kind war ich fast jeden Tag dort und habe tatsächlich
    auch dieses berühmte BonBon, aus dem Glas, bekommen….lächel!
    Eine gute Woche und alles Liebe, herzlichst Elke.

    Gefällt 1 Person

    • nachtuul sagt:

      Was meine Mutter von Kaufmann Gembler als Gegenwert dafür bekam, das will mir partout nicht wieder einfallen (oder ich habe es gar nicht zu wissen bekommen) – aber was ich stets auf der ersten Station bekam, DAS meine ich heute noch manchmal auf der Zunge zu schmecken.
      In einer solchen Zeit wie der damaligen zweimal die Woche schon des Morgens in der Frühe eine große mit Bonbons gefüllte Spitztüte in die Hände gedrückt zu bekommen – DAS war durchaus NICHT normal, und so etwas vergisst ein Mensch wohl auch sein Lebtag nicht wieder.
      Ich habe es jedenfalls nicht vergessen. Ein paar Kilometer mit ganz oft

      Gefällt 1 Person

  4. Leider ein selten gewordenes und meines Erachtens deshalb sehr schützenswertes Gut!

    Mit liebem Gruß
    Constanze

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