Archiv der Kategorie: im Gestern

Nicht nur in Syrien …

.

Nicht nur in Syrien …

Die Hoffnung sie keimte –
sie blieb immer grün,
doch nie sah am Stamme
man Früchte erblüh’n.

Sie macht das Geschehen
nur immer erträglich-
doch beim verhindern des Bösen,
da versagt sie ganz kläglich.

Sie grünt stets solange
bis alles Leben verschwunden,
und dann im Lande
man nur noch Ruinen gefunden.

Dann loben sich alle –
und mit sehr vielem Pultern
klopft einer dem anderen
noch begeistert die Schultern.

Was hat man doch wieder „Großes“ vollbracht,
indem zum Verhindern man gar nichts gemacht –
ausser um der eigenen Pfründe Willen
geliefert die Panzer und die tödlichen Zwillen.

© ee

.

Getaggt mit

Prisen.

.

Prisen.

Wassertäler – Wellenberge
im Mondlicht blinkt der weiße Sand
auf Wogenkämmen tanzen Zwerge
Gott Neptun liegt am hellen Strand

Es irren die Lichter in den Klippen
so manches Schiff vom Kurs abkam
der Wind hat Lieder auf den Lippen
da strandete so mancher Prahm

Zerschlagen an der Felsenküste
liegt Schiff auf Schiffsleib Jahre schon
wenn man nicht um das Irrlicht wüßte
man hielte es für Teufels Lohn

Denn wie des Sensenmanns Gerippe
leuchten gebleichte Spanten – weiß
es scheint wie eine große Sippe
entsprungen aus der Hölle heiß

Den Menschen in dem Küstenstreifen
ist jede Prise lieb und wert
alles was sie sich ergreifen
auf jetzt und immer ihnen gehört

Das wohl auch in fernen Welten
manch’ Träne manches Auge feuchtet
mag Recht auch noch so rechtens gelten
an diesem Strand das Irrlicht leuchtet

©ee

.

 

Getaggt mit , ,

Zigeunermädchen.

.

Zigeunermädchen

Zigeunermädchen, du schönes Kind,
du Windspiel mit wallender Mähne –
die Strasse des Lebens weist dir der Wind,
ich folg dir – du rassige Schöne.

Die wissenden Augen, der flammende Mund –
gefesselt in deinem Banne
hungere ich mir die Seele wund –
dein Anblick formt mir das Tier im Manne.

Ein Drehen des Kopfes, ein Wippen der Brust –
allein das raubt mir das Denken.
Mein Fühlen lodert in brennender Lust,
ich kann meine Sinne nicht lenken.

Ich hab’ dich gesehen Sekunden nur,
das reichte um mich zu verlieren –
ich zähle die Schläge der Stundenuhr,
mein Herz scheint ohn‘ dich zu erfrieren.

Vergebens ist all mein Begehren,
wir würden gemeinsam nicht froh –
dein Vater, er würd’s mir verwehren –
es sagt mir niemand – ich weiß es so.

Ich kann nur von ferne dich lieben,
die Sippe behütet dich streng,
und wärest du bei mir geblieben –
meine Welt wär’ für dich viel zu eng.

Drum flieg’ bunter Vogel, ich wünsche dir Glück –
erkunde die Weiten des Lebens.
Vielleicht bringt der Wind dich einmal zurück –
vielleicht auch wart‘ ich vergebens.

©ee

.

Getaggt mit , ,

Des Oeldrahts Licht . . .

 

.

Des Oeldrahts Licht . . .

Des Oeldrahts Licht wirft lange Schatten
die Mutter still am Spinnrad sitzt
die Kinder flechten bunte Matten
das Kleinste unterm Tisch ‘rum flitzt

Es riecht nach Torf und leckerem Braten
Flusen schweben in der Luft
die Kinder können’s kaum erwarten
sie schnüstern hin zum heißen Duft

Geschlachtet ist das fette Schwein
in nächtlicher Verdunklungsrunde
ganz still und heimlich mußt’ es sein
schwarzschlachten – das Gebot der Stunde

Auf dem Ofen in der Ecke
Rüben köcheln vor sich hin
in langer glasgeblasener Schnecke
ist was mit Prozenten drin

So ist die Mutter stets beschäftigt
daß es den Ihren an nichts fehlt
sie ständig und auch stets bekräftigt
daß ihr nicht hingeht und was stehlt

Macht alles nur mit eigenen Händen
auch wenn es nicht ganz koscher ist
irgendwann wird das Blatt sich wenden
und Gott verzeiht so manche List.

©ee

.

Getaggt mit ,

Danke.

.

DANKE.

Stetig, sporadisch
im Dann und Wann
wird Jeder
Dich finden

Gestern noch
staunen
heute Augentrost
ewige Seelenberührungen.

Immer wieder
beginnt die
Freude
beim DICH lesen

zwischen meinem
Tagesrhythmus

DANKE.

© Chr.v.M.

Getaggt mit , , ,

Mein Freund…

child-830988_640

.

Mein Freund . . .

Als ich ein kleiner Junge war
da hatt’ ich einen Freund.
Wir brauchten nicht zu reden –
verstanden uns auch so.

Wenn ich einmal ein Stück verzagt –
weil irgendwas daneben –
ein Blick in seine Augen,
und ich war wieder froh.

Die Schule war für ihn die Freude –
mir war sie nur ein täglich Muß.
Mittags war es aus mit lustig –
wenn die Glocke sang den Schluß.

Ich – ich lief vergnügt nach Haus
er ging einfach heim.

Ich spürte wie betrübt er war –
daß ihn sein Vater haute –
nur weil er einen Schritt vom Weg
heimlich mal zum Nachbarn schaute.

Die Mutter wagte nicht zu mucken –
der Schnaps machte den Vater stark,
versprach ihm alle Freude –
wenn er ihm nur zu Füßen lag.

Dann – eines Tag’s – im frühen Sommer –
ein Platz blieb leer im Klassenraum –
der Vater hatte zugeschlagen –
des Freundes Leben – aus der Traum

© ee

.

children-949510_640

Getaggt mit

Ach, Mutter … davon verstehst du nichts

 

.

 

Ach, Mutter … davon verstehst du nichts..

Der kleine Junge lag seit Stunden schon in seinem Bett. In der kleinen Kammer, die er sich mit seiner Mutter im Obergeschoß des alten Fachwerkhauses teilte. Er lauschte dem rascheln der Mäuse in den Lehmwänden und dem fiepen der hungrigen Eulenküken über ihm im Dachgebälk. Der Schlaf hatte bereits ein paar Mal zu ihm hereingeschaut, aber er wußte wohl, daß der Kleine sich noch nicht in seinen schützenden Armen verkriechen konnte. Erst wenn das vertraute knarren der dritten und siebten Treppenstufe unter den Füßen seiner Mutter leise durch die Wand zitterte und anschließend fast unhörbar die Tür zu ihrer Kammer geöffnet wurde, rutschte er aus der Wachsamkeit in den Schlummer. Es war jeden Abend das gleiche Spiel. Solange er die Mutter in den unteren Räumen hantieren hörte wußte er, daß zumindest einer seiner Brüder von irgendwelchen Unternehmungen, von denen sie zumindest in seiner Gegenwart nichts berichteten, noch nicht zurückgekehrt war. Erst wenn dem vertrauten Klopfen an den Fensterläden und dem Knarren des großen Tores im Erdgeschoß, durch die Fugen und Ritzen des Gemäuers ziehender Duft von auf Speck gebratenen Eiern und siedenden Pferdewürstchen folgte, dann waren alle im Hause.
So war es auch an diesem späten Abend, wie so häufig in der Vergangenheit.

Zusammen mit den Essensdüften drang von unten herauf mal helles, mal dunkles Stimmengemurmel durch die hölzerne Decke zu ihm in den kleinen niedrigen Raum. Wenn im Einzelnen auch nicht sehr viel zu verstehen war, wusste er doch meist, um was es sich in den Gesprächen, da unter ihm in der weiträumigen verräucherten Küche, drehte. Und jedesmal wenn der Satz: „Ach, Mutter – davon verstehst Du doch nichts!“ aus dem Munde des Älteren seiner Brüder wegen der erhobenen Stimme hell zu ihm herauf in die Dunkelheit seiner Ängste drang, wußte er, gleich ist das Reden da unten zu Ende. Die Mutter hatte sich wieder einmal dem Diktat des vermeintlich Stärkeren gefügt – so wie es in der Familie immer geschah, wenn man ihr weismachen wollte, sie würde etwas nicht verstehen. Und jedesmal wußte er, wenn die Mutter – besorgt darum ihn nicht zu wecken – sich geräuschlos und in völligem Dunkel für die Nacht zurechtgemacht und sich neben ihn in ihr Bett gelegt hatte, würde er ihr leises Weinen hören. Ihr leises Weinen aus Verzweiflung über ihre Unterwürfigkeit – und darüber, das sie tatsächlich nicht verstand, warum ihre Söhne so handelten wie sie handelten – obwohl sie als Mutter ihnen doch etwas völlig anderes vorgelebt zu haben glaubte.
Als ehrlicher, gottesfürchtiger Mensch hatte sie von Kindesbeinen an versucht ihr Leben zu meistern. Kein Hungernder der an ihre Tür klopfte, blieb hungrig – keinen Dürstenden der ihr begegnete, ließ sie dürstend seines Weges ziehen – keinem Obdachlosen versagte sie den Schutz unter ihrem Dach. Darin ruhte ihr seelischer Reichtum, aber darin wurzelte auch ihre Schlichtheit an materiellem Besitz.
In den entscheidenden Momenten unterwarf sie sich immer den Menschen, die zu ihrem eigenen Vorteil zuzugreifen verstanden.
Sie war sonst dem Schicksal gegenüber sehr stark – nur da war sie schwach. Diese Schwäche jedoch zu ertragen, das war wahrscheinlich ihre größte Stärke. Das wurde dem kleinen Jungen, der oft des Nachts ihr leises Weinen hörte, aber erst sehr viel später bewußt.

Jetzt sah er nur das schräge Tun seiner Brüder und spürte das erfolglose Mühen der Mutter eine Antwort auf die Frage zu finden:

Was habe ich nur falsch gemacht? ©ee

Getaggt mit

Gedankenkarussell.

.

Gedankenkarussell

In mir da dreh’n sich die Gedanken
beißen sich selber in’s Genick
sie sehen nicht mehr ihre Schranken
kommen immer zu sich selbst zurück

Mit jeder Drehung wächst die Riefe
wächst sich aus zum blutend Mal
mir ist als wenn die Seele liefe
auf wunden Füßen durch das Tal

Durch’s Tal der Tränen dieses Lebens
die flossen in so mancher Nacht
ich weiß sie rannen nicht vergebens
denn irgendwo das Glück mir lacht

Irgendwann tragen die Bäume
die tranken von der Augen Feuchte
die Früchte meiner Lebensträume
auf das auch mir mein Glückstern leuchte. © ee

.

Getaggt mit ,

Der Welten Trug‘ ….

.

Der Welten Trug‘ ….

Friedlich miteinander leben
Ist Hoffnung die sich nie erfüllt.
Weil, friedlich sich die Hände geben
niemals der Mächt’gen Hunger stillt.

Sie brauchen Streit, sie brauchen Hader,
es ist für sie des Daseins Deutung –
der Krieg ist ihres Denkens Quader
Als Unterdrück- und Weltausbeutung.

Sie tragen um sich weite Kutten
und geben sich gar gottverbrämt –
in Wahr sind sie nur Unheils Nutten,
Für die sich selbst der Teufel schämt.

© ee

Getaggt mit ,

Zweifeln und staunen.

.

Pro Christ 2006…

Zweifeln und staunen

Zweifeln und staunen als Motto fürs Leben
so lautet der Titel der Superschau
ich hab gesucht nach selbstlosem Geben
fand davon nichts in Nebel und Tau

viel Brimborium wurde geboten
in langer Rede wurd’ nicht viel erzählt
man sah wenig vom gelben
und gar nichts vom roten

schwarz hatte man als bestimmend gewählt

ich hatte von Anbeginn Zweifel
und staunte daß sie sich bestätigt
ich empfand oberflächlich Gereifel
und fühlt mich zum Gähnen genötigt

es wird nicht nur mir so ergangen sein
ich spürt nichts von lebendigem wandeln
und kritisch erörtern bei Wasser und Wein
und auch nichts von tatkräftig handeln.

©ee

.

.

Getaggt mit ,