Die entfesselte See.

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Die entfesselte See.

Der Sturm peitscht die rauhe, die tobende See
zerrissene Wolken durcheilen den Himmel –
lang’ schon ich auf der Deichkrone steh’
und wart’ auf den Reiter auf seinem Schimmel.

Nächtens soll er das Land bewachen,
berichtet die Sage aus voriger Zeit –
ich höre lauthals die Meergeister lachen,
wenn sie von ihren Fesseln befreit.

Mit gierigen Mäulern schlagen sie die Dünen,
Stück für Stück bröckelt das Land,
hier wird nichts mehr wachsen – hier wird nichts mehr grünen,
verschwunden der weiße schimmernde Strand.

Das Wasser hat sich sein Erbe geholt
das man ihm mühsam abgerungen –
es hat dem menschlichen Geist den Hintern versohlt,
und dabei sein schauriges Lied gesungen.

Es läßt sich nicht knechten – es läßt sich nicht zähmen,
es bleibt ein freies, ein unbändiges Werk –
es läßt sich in seinen Rechten nur zeitweise lähmen,
der Mensch ist dagegen ein ganz kleiner Zwerg.

©ee

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2 Gedanken zu „Die entfesselte See.

  1. Sensational. I like it very much!

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