Archiv der Kategorie: ewald eden

Frag einen Baum …

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Frag einen Baum …

Frag einen Baum was er alles erlebt
was er gesehen und was er ertragen
seit seine Krone ins Himmelslicht strebt
an unendlich vielen tausenden Tagen.

Seine Seele ist berstens mit Wissen gefüllt
seine Duldsamkeit ähnelt der Weite
mit der Erdens Schöpfer die Sehnsucht umhüllt
die seit ewig die Menschen begleite.

Sein Astwerk umspannt den Kosmos des Werden
sein Wurzelwerk gründet im erdigen Sein
sein Blühen erschafft neues Leben auf Erden
und trägt Vergangenes weit in die Zukunft hinein.

…hinaus in den Garten des Lebens
als suchte ich nochmals den Apfelbaum
den ich suchte immer vergebens
den Apfelbaum mit den verlockenden Früchten…

©ee

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Getaggt mit ,

Wintertage.

Getaggt mit

Freitagmorgen …

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Freitagmorgen …

Irgendwann wird Zeit zeitenlos –
spätestens jenseits der Mitte des Lebens.
Solange die Hände nicht ruhen im Schoß
nagt Zahn des Alters
jedoch ständig vergebens.

Solange des Morgens
der Krimsekt noch mundet,
Räucherlachs krönet das Brötchen
und Krabbencocktail
das frühe Mahl rundet,
solange lass‘ Schmeicheln das Pfötchen

Und wenn mal ein Fältchen
sich zeigt auf der Wange,
dann nimm es als Zeichen
der Stunden voll Glück –

wenn du gleich wieder lachst
dann bleibt es nicht lange,
und wenn wer dich begehrt
kommt die Spannung zurück.

©ee

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Getaggt mit ,

Die entfesselte See.

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Die entfesselte See.

Der Sturm peitscht die rauhe, die tobende See
zerrissene Wolken durcheilen den Himmel –
lang’ schon ich auf der Deichkrone steh’
und wart’ auf den Reiter auf seinem Schimmel.

Nächtens soll er das Land bewachen,
berichtet die Sage aus voriger Zeit –
ich höre lauthals die Meergeister lachen,
wenn sie von ihren Fesseln befreit.

Mit gierigen Mäulern schlagen sie die Dünen,
Stück für Stück bröckelt das Land,
hier wird nichts mehr wachsen – hier wird nichts mehr grünen,
verschwunden der weiße schimmernde Strand.

Das Wasser hat sich sein Erbe geholt
das man ihm mühsam abgerungen –
es hat dem menschlichen Geist den Hintern versohlt,
und dabei sein schauriges Lied gesungen.

Es läßt sich nicht knechten – es läßt sich nicht zähmen,
es bleibt ein freies, ein unbändiges Werk –
es läßt sich in seinen Rechten nur zeitweise lähmen,
der Mensch ist dagegen ein ganz kleiner Zwerg.

©ee

Getaggt mit , ,

Sturm . . .

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Sturm . . .

Der Himmel zieht kräftig die Stirne kraus –
der Unmut trübt ihm schier den Blick.
Er schickt den Sturm mit viel Gebraus –
zieht seine schützend’ Hand zurück.

In kahler Bäume Zweiggeäst
streicht er des Windes Töne –
das Meer, es wird im Kopf ganz irr –
schickt seiner Wellen Söhne.

Die gehen mächtig ins Geschirr –
und rollen mit Gedröhne.

Die Wolken fangen an zu weinen –
Tränen schleiern ihr Gesicht,
die Sonne sitzt im All zu greinen –
und geizt mit ihrem Sonnenlicht.

Natur ist in sich reingekrochen –
sie wartet ab in ihrer Hütte,
sie schläft die langen Winterwochen –
bis der Frühling kommt –

mit leisem Schritte.

©ee

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Mut zum Mutigsein …

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Mut zum Mutigsein …

Wer in all’ seines Lebens Lebensjahren
stetig nur NEIN sagt zu neuem Beginn,
der wird niemals und nie nicht Neues erfahren –
der wird sterben erstarrt in verknöchertem Sinn.

Wer niemals bereit ist zu unerforscht’ Schritten –
wer es nicht wagt neues Land zu entdecken,
der verharrt bis zum End’ in langweilig Mitten –
unfähig gar sich selber zu wecken.

©ee

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Insel des Glücks . . .

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Insel des Glücks . . .

Mich trieb das Leben durch die Welt –
in nordischen Jurten Nächte verbracht ,
geschwitzt im Beduinenzelt –
auf Hawaii hat mir die Sonne gelacht.

In Kanadas Wäldern Bären geseh’n –
um Feuerland elend gelitten,
irgendwie war es überall schön –
selbst tief in Grönland – auf Eskimos Schlitten.

Vor Florida mit Delphinen geschwommen –
am Zuckerhut tanzte ich Samba,
in Mexiko viele Tequila genommen –
wie schlecht war mir da – Caracho, Caramba.

Im schaukelnden Zug durch Sibirien –
Tabak gepflückt auf Batavia,
Kaukasier erlebt in Delirien –
an der Wolga geschwelgt in Kaviar.

Stürme fegten über mich hin –
Hitze dörrte die Kehle,
doch wo ich auch war, stand mir der Sinn –
nach Norderneys sinnlicher Seele.

Nirgendwo sind die Nächte so schön –
streicheln die Blüten der Triebe,
nirgendwo ist mir Schön’res gescheh’n –
als auf der Insel der Liebe.

Drum möchte’ ich in die Welt rausschrei’n –
im Herz und in der Seele frei,
für dich mein Schatz – und mich allein –
wir sehen uns auf Norderney.

© ee

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Am alten Hafen.

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Am alten Hafen.

Die Steine grün von Algen
ein Kutter dümpelt still
an Bord noch schemenhaft die Taljen
die Taue drüseln schlaff im Spill

Die Ankerkette aus dem Klüver
hängt rostrot nun seit Jahren schon
kein Käpt’n Rass und kein Hein Stüver
drehen mehr an Rohr und Kron’

Das Fanggeschirr am Ladebaum
reibt quietschend sich im Lüftehauch
der Kessel steht im leeren Raum
und über’m Schornstein fehlt der Rauch

Die Dalben dort am Ankerplatz
geschundene Gestalten
als hüteten sie einen Schatz
als würden sie die Zeit verwalten.

© ee

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Getaggt mit

Glaube, Liebe, Hoffnung . . .

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Glaube, Liebe, Hoffnung . . .

Melisse und Orangenduft –
der steigt mir in die Sinne,
um mich herum ist Liebesluft –
in mir ist lauter Minne.

Ich spüre unter diesen Beiden –
das pure Weib – die Liebeslust,
wie möcht’ so mancher mich beneiden –
hätt’ er’s ein einzigmal gewußt.

Ich weiß, daß es nur Sinnbild ist –
für Wollen und für Hoffen,
die Flagge ist bei mir gehißt –
mein Hafen – der ist offen.

Und wenn das Schiff, auf dem du lebst –
einmal in schwere See gerät,
ich denk, daß du dann zu mir strebst –
und glaube nie, es wär zu spät.

© ee

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Schafe …

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Schafe …

Schafe, hörte ich jemand sagen
Schafe, die sind mein Leben
es drängte mich einfach mal nachzufragen
was Schafe dem Menschen eigentlich geben

so tat ich es fröhlich und unbefangen
ließ meiner Neugier ungehemmt Lauf
bin direktemang zum Hof Herten gegangen
und dort erzählte man es mir zuhauf

als erstes nahm ich Sprachunterricht
in schafisch und lämmisch
denn so was ist Pflicht
will man die Schafe verstehen

ich sah ihnen allen ins schöne Gesicht
und fühlte Natur um mich wehen
dann durfte ich kosten
dann durft’ ich probieren

ich musste mich überhaupt nicht genieren
fand Käse um Käschen in vielerlei Sorten
fand Wurst und geräuchertes Fleisch auf den Borten
fand Joghurt und Quark und Rahm ganz frischen

hörte den Braten im heißen Fett zischen
als ich vom schlemmen bis obenhin voll
konnte ich ruhen auf Schaffell ganz toll
und um meinen Geist zu beflügeln

dann gab es noch herrlichen Wein
aus Reben
von südlichen Hügeln
hier kehr ich stets wieder ein.

©ee

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Getaggt mit ,