Archiv der Kategorie: im Gestern

Danke.

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DANKE.

Stetig, sporadisch
im Dann und Wann
wird Jeder
Dich finden

Gestern noch
staunen
heute Augentrost
ewige Seelenberührungen.

Immer wieder
beginnt die
Freude
beim DICH lesen

zwischen meinem
Tagesrhythmus

DANKE.

© Chr.v.M.

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Mein Freund…

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Mein Freund . . .

Als ich ein kleiner Junge war
da hatt’ ich einen Freund.
Wir brauchten nicht zu reden –
verstanden uns auch so.

Wenn ich einmal ein Stück verzagt –
weil irgendwas daneben –
ein Blick in seine Augen,
und ich war wieder froh.

Die Schule war für ihn die Freude –
mir war sie nur ein täglich Muß.
Mittags war es aus mit lustig –
wenn die Glocke sang den Schluß.

Ich – ich lief vergnügt nach Haus
er ging einfach heim.

Ich spürte wie betrübt er war –
daß ihn sein Vater haute –
nur weil er einen Schritt vom Weg
heimlich mal zum Nachbarn schaute.

Die Mutter wagte nicht zu mucken –
der Schnaps machte den Vater stark,
versprach ihm alle Freude –
wenn er ihm nur zu Füßen lag.

Dann – eines Tag’s – im frühen Sommer –
ein Platz blieb leer im Klassenraum –
der Vater hatte zugeschlagen –
des Freundes Leben – aus der Traum

© ee

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Getaggt mit

Ach, Mutter … davon verstehst du nichts

 

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Ach, Mutter … davon verstehst du nichts..

Der kleine Junge lag seit Stunden schon in seinem Bett. In der kleinen Kammer, die er sich mit seiner Mutter im Obergeschoß des alten Fachwerkhauses teilte. Er lauschte dem rascheln der Mäuse in den Lehmwänden und dem fiepen der hungrigen Eulenküken über ihm im Dachgebälk. Der Schlaf hatte bereits ein paar Mal zu ihm hereingeschaut, aber er wußte wohl, daß der Kleine sich noch nicht in seinen schützenden Armen verkriechen konnte. Erst wenn das vertraute knarren der dritten und siebten Treppenstufe unter den Füßen seiner Mutter leise durch die Wand zitterte und anschließend fast unhörbar die Tür zu ihrer Kammer geöffnet wurde, rutschte er aus der Wachsamkeit in den Schlummer. Es war jeden Abend das gleiche Spiel. Solange er die Mutter in den unteren Räumen hantieren hörte wußte er, daß zumindest einer seiner Brüder von irgendwelchen Unternehmungen, von denen sie zumindest in seiner Gegenwart nichts berichteten, noch nicht zurückgekehrt war. Erst wenn dem vertrauten Klopfen an den Fensterläden und dem Knarren des großen Tores im Erdgeschoß, durch die Fugen und Ritzen des Gemäuers ziehender Duft von auf Speck gebratenen Eiern und siedenden Pferdewürstchen folgte, dann waren alle im Hause.
So war es auch an diesem späten Abend, wie so häufig in der Vergangenheit.

Zusammen mit den Essensdüften drang von unten herauf mal helles, mal dunkles Stimmengemurmel durch die hölzerne Decke zu ihm in den kleinen niedrigen Raum. Wenn im Einzelnen auch nicht sehr viel zu verstehen war, wusste er doch meist, um was es sich in den Gesprächen, da unter ihm in der weiträumigen verräucherten Küche, drehte. Und jedesmal wenn der Satz: „Ach, Mutter – davon verstehst Du doch nichts!“ aus dem Munde des Älteren seiner Brüder wegen der erhobenen Stimme hell zu ihm herauf in die Dunkelheit seiner Ängste drang, wußte er, gleich ist das Reden da unten zu Ende. Die Mutter hatte sich wieder einmal dem Diktat des vermeintlich Stärkeren gefügt – so wie es in der Familie immer geschah, wenn man ihr weismachen wollte, sie würde etwas nicht verstehen. Und jedesmal wußte er, wenn die Mutter – besorgt darum ihn nicht zu wecken – sich geräuschlos und in völligem Dunkel für die Nacht zurechtgemacht und sich neben ihn in ihr Bett gelegt hatte, würde er ihr leises Weinen hören. Ihr leises Weinen aus Verzweiflung über ihre Unterwürfigkeit – und darüber, das sie tatsächlich nicht verstand, warum ihre Söhne so handelten wie sie handelten – obwohl sie als Mutter ihnen doch etwas völlig anderes vorgelebt zu haben glaubte.
Als ehrlicher, gottesfürchtiger Mensch hatte sie von Kindesbeinen an versucht ihr Leben zu meistern. Kein Hungernder der an ihre Tür klopfte, blieb hungrig – keinen Dürstenden der ihr begegnete, ließ sie dürstend seines Weges ziehen – keinem Obdachlosen versagte sie den Schutz unter ihrem Dach. Darin ruhte ihr seelischer Reichtum, aber darin wurzelte auch ihre Schlichtheit an materiellem Besitz.
In den entscheidenden Momenten unterwarf sie sich immer den Menschen, die zu ihrem eigenen Vorteil zuzugreifen verstanden.
Sie war sonst dem Schicksal gegenüber sehr stark – nur da war sie schwach. Diese Schwäche jedoch zu ertragen, das war wahrscheinlich ihre größte Stärke. Das wurde dem kleinen Jungen, der oft des Nachts ihr leises Weinen hörte, aber erst sehr viel später bewußt.

Jetzt sah er nur das schräge Tun seiner Brüder und spürte das erfolglose Mühen der Mutter eine Antwort auf die Frage zu finden:

Was habe ich nur falsch gemacht? ©ee

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Gedankenkarussell.

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Gedankenkarussell

In mir da dreh’n sich die Gedanken
beißen sich selber in’s Genick
sie sehen nicht mehr ihre Schranken
kommen immer zu sich selbst zurück

Mit jeder Drehung wächst die Riefe
wächst sich aus zum blutend Mal
mir ist als wenn die Seele liefe
auf wunden Füßen durch das Tal

Durch’s Tal der Tränen dieses Lebens
die flossen in so mancher Nacht
ich weiß sie rannen nicht vergebens
denn irgendwo das Glück mir lacht

Irgendwann tragen die Bäume
die tranken von der Augen Feuchte
die Früchte meiner Lebensträume
auf das auch mir mein Glückstern leuchte. © ee

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Der Welten Trug‘ ….

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Der Welten Trug‘ ….

Friedlich miteinander leben
Ist Hoffnung die sich nie erfüllt.
Weil, friedlich sich die Hände geben
niemals der Mächt’gen Hunger stillt.

Sie brauchen Streit, sie brauchen Hader,
es ist für sie des Daseins Deutung –
der Krieg ist ihres Denkens Quader
Als Unterdrück- und Weltausbeutung.

Sie tragen um sich weite Kutten
und geben sich gar gottverbrämt –
in Wahr sind sie nur Unheils Nutten,
Für die sich selbst der Teufel schämt.

© ee

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Zweifeln und staunen.

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Pro Christ 2006…

Zweifeln und staunen

Zweifeln und staunen als Motto fürs Leben
so lautet der Titel der Superschau
ich hab gesucht nach selbstlosem Geben
fand davon nichts in Nebel und Tau

viel Brimborium wurde geboten
in langer Rede wurd’ nicht viel erzählt
man sah wenig vom gelben
und gar nichts vom roten

schwarz hatte man als bestimmend gewählt

ich hatte von Anbeginn Zweifel
und staunte daß sie sich bestätigt
ich empfand oberflächlich Gereifel
und fühlt mich zum Gähnen genötigt

es wird nicht nur mir so ergangen sein
ich spürt nichts von lebendigem wandeln
und kritisch erörtern bei Wasser und Wein
und auch nichts von tatkräftig handeln.

©ee

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Ein Herz voll` Norderney …

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 Ein Herz voll` Norderney …

Du Land dort im Land meiner Träume
du Land dort, du Insel im Glück
ich rieche der Nachtwellen Schäume
und sehne zu dir mich zurück

Ich misse die traulichen Stunden
die Stunden voll Liebe und Schmerz
die Nächte in denen gefunden
das eine des anderen Herz

Ich misse den Himmel voll Sterne
wenn die Mitternacht zog durch die Zeit
es zieht mich zu dir aus der Ferne
dafür alles zu geben, dazu bin ich bereit.

©ee

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Eine Liebeserklärung …

 

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Das Ruder in Händen.

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Das Ruder in Händen.

Du stehst auf der Brücke
das Ruder in Händen
das Schiff hält den Kurs
auch wenn es stark krängt

der Fluß er ist reißend
zu schmal um zu wenden
das Wasser mit Macht
durch die Stromschnellen drängt

der Schiffsleib er tanzt
zwischen felsigen Gründen
schrammt haarscharf
an schartigen Felsen vorbei

der Untergang grinst schon
aus brodelnden Schlünden
und du denkst
es gibt dich nimmer mehr frei

doch plötzlich ein knistern
ein Blitz fährt herab
du hörst jemand flüstern
es ist alles vorbei.

©ee

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Im Dorfkrug.

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Im Dorfkrug.

Lustig sein
das Tanzbein schwingen
Wirt schenk ein
die Gläser klingen

Verstand versaufen
Fäuste fliegen
Haare raufen
Beulen kriegen

Stuhl zerschlagen
heiße Schlacht
voll bis zum Kragen
Spaß gemacht

morgens Birne
Veilchen blasser
Matsch im Hirne
kaltes Wasser

Kopf der brummt
du dickes Ei
Schädel summt
mittags endlich Klüsen frei

ach war das ’ne schöne Feier
auf dem Tanzboden da bei Meyer

war das ein schönes Wochenend’

wer es verpaßt
hat was verpennt

ee © 2006

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Getaggt mit

Das Paradies.

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Das Paradies.

wie soll man es benennen,
wenn man Schweinebrück nicht kennt –
man kann durch alle Duden rennen,
den wahren Namen man verpennt.

Wenn man nicht weiß
dass Schullandheim,
dass Fuhrenkamp und Schweinebrück
verschmolzen sind zu einem Stück.

Wenn man nicht weiß,
dass dort am Rande
des Wildschweinwaldes steht ein Haus-

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in dem so manche Rasselbande,
fern von der Eltern Leberlaus,
in armer Zeiten schwerer Stunden
ein bisschen Lebensglück gefunden.

©ee

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Getaggt mit ,