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Noch kein „letzter“ Sommer …

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Noch kein “ letzter “ Sommer …

Der letzte Sommer meiner Kindheit
ich war doch noch so unberührt
ich war doch noch so voller Blindheit
die Lust hatt’ mich noch nicht verführt

Der letzte Sommer meiner Jugend
ich war doch noch so hungervoll
ich war doch noch so voller Tugend
und sah das Leben noch so toll

Der letzte Sommer meiner Drangzeit
ich war doch fast schon übersatt
ich sah es an als Lebens Halbzeit
dabei war ich schon fast schachmatt

Der erste Sommer gleich dahinter
er machte mir ganz plötzlich klar
dass es sehr kühl und fast schon Winter
und der Beginn vom Ende war

Doch plötzlich keimte neues Blühen
ein neuer Sproß am alten Holz
ich musste mich auch nicht groß mühen
und was draus wurd’ das macht mich stolz.

© ee

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Friedens-Nobelpreis …

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Friedens-Nobelpreis …

Frieden ist ein schwierig’ Wort,
kommt’ leicht oft über Kriegers Lippen –
dahergesagt an vielen Ort’,
wo Blut strömt über bleiche Rippen.

Kein Wort wohl in des Schöpfers Welt
wird so mißbraucht, so vergewaltet,
wohl häuf’ger noch als das Wort Geld,
das Machteshungers Welt gestaltet.

„Frieden“ erweckt bunte Bilder
in vieler Menschen Hoffenssinn –
doch meist sind’s nur Reklameschilder,
mit Gift und Sprengstoff mittendrin.

Da wird ein Preis wohl ausgelobt,
der zu Beginn auch wohl recht nobel –
sollt’ Hoffnung wecken wo Krieg tobt,
sollt’ wertvoll sein wie Königs Zobel.

Geworden ist aus ihm ‘ne Masse,
wie Ware auf des Hökers Karren –
mit Qualität der Unterklasse,
für die Begier der Völker Narren.

© ee

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Wenn dir…

 

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Wenn dir…

Wenn dir die Tränen laufen
und netzen dein Gesicht,
sagt dir die Seel’ sie möcht’ verschnaufen,
sonst verliere sie ihr Gleichgewicht.

Lass’ deine Tränen fliesssen
ins große Meer der Welt –
ihr Feucht läßt irgendwo erspriessen
Leben unterm Himmelszelt.

Wenn sie dann mit vielen –
vereint im grossen Strom –

strebend zu den Zielen
in Gottes Reich unendlich Dom,

dann haben sie den Sinn erfüllt,
den Schöpfer ihnen zugedacht –
haben mannigfachen Durst gestillt
und dargelegt des Vaters Macht.

© ee

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Der Bettler . . .

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Der Bettler . . .

So sitzt er da
in dunkler kalter Ecke

den Mantel um sich zieht
wie eine Burg

die auf ihn seh’n
die seh’n ihn wie ’ne Schnecke

mit Angst und Stolz
sich in sein Häuschen dreh’n

die Knochen steif
die Hände klamm verknotet

die Stiefel
mit Papier wohl vollgestopft

die Armut hat ihn eingesponnen
bedeckt den grauen wirren
eingezogenen Kopf

nur manchmal

wenn ein Groschen ringelt
in seine Mütze

still und ohne Klang
ein Fünkchen in den Augen züngelt

von spröden Lippen
kommt ein stiller Dank

der Frühling hat ihn retten sollen
doch hat er ihn nicht mehr erlebt

der Tod war stärker als das Wollen
er jetzt irgendwo da draussen schwebt

©ee

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Der Welten Trug‘ ….

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Der Welten Trug‘ ….

Friedlich miteinander leben
Ist Hoffnung die sich nie erfüllt.
Weil, friedlich sich die Hände geben
niemals der Mächt’gen Hunger stillt.

Sie brauchen Streit, sie brauchen Hader,
es ist für sie des Daseins Deutung –
der Krieg ist ihres Denkens Quader
Als Unterdrück- und Weltausbeutung.

Sie tragen um sich weite Kutten
und geben sich gar gottverbrämt –
in Wahr sind sie nur Unheils Nutten,
Für die sich selbst der Teufel schämt.

© ee

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Erntefarben.

 

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Erntefarben.

Des Oktobers Erntefarben
spiel’n mit allen ihren Tönen –
des vollen schweren Kornes Garben
landauf, landab die Flur verschönen.

Der Bäume prächtig‘ Laubeskleider
färben sich in bunten Schlägen –
das Kleingewächs, als großer Neider,
folgt in Versuchen nur, in trägen.

Die Lüft‘ erzittern von den Scharen
der Federn tragend‘ Mitgeschöpfe,
die hier des Sommers glücklich waren –
sie einen jetzt zur Reis‘ die Köpfe.

Aus Keltern fließt der Wein in Strömen
in der Winzer Faß und Keller,
um Genießers Gaumen zu verwöhnen
bis die Tag‘ werd’n wieder heller.

Die Zeit verhält den eilend‘ Schritt –
ein wenig nur, fast unbemerkt,
tragen wir die Muße mit
und werden dadurch neu gestärkt.

©ee

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Herzsehnsucht . . .

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Herzsehnsucht . . .

Mein Herz das möchte Liebe spüren –
es sehnt sich so nach Deiner Nähe,
es möchte Dich ganz sacht berühren –
wenn ich in Deine Augen sehe.

Refrain:

Dein Riechen erzeugt Gänsehaut –
dein Lächeln heiße Wellen . . .
ich hab‘ mich nur noch nicht getraut
es mir richtig vorzustellen

Du siehst nicht die Schmetterlinge –
fühlst nicht mein Seelendurcheinander,
wenn ich durch viele kleine Dinge –
um Dich herum den Tag durchwander.

Refrain:

Du hast nur Augen für’s Papier –
um siebzehn Uhr da machst Du Schluß,
wirfst höchstens mal ganz flüchtig mir –
mit einer Hand ‘nen Abschiedskuß.

Refrain:

Ich muß die Nächte einsam leben –
wenn Du nicht in der Nähe bist,
den Schmetterlingen Honig geben –
weil das die einz‘ge Hoffnung ist.

©ee

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Du grüne Stadt am Meer…

 

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Du grüne Stadt am Meer…

Du grüne Stadt am Meer,
du Stadt der sanden Strände –
wie schmerzt es mich so sehr,
seh’ ich die grauen Wände.

Es drückt die Industriekulisse,
die Abluft macht das Atmen schwer –
was ich hier suche und vermisse
ist weg – und das beschwert mich sehr.

Ich ’miss des Kiebitz helles Rufen,
ich ’miss der Möwen grellen Schrei,
wenn wir saßen auf den Stufen
stets unser Badezeug dabei.

Des alten Hafen klotzig’ Mauer –
nah’ ’bei der Bank des Genius,
heut’ wächst da nur noch Campers Trauer,
mit Erholung ist da lang schon Schluß.

Statt Sandburgen mit bunten Fahnen –
die lustig flatterten im Wind –
rattern ständig Kohlebahnen
und Aschestäube machen blind.

Schlote ragen in den Himmel,
vielhundert Meter tief ins Blau –
was einst Natur war trägt jetzt Schimmel,
was grün war einst ist lange grau.

Was sollen wir den Enkeln sagen
warum all dies abhanden kam?
Denn irgendwann werden sie fragen –
und uns bleibt letztlich nur die Scham.

© ee

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Immer wieder neu …

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Immer wieder neu …

Der alte Tag ist grade gestern –
die Mitternacht noch greifbar nah,
da winken schon des Morgens Schwestern
mit reichlich wirrem Haupteshaar.

Sie fiebern schon dem Licht entgegen,
dass doch lange noch nicht tagesfit –
und zäumen frisch und wildverwegen
die Pferde zum Erkundungsritt.

Sie wollen’s wissen – ohne Frage –
wer Favorit und wer hintan,
damit sie wissen, wer bei Tage
sie schafft – und wer es doch nicht kann.

Wenn dann das Taglicht – außer Puste,
noch barfuss – kommt herangekeucht
dann sagt der Morgen, dass er’s wusste,
als er die Schwestern hat verscheucht.

© ee

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Der Vater aller Dinge ?

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Der Vater aller Dinge ?

Krieg ist der Vater aller Dinge
sagen Menschen mit Sachverstand
sie sehen das Ganze durch goldene Ringe
und bringen Verderben über das Land.

Sie schicken Raketen mit tödlicher Fracht
an blühende fruchtbare Orte
und sagen sie hätten den Frieden gebracht
mit ehrlichem biblischem Worte

Sie sagen sie hätten die Menschen befreit
von Knechtschaft und blutiger Fron
und wären zu selbstloser Hilfe bereit
die Freiheit der anderen wäre ihr Lohn

So bauen sie auf was sie selber zerstört
und füllen damit ihre Kassen
sie tun als ob ihnen die Welt gehört
und wundern sich

wenn ihre Opfer sie hassen

©ee

Getaggt mit