Archiv der Kategorie: im Heute

Frag einen Baum …

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Frag einen Baum …

Frag einen Baum was er alles erlebt
was er gesehen und was er ertragen
seit seine Krone ins Himmelslicht strebt
an unendlich vielen tausenden Tagen.

Seine Seele ist berstens mit Wissen gefüllt
seine Duldsamkeit ähnelt der Weite
mit der Erdens Schöpfer die Sehnsucht umhüllt
die seit ewig die Menschen begleite.

Sein Astwerk umspannt den Kosmos des Werden
sein Wurzelwerk gründet im erdigen Sein
sein Blühen erschafft neues Leben auf Erden
und trägt Vergangenes weit in die Zukunft hinein.

…hinaus in den Garten des Lebens
als suchte ich nochmals den Apfelbaum
den ich suchte immer vergebens
den Apfelbaum mit den verlockenden Früchten…

©ee

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Die entfesselte See.

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Die entfesselte See.

Der Sturm peitscht die rauhe, die tobende See
zerrissene Wolken durcheilen den Himmel –
lang’ schon ich auf der Deichkrone steh’
und wart’ auf den Reiter auf seinem Schimmel.

Nächtens soll er das Land bewachen,
berichtet die Sage aus voriger Zeit –
ich höre lauthals die Meergeister lachen,
wenn sie von ihren Fesseln befreit.

Mit gierigen Mäulern schlagen sie die Dünen,
Stück für Stück bröckelt das Land,
hier wird nichts mehr wachsen – hier wird nichts mehr grünen,
verschwunden der weiße schimmernde Strand.

Das Wasser hat sich sein Erbe geholt
das man ihm mühsam abgerungen –
es hat dem menschlichen Geist den Hintern versohlt,
und dabei sein schauriges Lied gesungen.

Es läßt sich nicht knechten – es läßt sich nicht zähmen,
es bleibt ein freies, ein unbändiges Werk –
es läßt sich in seinen Rechten nur zeitweise lähmen,
der Mensch ist dagegen ein ganz kleiner Zwerg.

©ee

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Sturm . . .

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Sturm . . .

Der Himmel zieht kräftig die Stirne kraus –
der Unmut trübt ihm schier den Blick.
Er schickt den Sturm mit viel Gebraus –
zieht seine schützend’ Hand zurück.

In kahler Bäume Zweiggeäst
streicht er des Windes Töne –
das Meer, es wird im Kopf ganz irr –
schickt seiner Wellen Söhne.

Die gehen mächtig ins Geschirr –
und rollen mit Gedröhne.

Die Wolken fangen an zu weinen –
Tränen schleiern ihr Gesicht,
die Sonne sitzt im All zu greinen –
und geizt mit ihrem Sonnenlicht.

Natur ist in sich reingekrochen –
sie wartet ab in ihrer Hütte,
sie schläft die langen Winterwochen –
bis der Frühling kommt –

mit leisem Schritte.

©ee

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Weisheit.

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Weisheit

Weisheit heißt, sich selbst überwinden,
die Macht des Egos in Vernunft zu binden.
Weisheit ist, über sich selbst zu stehen,
sich des Egos wünsche nicht zugestehen.

Weisheit wird nie Gemeinsinn mimen,
um verborgenen Machtgelüsten zu dienen,
denn Weisheit ist Bescheidenheit
sie formt die Persönlichkeit.

Wo Persönlichkeit aber Habsucht beweist
sind Ego und Machtgier der wahre Geist.
Für Weisheit hat Reichtum wenig Wert,
doch meist wird dies vom Ego begehrt.

© Chr.v.M.

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Eisblumen …

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Eisblumen …

Eisblumen am Fenster, so fragt mich ein Kind –
kannst du mir sagen, was Eisblumen sind?
Ich hab‘ noch niemals Eisblumen geseh’n –
Großmama sagt, sie wären sehr schön.

Eisblumen blühen nur in kalten Stuben –
bei Menschen in Not, für Mädchen und Buben.
Die haben ihre Freude am Glitzern und Flimmern,
das gibt’s aber nicht in geheizten Zimmern.

So wärmen die Engel die Armen von innen –
wer auch mal Eisblumen sieht kann nur gewinnen.
Gewinnen am Reichtum, tief drinnen im Herz –
denn er achtet die Ärmsten, er fühlt ihren Schmerz.

© ee

 

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Die Nacht verliert…

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Die Nacht verliert…

Die Nacht verliert ihre Dunkelheit –
stückweis’ mit ganz kleinen Schritten.
Man spürt, daß sie zum vergeben bereit
und hört sie den Tag leise bitten.

Sie läßt die erwachenden Vögel
leis’ singen
und schickt deren Lied
mit dem Wind in die Welt.

Sag’ – was kann uns schöneres klingen,
als wenn sich ganz sachte das Dunkel erhellt,
als wenn sich behutsam die Sonne aufmacht
und rollt durch den werdenden Morgen?

Rotgolden,
als wenn sie ein Künstler gemacht
verscheucht sie
die wartenden Sorgen.

©ee

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Im Schatten der Weihnachtsmärkte.

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Im Schatten der Weihnachtsmärkte.

Obdachlos und ohne Bleibe
inmitten konsumgeiler Welt –
er möcht’ doch nur ‘ne kleine Scheibe,
von dem was da zur Schau gestellt.

Da ward geschäkert und geschlemmert,
vertilgt so manchen Huhnes Bein –
merkt nicht wie sehr man ist belämmert
in seinem Wohlstands Erdensein.

Man glaubt durch bunter Lichter blinken
würd’ man dem Himmel nahe sein –
sieht nicht des Lebensspieles Zinken,
tappt blindlings ins Verderben rein.

ee2017-12-11

©ee

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Weiße Weihnacht´… ?

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Weiße Weihnacht´… ?

Frau Holle will partout nicht mehr
ihre vielen Betten schütteln,
das Tun wird langsam ihr zu schwer –
da gibt’s nichts dran zu rütteln.

Frau Holle, es ist Winterzeit –
das Weiß läßt auf sich warten,
kein Schnee zu sehen weit und breit,
wann kann das Rodeln starten?

Von mir nicht mehr – so sagt Frau Holle,
von mir gibt es den Schnee nicht mehr –
da koste es auch was es wolle,
es muß wohl jemand anders her.

Vielleicht hat ja Schneewittchen Lust,
die Betten mal zu schütteln,
auch wenn sie kriegt mit Zwergen Frust,
die sie dann nicht mehr könnt’ betütteln.

Rapunzel läßt ihr Haar herunter,
es macht ihr wohl vergnüglich’ Freude,
auch Freier steigen dann ganz munter,
zu ihr rauf, als freche Meute.

Die Betten, die wird sie nicht schütteln,
sie müßt’ schon bei Frau Holle wohnen,
und an der Wolkentüre rütteln –
wer sollte sie dafür belohnen?

Wer kommt denn nur dafür in Frage,
für’s Betten schütteln weit und breit –
wer ist denn dazu in der Lage,
inmitten dieser Winterzeit?

Die Hex’, die bös’ aus Häns‘ und Gretel,
die würd`es liebend gerne tun –
recht wär‘ ihr dabei jedes Mittel
um die Menschen auszubuh’n.

Sie kann’s ja leider auch nicht machen,
denn sie lebet ja nicht nicht mehr,
ihr verging das hämisch’ Lachen,
als sie im Ofen schmort daher.

Dornröschen kann es auch nicht tun,
sie schlief ja beinah‘ hundert Jahre,
im Schloß geruht sie auszuruh’n,
da wär ’s gewiß auch nicht das Wahre.

Rotkäppchen wär’ a wing zu jung,
sie schafft die Betten noch nicht schütteln –
sie hat noch nicht den rechten Schwung,
man muß nun weiter noch ermitteln.

Frau Holl’ – du siehst es ist sehr schwer,
Ersatz für Dich zu finden.
Es fehlt Erfahrung und viel mehr,
kannst nicht dich überwinden?

Noch einmal nur ans Werk zu geh’n,
für weiße Weihnacht‘ wunderschön –
nur dies’ Jahr solltest du’s noch tun,
um im Nächsten dann echt auszuruh’n.

©ee

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Wir wünschen einen schönen  2.  Advent

Ewald Eden und Christin v. Margenburg

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Deutschland, mein Land …

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Deutschland, mein Land …

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Wenn ich, bevor ich des Abends zu Bett gehe, den Tag und sein Berichten noch einmal an meinem inneren Auge vorüberziehen lasse, dann denke ich häufig so in mich hinein: ‚Deutschland, Deutschland … wohin treibst Du – wohin geht es mit Dir – und bekomme dann von mir selber keine Antwort.
Das ist mir sehr oft eine Herzenslast.
Wenn ich denn aber – nachdem ich ein paar Nachtstunden auf dem Rücken stehend zugebracht habe – in der Morgendämmerung noch ein wenig schlaftrunken in den neuen Tag hineinstolpere, dann ist meist die Antwort auf mein Fragen der vergangenen Abendstunden plötzlich präsent.

Deutschland, das ist mein Land – Deutschland mit seiner Sprache und seiner Kultur, das ist das Land meiner Mutter und meines Vaters – Deutschland, das ist das Land meiner Omas und Opas, das Land meiner Tanten und Onkels und Basen und Vettern und wer sonst auch noch dazugehörig ist.
Und so wie ich, so hat jeder Deutsche ja für sich auch Mutter und Vater, hat Omas und Opas und all die anderen in der langen Reihe von Familie und Verwandtschaft.

Deutschland, das ist ein Stückchen Erdengrund mit Wasserkante und Buckellandschaft, mit der Menschen Liebe und auch Zanken, mit Mooren und Heiden und grünen Wäldern, mit einem weiten Himmel und oftmals auch mit schlechtem Denken. Und für alles das, ob es nun gut ist oder niedrig in seinem Sinnen – für all das kann doch das Stückchen Erdengrund Deutschland nicht als Schuldiger herhalten.

Das Stückchen Erdengrund quält doch nicht eines von Millionen von Tieren, sowie es deutsche Wissenschaftler Tag für Tag in unserem Lande tun – das Stückchen Erdengrund betrügt doch nicht die Alten um ihre Ersparnisse und um ihre Renten, so wie deutsche Politiker es seit Generationen und durch alle Zeiten und Systeme, so trefflich ohne Hemmungen dabei zu haben, machen – das Stückchen Erdengrund schickt doch keine Soldaten in Kriege und in den Tod in alle Länder unter dem Himmel, und das bloß, weil die Regierung es für nötig hält und vielleicht anderen Regierungen damit gefügig in den Hintern kriecht – das Stückchen Erdengrund trägt doch keine Schuld daran, dass innerhalb seiner Grenzen in Politik und Wirtschaft viel zu viele Lüger und Betrüger es sich gut, allzu gut gehen lassen können – das Stückchen Erdengrund hat es doch nicht zu verantworten, dass oberhalb seines Grundes so viele, viel zu viele arme Familien ständig ärmer und zu gleicher Zeit die Reichen und die Hintertreiber immer stinkreicher werden. Da kann das Stückchen Erdengrund, welches ich als ‚mein Land’ benenne und betrachte, doch gewiß nichts dafür.

Sieh, und darum kann ich auf mein Land auch nicht wütend und böse mit ihm sein – nur, mit einer Reihe von Menschen in der Gesellschaft über der meinen, mit denen ich dieses Stückchen Erdengrund teile, weil es auch das ihre ist, da kann ich trotz allen guten Willens, dessen ich fähig bin, kein ‚ gut Freund’ mit sein.© ee

Getaggt mit

Engelküsse .

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Engelküsse.

Schnell wie ein Vogel und leicht wie ein Engel
durcheilst Du Deinen Lebensraum
umfliegst des Alltags Rumgequengel
und suchst nach Deinem Lebensbaum

mag manche Streck’ auch Wüste sein
oder des Meeres endlos Weite
irgendwo scheint immer ein Lichtlein fein
zu dem Dich das Schicksal geleite

hast Du dann Deinen Baum gefunden
besetze den Ast der für Dich reserviert
gar bald fühlst du Dich eingebunden
ganz gleich was in der Welt auch passiert.

©ee

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