Archiv der Kategorie: leise Worte

Schutzgewähr …

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Schutzgewähr …

Lass’ mich in deinem Hafen liegen,
sei du um mich und bleib.
Lass’ uns in unsre Träume fliegen,
als wär`n wir Seele nur, nicht Leib.

Lass’ uns im Morgendämmern treiben,
die letzten Sterne unser Licht.
Lass’ Stille unsern Raum beschreiben,
als bräuchte es der Worte nicht.

Bleib du in meinem Hafen liegen,
als Seele nur und nicht als Leib –
um mit mir durch die Zeit zu fliegen,
voll’ Seelennah als Reisetreib.

Lass’ uns des Morgens Dämmern nutzen,
den Übergang von Nacht zum Tag –
im Morgenlicht die Seelen putzen,
fernab von aller Welten Plag.

© ee

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Wenn der Wind sich dreht . . .

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Wenn der Wind sich dreht –

dann trocknen die Tränen
seidig schimmert dein feuchtes Gesicht
man sieht dein Herz nach Liebe sich sehnen
das Auge strahlt in der Hoffnung Licht

Die Hände halten die Momente
der Trauer fest in Ewigkeit
Angst und Sehnsucht uns auch trennte
Liebe eint alles – allezeit

Drum öffne weit der Seele Fenster
laß ein die neue Fröhlichkeit
verscheuch die grauen Neidgespenster
zu neuem Anfang sei bereit

Selbst die größte Trübsal lehrt
behutsam damit umzugeh’n
wenn Trauer sich in Einsicht kehrt
kann man erleichtert weiter geh’n.

© ee

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Ist Leben eines der schönsten …?

Ist Leben eines der schönsten …?

Stresemanngasse zwei

– drittes Hinterhaus

die vierte Treppe rechts
die Stiegen sind steil
und finster sieht’s aus

da wohnen die Hildebrechts

das Klo ist über den Hof
auf halber Etage
da drunter ist des Besitzers
geräumige Automobilgarage
fünf kleine Stuben nennen sie ihr Eigen
sechs Taler im Monat ist die Miete
sieben Kinder bilden den Orgelreigen

im Stillen flucht Vater schon mal
wenn er müd’ von der Arbeit
heimkommt wat Schiete
doch nie ohne Freude
er die Kinder anspricht
sie sind sein Blut
sie sind alle sein Licht

die Mutter – sie steht gebeugt an der Waschbütt
sie schrubbt und sie rubbelt
and’rer Leuts Sachen
für acht Mark
muß sie die ganze Woch’ schaffen

die Großen – sie helfen schon tatkräftig mit
nie hört man ein lautes
oder gar fröhliches Lachen
nie mal ein lustiges kreischen

weint eines der Kleinen mal über Gebühr
weil Zahn oder Bauchweh es zottelt
trommelt es zornig gleich an die Tür
der Alte von drunter
der schon lange vertrottelt

die Neunkopffamilie
muß sehr sich bescheiden
hat zehn Mark
für elf Tag’ zum Leben
da kann es dann höchst selten
mal leiden
ein Stück Fleisch an die Suppe zu geben

alle zwölf Tage geht’s ab in die Wanne
weil dann die Mutter hat waschfrei
mit dem heißen Wasser
der dreizehnten Kanne
kocht Mutter stets Magermilchgrießbrei
die Kinder sie schlecken die Finger sich wund
weil – in der vierzehnten Kelle

liegt ein Stück Zucker im Grund.

© ee

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Zärtlichkeiten…

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Zärtlichkeiten…

Zärtlich ich deine Seele berühre
zärtlich streichel ich deine Seerosenhaut
zärtlich ich meine Lippen führe
und spüre wie dein Herzweh taut
zärtlich ich deine Augen betrachte
zärtlich streift mein Sehnen
deinen lieblichen Mund
zärtlich fühl ich
dein zärtliches sehnen
Zärtlichkeit schließt
unseren ewigen Bund
zärtlich trage ich dich
auf den Händen
zärtlich bette ich dich in mein Herz
meine Zärtlichkeit
sie wird niemals enden
nicht in der Freude
und auch nicht im Schmerz.

© ee

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Halt ein …

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Halt ein …

Bleib einfach stehn auf deinem Wege
flieg’ nicht mehr bunten Träumen nach
bebrüte nicht mehr Scheingelege
werd`einfach mal ganz helle wach

Du siehst dann vieles anders scheinen
als es dir wohl im Fluge dünkt
aus einem Lachen wird oft Weinen
das trübe dann zu Boden sinkt

Aus einer Trauer wächst oft Freude
jungfräulich rein und blütenzart
drum rat ich dir – sei schlau, vergeude
nicht das, was du dir angespart

Schnell ist des Herzens Schatz geplündert
schnell ist der Schätze Truhe leer
so dass du nur noch ganz verwundert
schaust deinen Schätzen hinterher.

©ee

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Einmal nur…

 

Einmal nur…

Einmal nur möcht’ ich neben Dir steh’n
am Ufer des Lebens mit all’ seinen Weiten
ich möchte so gern Dir das Glück dort bereiten
um in das strahlende Tief Deiner Seele zu seh’n.

Einmal noch fühlen Deines Herzens rumoren
mit tastenden Fingern und knallroten Ohren
mit schmeichelnden Lippen meine Liebe Dir flüstern
auch wenn Welt mich für verrückt hielt oder für lüstern

Ich möcht’ Dein mir nah sein genußvoll geniessen
und ließ meine Augen vor Glück überfliessen.

©ee

 

 

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Im Schatten der Weihnachtsmärkte.

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Im Schatten der Weihnachtsmärkte.

Obdachlos und ohne Bleibe
inmitten konsumgeiler Welt –
er möcht’ doch nur ‘ne kleine Scheibe,
von dem was da zur Schau gestellt.

Da ward geschäkert und geschlemmert,
vertilgt so manchen Huhnes Bein –
merkt nicht wie sehr man ist belämmert
in seinem Wohlstands Erdensein.

Man glaubt durch bunter Lichter blinken
würd’ man dem Himmel nahe sein –
sieht nicht des Lebensspieles Zinken,
tappt blindlings ins Verderben rein.

ee2017-12-11

©ee

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Eine Zeit beginnt …

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Eine Zeit beginnt …

Inniges Schweigen füllt leise den Raum,
gefühlte Gedanken verdrängen das Kalt –
die Zeichen der Christnacht umwehen den Baum
im nachtdunkel glitzernden Winterwald.

Auf schneebeladener Zweige Spitzen
blitzt je ein Sternlein wie funkelndes Gold –
und im Glanze sieht man dort bei ihnen sitzen
feenhafte Englein, mit einem Lächeln so hold.

Ein Brausen ertönt plötzlich hoch in der Luft,
Knecht Ruprecht schnalzt mit der Rute –
doch horch nur … ist da nicht noch wer der ruft –
es ist wohl das Christkind, das Gute.

©ee

ewaldeden2016-11-27

 

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Obdachlos . . .

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Obdachlos . . .

Der Staub der Straße hüllt ihn ein
auf seinen langen Wegen
weiß nicht wo wird er abends sein
um zur Ruhe sich zu legen

Die letzte Mahlzeit war recht schmal
die Türen oft verschlossen
bei einem Haus hat man brutal
den Nachttopf über ihn gegossen

Oft beschimpft als arbeitsscheu
als Bettelmann und Berber
das war ihm alles nicht mehr neu
die Gründe war’n viel herber

Als stolzer Mann in seiner Blüte
mit Frau und Kind gesegnet
daß er sie alle wohl behüte
ihnen kein Leid begegnet

Ein Unfall nahm ihm Frau und Kind
die Trauer alles andere
man fragt sich wo die Freunde sind
wer trägt nun wes Gewande

Die Trauerreden waren kurz
das Beileid hielt die Kürze
verweht so schnell wie ‘n warmer Furz
nur der hat viel mehr Würze

So hat er sich denn fortbegeben
in ungewisse Tage
hat nächtens vielerorts gelegen
nur niemandem zur Plage

Nun wird es irgendwann verlaufen
sein Leben still im Sande
keiner wird ihm Blumen kaufen
verscharrt im Niemandslande.

©ee

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Engelküsse .

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Engelküsse.

Schnell wie ein Vogel und leicht wie ein Engel
durcheilst Du Deinen Lebensraum
umfliegst des Alltags Rumgequengel
und suchst nach Deinem Lebensbaum

mag manche Streck’ auch Wüste sein
oder des Meeres endlos Weite
irgendwo scheint immer ein Lichtlein fein
zu dem Dich das Schicksal geleite

hast Du dann Deinen Baum gefunden
besetze den Ast der für Dich reserviert
gar bald fühlst du Dich eingebunden
ganz gleich was in der Welt auch passiert.

©ee

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