Archiv für den Tag 18. Januar 2018

Die entfesselte See.

.

Die entfesselte See.

Der Sturm peitscht die rauhe, die tobende See
zerrissene Wolken durcheilen den Himmel –
lang’ schon ich auf der Deichkrone steh’
und wart’ auf den Reiter auf seinem Schimmel.

Nächtens soll er das Land bewachen,
berichtet die Sage aus voriger Zeit –
ich höre lauthals die Meergeister lachen,
wenn sie von ihren Fesseln befreit.

Mit gierigen Mäulern schlagen sie die Dünen,
Stück für Stück bröckelt das Land,
hier wird nichts mehr wachsen – hier wird nichts mehr grünen,
verschwunden der weiße schimmernde Strand.

Das Wasser hat sich sein Erbe geholt
das man ihm mühsam abgerungen –
es hat dem menschlichen Geist den Hintern versohlt,
und dabei sein schauriges Lied gesungen.

Es läßt sich nicht knechten – es läßt sich nicht zähmen,
es bleibt ein freies, ein unbändiges Werk –
es läßt sich in seinen Rechten nur zeitweise lähmen,
der Mensch ist dagegen ein ganz kleiner Zwerg.

©ee

Getaggt mit , ,

Sturm . . .

.

Sturm . . .

Der Himmel zieht kräftig die Stirne kraus –
der Unmut trübt ihm schier den Blick.
Er schickt den Sturm mit viel Gebraus –
zieht seine schützend’ Hand zurück.

In kahler Bäume Zweiggeäst
streicht er des Windes Töne –
das Meer, es wird im Kopf ganz irr –
schickt seiner Wellen Söhne.

Die gehen mächtig ins Geschirr –
und rollen mit Gedröhne.

Die Wolken fangen an zu weinen –
Tränen schleiern ihr Gesicht,
die Sonne sitzt im All zu greinen –
und geizt mit ihrem Sonnenlicht.

Natur ist in sich reingekrochen –
sie wartet ab in ihrer Hütte,
sie schläft die langen Winterwochen –
bis der Frühling kommt –

mit leisem Schritte.

©ee

.

Getaggt mit , ,