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Das etwas andere Buch : Donnerbalken.

Donnerbalken:

das etwas andere Buch.

Sie suchen etwas  BESONDERES ?

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Geistige Literatur für laute Gespräche

auf dem stillen Örtchen

– an denen es manchmal ganz schön rund geht –

zum Anregen, zum Aufregen und zum Zeitvertreib.

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Produktinformation

Spiralbindung: 72 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (25. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3741253189
ISBN-13: 978-3741253188

ein Taschenbuch in Spiralbindung.

für 8,99 Euro

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https://www.amazon.de/Donnerbalken-stille-Örtchen-Ewald-Eden/dp/3741253189/ref=sr_1_15?ie=UTF8&qid=1520235379&sr=8-15&keywords=ewald+eden

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Getaggt mit

Hundeglück.

 

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Hundeglück . . .

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Hundeglück – mag mancher fragen –

was soll’s – was ist das auf der Welt?

Hundeaugen könn’s dir sagen –

auch wenn Hund nur lautlos bellt.

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Auch dein Hund hat eine Seele –

genau wie du – du Menschentier,

wenn er folgt folgsam dem Befehle –

frag dich einmal – was machen wir?

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Die Treue die sie uns beweisen –

erkennst du sie als großes Glück?

Wenn du erschöpft von deinen Reisen –

kehrst zu des Hundes Haus zurück.

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Schenk ihm ein kleines bisschen Wärme –

ein wenig nur – er dankt es dir,

er dankt es ohne viel Gelärme –

drum liebe es – dein Hundetier!

©ee

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Merkel und Ich

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titelumschlag

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Dieses Buch ist ab sofort im Handel erhältlich und auch als * E Book * zu bekommen.

http://www.ebook.de/de/product/18513255/christin_von_margenburg_merkel_und_ich.html

natürlich auch auf Amazon oder direkt über meine Mailadresse :

Wortgarage@yahoo.de
Taschenbuch ” Merkel und Ich ”
ISBN: 3844818839 ,

Paperback, 112 Seiten ,

Preis: 8, 99 EUR incl. Versand innerhalb Deutschland

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Getaggt mit , ,

meine Buchvorstellung :

meine Buchvorstellung :

Die Nachteule

von Herrn Ewald Eden.

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Hardcover

100Seiten

ISBN-13: 9783839114902

Verlag:Books on Demand

Erscheinungsdatum: 01.04.2016

Sprache: Deutsch

https://www.bod.de/buchshop/die-nachteule-ewald-eden-9783839114902

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sein „Paradestück“  und für mich

ein ganz besonders, außergewöhnliches Buch .

 

Getaggt mit

De Nachtuul.

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De Nachtuul.

 

vertellt wat

Ewald Eden

Paperback

224 Seiten

ISBN-13: 9783739228211

Verlag: Books on Demand

 

Sprache: Niederdeutsch

erhältlich als Taschenbuch für 7,99 Euro

oder Ebook   5,49 Euro

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bei :  https://www.bod.de/buchshop/de-nachtuul-ewald-eden-9783739228211

viel Freude beim Lesen !

Getaggt mit

Der Weg nach Hause…

Der Weg nach Hause:

ein neuer Anfang.

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994760974

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Ein Wink des Schicksals bewog Väterchen Wassili eines Tages, die alten Spuren aufzunehmen. Ein, im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen aufgetauchtes, Werbeschild einer friesischen Bierbrauerei im Sankt Petersburger Stadtbild gab den Anstoß dazu. JEVER Fass und JEVER Pilsener leuchtete in großen grünen Buchstaben von einer Hausfassade. Leicht ist es ihm nicht gerade gemacht worden, die fast verwehten Spuren wieder sichtbar zu machen. Aber es ist ihm gelungen. Nach drei eindrucksvollen Besuchen in Deutschland war es dann soweit. Ein ganzes Jahr ist schon verstrichen, seit aus Wassens, einem kleinen Ort in Friesland, die Einladung an Katharina zu einem längeren Aufenthalt gekommen ist. Ein Jahr waren anschließend die Papiere durch die Amtsstuben gelaufen – dabei so manchen Rubel hinter sich lassend. Keine Reise ist umsonst – und im weiten Russland läuft der Amtsschimmel ohne Taler eben noch etwas sehr viel langsamer. © ee

Es gibt Bücher die liest man nicht einfach so um die Sätze schnell wieder zu vergessen . Diese Buch klingt nach und wer so liest wie ich nimmt es nochmals zur Hand blättert die Seiten wieder und wieder um und lässt den Text wirken.

Mein Freund Ewald Eden hat hier sein Meisterstück geschrieben. Lest selber :

zu erhalten bei Amazon : der Weg nach Hause

als Taschenbuch 7.90

als Kindle Edition 3.09

Getaggt mit

„Der Weg nach Hause“

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„ Der Weg nach Hause “

Lagerleben.

Die glitzernden Flächen der sumpfigen Ebene sind an der dahineilenden, ratternden Schlange vorbei gezogen. Wie Inseln in einem großen Meer tauchen vereinzelt kleine Gruppen von Büschen und knorrigen Bäumen auf. Sie bieten den hin- und herwischenden Augen für einen Moment Halt auf ihrer Reise durch die Unendlichkeit.
Ein freundlich dreinblickender, intensiv an einem Pfeifenstummel suckelnder, älterer Mann hat sich zu ihr gesellt.
Wahrscheinlich ist ihm die Sprachlosigkeit als Reisebegleitung nicht genug, denn er hebt nach einer Weile stummen Schauens zu erzählen an.
Zuerst scheint es Kathinkas zusammenhanglos zu sein – gerade so, als wenn er die Seiten in einem Buch sortieren würde. Dann beginnt sein Reden in Sätze zu fließen – in Sätze, die sich auf seltsame Weise in ihre Gedanken einfügen.
Wie es hier wohl sein mag, ohne die Harnische des Winters – geht es Katharina durch den Kopf. Im gleichen Augenblick kommt aus dem Munde des alten Mannes:
„Des Sommers, wenn der eisige Panzer sich nach Norden verzogen hat, sind riesige Bagger dabei, die Sümpfe trockenzulegen – wie urzeitliche Spinnen, die auf hohen Beinen über das Moor schreiten, muten sie an.
Sie dienen der Torfgewinnung für die Kessel der Kraftwerke zur Stromerzeugung. Es ist billige Energie für Westeuropa und Futter für die Geldsäcke.“
Nachdenklich dreinschauend kaut er auf seinem Pfeifenstummel – als wenn dieser die wichtigste Sache der Welt für ihn ist.
Warum erzählt der alte Mann mir das, denkt Katharina. Man kann doch nichts von diesen Ungetümen sehen.
Gerade so, als wären ihre Gedanken laut durch das Kabinett gepoltert, und hätten den Alten in der intensiven Beschäftigung mit seinem Pfeifenstummel gestört, so schrickt er auf und nimmt den Kolben aus dem Mund.
„Ich bin unterwegs nach Kilingi-Nomme“ er spricht wie nach innen gewandt – wie zu sich selbst. Indem er den erloschenen Pfeifenkopf an seinem Stiefelabsatz ausklopft, fährt er mit leicht singendem Tonfall in seinem Erzählen fort.
„Dort – in einem riesigen ………… Depot“ – Katharina fühlt in sich, daß er Lager sagen wollte. Was hat ihn zögern, und Depot sagen lassen?
Mit belegter Stimme fährt er fort: „da überwintern die Geräte und Maschinen. Ich muß alle Woche dorthin und nach dem Rechten sehen, damit mit einsetzen der Schneeschmelze sofort wieder mit der Arbeit begonnen werden kann. Es ist nicht leicht für mich, aber es sichert mir mein Tagesbrot, ab und an ein kleines Schlückchen Wässerchen und ein bißchen Machorka. Obendrein hab ich dadurch ein Dach über dem Kopf – wenn auch ein nicht viel Besseres als in den Lagern – aber es ist ein Dach.“
Ein paar Bauminseln des Schweigens ziehen an den frostbemalten Abteilfenstern vorüber.
Katharina spürt, der alte Mann erwartet keine Antwort von ihr. Er setzt seinen Monolog fort. Gerade so, als wenn er glücklich ist, endlich einen Menschen gefunden zu haben, der ihm einmal zuhört.
„Zweiundachtzig Winter hab ich schon überlebt – in den letzten sechzig Jahren hab ich nach jedem Winter gehofft, es wäre der schlimmste und der härteste in meinem Dasein gewesen – und jedesmal kam es dann noch schlimmer und noch härter. Dabei waren die Winter oftmals noch gnädig – die Sommer in den Sümpfen sind wie das Herz der Hölle. Winters hatten wir wenigstens frisches Wasser die Fülle – aus dem geschmolzenen Schnee. Des Sommers da faulte das kostbare Naß in den Tümpeln und war die Brutstätte für große blutgierige Stechmücken. An den Leben spendenden Fluß durften wir nur alle vierzehn Tage für ein paar Minuten.“

Er fährt mit leicht fahrigen Bewegungen seiner knochigen Hände über seine Joppenärmel, als wenn er die Stechmücken, von denen sie damals gepeinigt wurden, wegwischen wolle. In dieses Wischen hinein laufen, kaum wahrnehmbar, die Worte:
„Dieser Winter ist der dreiundachtzigste.“
Er zieht ein großes, buntkariertes Tuch aus seiner Rocktasche – streicht sich verlegen damit über die Augen, und schneuzt sich, wie zur Entschuldigung, geräuschvoll die Nase. Katharina fragt still in sich hinein, wie lange der freundliche Alte neben ihr wohl noch den dornigen Weg seines Lebens gehen muß

Als die kleine gebeugte Gestalt zu sprechen fortfährt, klingen die Worte wie durch rostigen Stacheldraht gezogen.
Zerrissen, abgehackt, spröde – mühsam sich zusammenfindend, so füllen sie das Dämmerlicht des Kabinetts.
„Sechzig davon war ich in diesem Lager. Fünfzig Jahre durfte ich nicht – und nun kann ich nicht mehr fort.“

Katharina merkt, wie dem alten Mann ihr gegenüber die Stimme versagt.
Sie schweigt in den dunkler werdenden Tag. Der Alte nestelt aus seinem Rückensack einen verwitterten Tabaksbeutel hervor. Er greift mit der Hand hinein stopft mit dem Krüllschnitt, den er zwischen seinen Fingerspitzen hält, umständlich den Kopf am Ende des Pfeifenstummels.
Ein Zündholz flammt auf und ein paar kräftige Rauchwolken wirbeln um seinen Kopf, als wenn sie ihn in sich verstecken wollten.

„1941 – nach der Befreiung des Baltikums durch die Deutschen – da wurden wir von der Deutschen Wehrmacht als Russenfreunde in Kilingi-Nomme brutal zusammen getrieben – zusammengepfercht in einem Drahtverhau. Ein Dach über dem Kopf, Unterkünfte, mussten wir uns selber erst schaffen – solange lagerten wir unter dem freiem Himmel – auf der sumpfigen Erde.“

Irgendetwas ist in dem alten Mann gelöst worden. Katharina traut sich nicht, auch nur einen Satz dazwischen zu stellen. Sie ahnt, dass sie damit etwas zerstören würde, das nur im schweigenden Zuhören entstehen kann.

„In den ersten Wochen ist damals über die Hälfte von uns an Gelbfieber gestorben. Es sei die natürliche Auslese – sagte der Lagerarzt, der uns in seiner piekfeinen schwarzen Uniform mit den glänzenden Totenköpfen auf den Rockaufschlägen, einmal die Woche besuchte.“
Das Sprechen fällt dem alten Mann sichtlich schwer. Katharina sieht es am sich Heben und Senken der eingefallenen Brust unter der unförmigen Jacke.
„Wenn das graue Auto mit dem Stern auf der Kühlerhaube ins Lager fuhr, dann mußten die Wege mit weißem Sand bestreut daliegen. Jeder Schlammspritzer an den blankpolierten Schaftstiefeln des Doktors bedeutete für einen willfährig ausgesuchten Häftling einen Peitschenhieb auf das entblößte Gesäß.
Er hat es sichtlich genossen, der Herr Doktor.“

Katharina spürt, wie dem Alten im sich Erinnern das Grauen über die Augen läuft.

Die Dunkelheit hat fast völlig vom Tag Besitz ergriffen – nur im Pfeifenkopf glüht es rötlich, wenn der Alte an dem brennenden Knaster zieht.
„Nach kurzer Zeit haben wir selber an die Mär von der natürlichen Auslese geglaubt – Nur das Überleben war wichtig. Überleben war alles. Dieser eine übermächtige Gedanke hat uns das Leben draußen vergessen lassen. Wir kamen uns nicht mehr wie eingesperrt vor – Ausgesperrte waren wir. Ausgesperrt aus dem Leben – lebendig begraben.
Aber warum nur? Wir hatten doch keine Verbrechen begangen … und ewig konnte dieser Spuk doch nicht dauern – dachten wir.“
Eine lange Pause läßt seinen Worten Zeit, um ihren Platz in der Gegenwart zu finden – bis ihnen ein kaum wahrnehmbares

„ hofften wir “ folgt.© ee

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zu finden auch in Unserer Schriebwerkstatt :

Schreibwerkstatt

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In der Sonne frieren .

In der Sonne frieren:

Erinnerungen eines Jungen

01. September 1939 – wie tönte es durch Wald & Flur …

und nicht für deutsche Ohren nur?
„Ab 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen …“

und wer weiß schon wieviel Blut geflossen …

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Deutschland hat ein Stück Geschichte hinter sich, dass trotz aller Bemühungen es zu polieren, keinen rechten Glanz bekommt. Ich denke, man mag es nicht her zeigen – wie ein unansehnliches Besteck, das nur im engeren Alltagsgebrauch auf dem Tisch erscheint. Auf meinem Weg durch die Zeit bewegt mich immer wieder aufs Neue die Leere im Innern vieler Menschen, denen ich begegne. Sei es, dass sie noch den Schwamm in der Hand halten, mit dem sie die Bilder fort gewischt haben – sei es, dass sie auf einen unbefleckten Bogen Papier sehen, auf den niemand geschrieben hat. Wer von den dabei gewesenen seinen „Ich weiß es noch“ Tresor ausgeräumt hat, mag sein Alter genießen und dieses Buch beiseite legen. Wer in seinem Wissen über diesen Abschnitt Vergangenheit Lücken sieht, dem empfehle ich weiterzulesen. Meine Erinnerungen an Erzähltes und Erlebtes mögen manchem vielleicht helfen, diese Lücken zu schließen.

Ich danke allen, die in ihrem Reden mit mir, zu diesem Buch beigetragen haben – besonders denen, die eigenes Fehlverhalten als solches erkannt – und darüber nicht geschwiegen haben. ©ee

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In der Sonne frieren.

Kindle Edition 3,09 Euro

Taschenbuch 6,89 Euro

  • ISBN-10: 1491031743
  • ISBN-13: 978-1491031742

zu kaufen bei :

Amazon

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Getaggt mit ,

„Strahlende Welten“

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„Strahlende Welten“ 

„Sie haben Krebs“ – diese drei Worte hätte er doch gleich an den Anfang seiner Rede stellen können, dann hätte er sich und mir das andere salbungsvolle Geschwafel erspart, und wir wären schnell damit durch gewesen. Später hat er mir einmal gesagt, dass er sich nicht getraut habe, es auf die direkte Art hinter sich zu bringen, und dass im Nebenzimmer ein Psychologenkollege für alle Fälle bereit war mich aufzufangen, wenn ich durch die „Offenbarung“ der Diagnose in ein seelisches Loch gestürzt wäre.

Rätsel hätte ich ihm aufgegeben, als ich angesichts seiner Eröffnung völlig anders reagiert habe, als wie es in der Regel geschehe, wenn er einem Patienten mitteilen müsse, dass seine Lebenszeit sichtbar begrenzt sei.

Ich dagegen hätte die Mitteilung aufgenommen, als wenn er mir gesagt habe, daß nach der zehn die Zahl elf komme und daß dies ja nichts Neues für mich wäre.

Nachdem anschließend noch alle Zähne aus Ober- und Unterkiefer entfernt worden waren, weil mein neuer Untermieter, der Herr Krebs“, in den Kieferknochen kräftig mit den Modalitäten seines Einzuges beschäftigt war, wurde ich nach Hause entlassen. In die guten Hände der Menschen um mich herum, wie man mir sagte. Bloß, was wußte ich, was mich erwarten würde in diesen guten Händen, von denen ich ja noch so gut wie keine kannte.

Nun stand ich da in meinem kurzen Hemd und benötigte plötzlich etwas, was ich über Jahrzehnte nicht gehabt hatte – ich brauchte einen praktischen Hausarzt. Es sollte möglichst ein Hausarzt sein, der mir alle Wege die ich gehen sollte aufzeigte, und sie ein wenig für mich ebnete. Einen Hausarzt als Hilfe bei allem Papierkram der notwendigerweise anfallen würde, und der auch mal Haltstop sagen könnte, wenn es die Spezialkollegen mittels der Maschinenmedizin ein wenig übertreiben würden.

Was so in den nächsten Tagen und Wochen um mich herum ablief, das lief wie von selber. Ich stand wahrhaft abseits des Geschehens. Ich war ein Zuschauer, als wenn ich gar nicht zu dem Spiel dazugehörte.

Mit Skalpell und Schneiderei war dem Gast in meinem Körper ja nun nicht beizukommen. Das hatte man mir ja klipp und klar verklickert. Nun sollte ihm bei uns in der Stadt im hiesigen Krankenhaus mittels einer Strahlentherapie auf den Pelz gerückt werden. Mit dem Beschuß aus der großen Kanone sollte ihm ein heißer Hintern beschert werden. Ein Generalangriff sollte es werden – von aussen mit Strahlen und von innen mit Chemie. Das war die Strategie. So wollten sie es machen.

Fein säuberlich zu Papier gebracht, bekam ich zum Begreifen mittels Selbststudium den geplanten Ablauf mit nach Hause.

Neununddreißig mal wollte man mich in der Radiologie durch das Zentrum von Hiroshima schicken. Begleitend dazu vorerst sechs mal in der Onkologie innerlich chemisch reinigen.

Ich ließ die gesamte Mannschaft in ihrem Tun gewähren und ließ ihre fleißigen Hände machen. Ich stand ja ausserhalb dieses Kreises, und schaute mir das Werk als Unbeteiligter an.

Flinke Hände vermaßen mich von innen und aussen. Bleiernes Rüstzeug wurde mir angemessen. Praktisch alles, was sich in Zahlen und Werten ausdrücken ließ, wurde mit mir angestellt

Das „ausserhalb dieses Kreises stehen“ konnte ich solange tun, bis ich am eigenen Leibe zu spüren bekam, daß ich der Mittelpunkt des Wirbels um mich herum war. Zu dem Zeitpunkt, als ich begriff, daß ich mitten in dem Karussell saß, bin ich in das Ruderhaus an Deck übergewechselt um dort am Rohr mitzudrehen. Ich wollte doch unmittelbar erkennen wohin mein Schiff trieb, und als Kapitän an Bord zumindest versuchen den Kurs zu halten. Ich wollte nicht, daß mein Kahn – mein Lebensschiff – durch einen falschen Dreh am Ruder, durch einen der Decksleute aus der Mannschaft, unversehens auf einer Untiefe landete und letztendlich als Wrack dort liegenblieb.

Ich wußte in meinem Inneren, daß über mir einer war, der das Fahrwasser für mein Schiff freihalten würde. Freihalten bis in den Hafen, in dem ich am Ende für ewig den Anker fallen lassen konnte.

Ich wußte aber auch, daß ich nun zuerst durch ein wildes Wasser lavieren mußte, hinter dem dann die ruhige See lag.

Die rauhe See habe ich in der direkten Folge auch voll mitbekommen. Neununddreißig mal lag ich unter der Sonne von Tschernobyl zu braten. Ich habe mir in den Tagen immer wieder gesagt, dass ich es mir ja noch aussuchen könne, ob und wo ich diese Strahlenkuren zubringen wolle. Die Menschen in den mit einer solchen Sonne beglückten Landstrichen hatten dagegen keine Wahl, und auch nicht die geringste Chance gehabt. Sogleich fühlte ich mich jedesmal wieder auf der Seite der vom Schicksal begünstigten Geschöpfe.

Bevor es nun das erste mal mit der heißen Sonne im Strahlenbunker losging, stand zuvorderst das große chemische Reinemachen an. Das hieß, sich alle zwei Wochen ein paar Stunden lang inmitten eines Kreises von ebenfalls an Krebs erkrankten Patienten die Inhalte etlicher Flaschen mit chemischen Substanzen in die Blutbahnen träufeln zu lassen.

Auf eine Art kam es mir vor, als wenn ich für die Nachwelt konserviert werden sollte. So wie es in Rottmanns Preßspanwerk bei uns am Kanal zu meiner jungen Zeit mittels Formaldehyd bei den Spanplatten gemacht wurde.

Ich sah vor meinem inneren Auge schon die Zahlenreihe auf meiner Stirn, an der jederman ablesen konnte, für wie lange ich noch zu geniessen sei. Mein Verfallsdatum sozusagen.

Diese Vorstellung hat mir, trotz der bedrückenden Atmosphäre um mich herum, zumindest noch ein Schmunzeln entlockt. Obwohl es in diesem Kreise gewiß keinen guten Grund zum Lachen gab.

Das lag aber vermutlich nicht an den Menschen, die sich dort tagein, tagaus um das Wohlbefinden der Patienten sorgten. Oder sollte ich es zutreffender als ihr sich tägliches kümmern um das „Unwohlsein“ der Erkrankten benennen?

Es war wohl eher deshalb so, weil das Lachen sich da nicht richtig zuhause fühlte.

Nach dem ersten mal tröpfeln weiß ich gar nicht einmal mehr, wie ich es nach Hause hin geschafft habe. Ich weiß nur, dass ich in den nächsten Tagen daheim ein Rennen in der Art mitgemacht habe, wie ich es in meinem Leben bis dahin noch nicht erlebt hatte. Ich kam mir vor wie in der Fabel von der Wettläuferei zwischen dem Hasen und dem Igel. Es war ein Dauerlauf zwischen Kotz- und Kloschüssel – nur, daß ich jetzt Hase und Igel in einer Person war.

Pillen, Medikamente, Arzneimittel hatte ich eine Menge verordnet bekommen. Dreizehn verschiedene Sorten – über den Tag verteilt einzunehmen – zählte ich, als ich die Schachteln, daheim am Küchentisch sitzend, zu sortieren begann. Dreizehn verschieden bunte Produkte aus den diversen Giftküchen der Pharma-Industrie. Nach dem dritten Beipackzettel habe ich entnervt aufgehört diese zu lesen, obwohl ich mit der Aufnahme geschriebener Informationen allgemein keine Schwierigkeiten habe – DAS war mir einfach zu einfältig, was mir da an unsäglichen Unwägbarkeiten von Seiten der am menschlichen Leid groß verdienenden Konzerne um die Ohren geschlagen wurde. Warum sollte ich Pillen gegen die Nebenwirkungen und Folgen der Einnahme von Pillen einnehmen, und deren Nebenwirkungen und Folgen dann ebenfalls mit weiteren Pillen bekämpfen? Das versprach dann ja irgendwie kein Ende. Oder mein Ende.

So wie sich die Preise für die Arzneimittel in teils astronomischen Höhen bewegten, so empfand ich in diesem Augenblick auch die Herstellung und den Vertrieb als eine für die Pharmakonzerne staatlich sanktionierte Lizenz zum Gelddrucken. Diese Art von Vergehen am Volke konnte und wollte ich nicht auch noch unterstützen.

Eingenommen habe ich letztendlich keine einzige Pille. Ich habe den Inhalt der Tüte voller augenverführerischer Pharmazie beim nächsten Termin auf den Schreibtisch der mich begleitenden Onkologin entleert, und ihr meinen Entschluß der Nichteinnahme kundgetan. Sie hat mir darauf nichts erwidert – sie hat mich bloß angeschaut. Selbst als ich ihr sagte, dass ich auch die Chemotherapie absetzen würde, weil ich die Rennerei zwischen Klosett und Spuckeimer nicht wolle, hat sie mich nur mit ihren klugen Augen angesehen, als wenn ich von weither, von einem fremden Stern gekommen wäre.

Ich habe dann die chemische innere Reinigung tatsächlich beendet, und bin danach nur jeden Tag in den Sonnenscheinkeller gegangen, um ein Ahnen von Tschernobyl zu geniessen. Ich habe es nachher wirklich als ein Stück Erholung betrachtet, da jeden Tag die vorgegebene Dauer unter dem Kellergrill zu liegen.

Mir ist nämlich in den Wochen etwas zuteil geworden, wofür andere Menschen sich jahre- manchmal lebenslang drum mühen und quälen müssen. Mein Körpergewicht hat sich um das halbe Wiegen reduziert. In acht Wochen war es von 145 Kilogramm auf 72,5 Kilogramm reduziert worden. Einfach so und ohne irgendwelche teure Essbremse als Abspeckhilfe. Dabei gab es auch kein rauf und runter und keine schlechte Laune, die einem das Leben zur Hölle werden lassen kann, weil die Menschen um einen herum, die Familie, das ständige auf und ab nicht mehr ertragen können.

Die Frau Doktor, die ich damals gefunden habe (ich habe oftmals bei mir gedacht, sie sei mir vom Schöpfer zugewiesen worden) hat mir ohne Zweifel enorm dabei geholfen. Ohne ihr ‚mir zur Seite gestanden‘, bin ich mir nicht sicher, ob ich diesen Text jetzt noch würde formulieren können.

Jeden Tag hat sie über einen langen Zeitraum dafür gesorgt, dass mein geschwächter Körper nicht austrocknete. Jeden Tag führte sie mir mittels einer Kanüle über die Armvenen zwei Stunden lang neutrale Flüssigkeit zu, weil ich nicht in der Lage war eigenständig ausreichend zu trinken. Jeden Tag habe ich zwei Stunden in einem ihrer Behandlungsräume geschlummert wie in Abrahams Schoß.

Von meiner Krankenkasse vergütet bekommen hat sie ihr Mühen nicht. Von den dreißg €uro, die für sie für jedes Quartal Behandlung von der Kasse als Pauschale herübergeschoben wurden, konnte sie wahrlich keine großen Sprünge veranstalten.

Ich habe Frauke K. – die in der Zeit meine behandelnde Doktorin war – denn auch einmal gefragt, warum sie das alles mit mir anstellen würde. Sie hat mich bloß von unten herauf angeschaut, als sie mir antwortete: „Weil ich Ärztin bin, und weil das Helfen mein Beruf ist. Und wegen dem anderen, was sie da angesprochen haben, da machen sie sich man keine Sorgen. Ich verhungere schon nicht.“

Das hat sie mir gesagt, bevor ich denn wieder zwei Stunden in einer ihrer stillen Kammern in mein anders gewordenes Leben hineinschlafen durfte. Ihre Praxis hat sie bedauerlicherweise kurze Zeit später aus wirtschaftlichen Gründen trotzdem aufgeben müssen. Der Zwang der Ökonomie oder die Unfähigkeit und das Versagen der Politiker in unserer Gesellschaft war die Ursache.

Politischer Schwachsinn, gepaart mit menschlicher Böswilligkeit, hatte wieder einmal einen Sieg davongetragen.©ee

Ewald Eden.

Ein kurzer Auszug aus deinem Buch :

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Diagnose KREBS – und ein anderer Umgang damit ….

mehr Wahrheit geht nicht.

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Taschenbuch: 104 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (25. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3739235667
ISBN-13: 978-3739235660

Kindle edition 3,49 Euro
Taschenbuch 4,99 Euro

Die Nachteule

 

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In der Sonne frieren: Erinnerungen eines Jungen

In der Sonne frieren: Erinnerungen eines Jungen

01. September 1939 – wie tönte es durch Wald & Flur …

und nicht für deutsche Ohren nur?
„Ab 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen …“

und wer weiß schon wieviel Blut geflossen …

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Deutschland hat ein Stück Geschichte hinter sich, dass trotz aller Bemühungen es zu polieren, keinen rechten Glanz bekommt. Ich denke, man mag es nicht her zeigen – wie ein unansehnliches Besteck, das nur im engeren Alltagsgebrauch auf dem Tisch erscheint. Auf meinem Weg durch die Zeit bewegt mich immer wieder aufs Neue die Leere im Innern vieler Menschen, denen ich begegne. Sei es, dass sie noch den Schwamm in der Hand halten, mit dem sie die Bilder fort gewischt haben – sei es, dass sie auf einen unbefleckten Bogen Papier sehen, auf den niemand geschrieben hat. Wer von den dabei gewesenen seinen „Ich weiß es noch“ Tresor ausgeräumt hat, mag sein Alter genießen und dieses Buch beiseite legen. Wer in seinem Wissen über diesen Abschnitt Vergangenheit Lücken sieht, dem empfehle ich weiterzulesen. Meine Erinnerungen an Erzähltes und Erlebtes mögen manchem vielleicht helfen, diese Lücken zu schließen.

Ich danke allen, die in ihrem Reden mit mir, zu diesem Buch beigetragen haben – besonders denen, die eigenes Fehlverhalten als solches erkannt – und darüber nicht geschwiegen haben. ©ee

 

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In der Sonne frieren.

Kindle Edition  3,09 Euro

Taschenbuch    6,89 Euro

  • ISBN-10: 1491031743
  • ISBN-13: 978-1491031742

Amazon

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Jugend
die nirgendwo gelandet
Jugend
die einfach irgendwo gestrandet

Jugend
die keine Hoffnung mehr hat
Jugend
die einfach verkommt

gestürzt und gestoßen
von ihrer Zukunft schmalstem Grat
was ist das Begehren
der mächtigen Macher
da in den protzend Palästen
warum tun sie Jugend
die Chancen verwehren

oder hoffen sie
auf den ganz großen Kracher
und woll’n wieder
eine Kultfigur mästen
so wie sie’s schon einmal
passabel vollzogen
vor gar nicht so langen Zeiten

als sie das hungernde Volk betrogen
und ließen es
in den Untergang gleiten.

©ee

Getaggt mit ,

Buchvorstellung : För Liev & Seel‘

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För Liev & Seel‘ / Für Leib & Seele:

Een Koakbook / Ein Kochbuch

(De Nachtuul / Die Nachteule)

Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (11. August 2017)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3744893731
ISBN-13: 978-3744893732

Größe und/oder Gewicht: 19 x 1,2 x 27 cm

gebundene Ausgabe : 36,99 Euro

Gedichte und Gerichte bunt gemixt mal up Platt und auf Hochdeutsch .

Ostfriesische Gerichte, Gedichte und Geschichten – mal up platt – mal auf Hochdeutsch. Die leckeren Rezepte wurden eingehend durch den Autor geprüft, für sehr gut befunden und mit großem Appetit verspeist. Doch nicht nur die Rezepte, sondern auch die Geschichten und Gedichte des Autors sorgen für Wohlbefinden. Ein Buch eben för Liev & Seel.

Reinschauen, nachkochen und die Seele baumeln lassen!

 

https://www.amazon.de/F%C3%B6r-Liev-Seel-Leib-Seele/dp/3744893731/ref=sr_1_11?s=books&ie=UTF8&qid=1502860740&sr=1-11

Getaggt mit