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Schafe …

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Schafe …

Schafe, hörte ich jemand sagen
Schafe, die sind mein Leben
es drängte mich einfach mal nachzufragen
was Schafe dem Menschen eigentlich geben

so tat ich es fröhlich und unbefangen
ließ meiner Neugier ungehemmt Lauf
bin direktemang zum Hof Herten gegangen
und dort erzählte man es mir zuhauf

als erstes nahm ich Sprachunterricht
in schafisch und lämmisch
denn so was ist Pflicht
will man die Schafe verstehen

ich sah ihnen allen ins schöne Gesicht
und fühlte Natur um mich wehen
dann durfte ich kosten
dann durft’ ich probieren

ich musste mich überhaupt nicht genieren
fand Käse um Käschen in vielerlei Sorten
fand Wurst und geräuchertes Fleisch auf den Borten
fand Joghurt und Quark und Rahm ganz frischen

hörte den Braten im heißen Fett zischen
als ich vom schlemmen bis obenhin voll
konnte ich ruhen auf Schaffell ganz toll
und um meinen Geist zu beflügeln

dann gab es noch herrlichen Wein
aus Reben
von südlichen Hügeln
hier kehr ich stets wieder ein.

©ee

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Sch…wetter

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Sch…wetter

Der Himmel hat seine Fenster verhangen
mit grauem Plüsch oder sonst irgendwas
läßt Regen rinnen in dünnen Stangen
die Luft hat schon Schnupfen
so kaltfeucht und tropfend naß

die Sonne ist in die Kur gefahren
sie hat hier vom Wetter die Nase wohl voll
im Süden die Menschen
mit den lockigen Haaren
die finden den sonnigen Kurbesuch toll

nur uns hier fragt keiner
was wir davon meinen
wir sind in der Planung einfach nicht drin
dabei hätt’ sie hier doch viel mehr zu bescheinen
hier hätte es auch einen tieferen Sinn

hier würden Seelen von Trübsal befreit
hier würden die Menschen jubeln vor Glück
hier wären Triebe zum treiben bereit
und niemand wollt’ mehr

nach irgendwo zurück.

© ee 

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Abend auf See. . . .

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Abend auf See. . . .

Ich steh’ an Deck – schau in die Ferne
zur Sonne tief an Wassers Rand
am Himmel blinken sanfte Sterne
schwimmen im roten Nebelbrand

Die Mitternacht ist greifbar nah
des Nordlands Nächte sind wie Träume
das Feuer bleibt, ist ständig da
der Wellen Kämme rosa Schäume

Die Luft – sie ist wie angefüllt
die Stunden gehen still vorüber
ich such’ was meine Sehnsucht stillt
ich bin gebannt – steh’ wie im Fieber

Ich kann den Platz hier nicht verlassen
ich fühl’ die Stille – kann sie fassen
ein Jemand nimmt die Freiheit sich
er steht nur da – doch stört er mich

Seine Gedanken sind zu laut
ich höre wie er um sich schaut
ich spür’ – er kann sie nicht begreifen
die Zeichen – die den Himmel streifen.

© ee 

 

 

Für dich da du wie ich erdbraune Töne liebst . Danke Christin

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Ostfriesentee …

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Ostfriesentee …

Was treibt des Morgens Triebigkeit
was hellt des Tages helle Runden
was krönt des Abends stille Stunden
doch nur des Tees Ergiebigkeit

Gewachsen in exotisch Landen
geerntet von geübter Hand
geprüft von exzellent Probanden
bis die Mischung jeden Test bestand

In Emden gibt es diese Tester
Teetesten das ist Passion
herauskommt immer Thieles Bester
das ist hier fast schon Religion

Ostfriesentee erweckt die Geister
wenn sein Cüvee das Köpke füllt
das Wohlgefühl es schlägt Koppeister
wenn erst der Teedurst ist gestillt

Das Weiß des Rooms auf braunem Sud
des Kluntjes knisternd süße Brocken
tut Menschbegehr noch mehr als gut
und hört nicht auf mich zu verlocken.

© ee

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Im Schatten der Weihnachtsmärkte.

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Im Schatten der Weihnachtsmärkte.

Obdachlos und ohne Bleibe
inmitten konsumgeiler Welt –
er möcht’ doch nur ‘ne kleine Scheibe,
von dem was da zur Schau gestellt.

Da ward geschäkert und geschlemmert,
vertilgt so manchen Huhnes Bein –
merkt nicht wie sehr man ist belämmert
in seinem Wohlstands Erdensein.

Man glaubt durch bunter Lichter blinken
würd’ man dem Himmel nahe sein –
sieht nicht des Lebensspieles Zinken,
tappt blindlings ins Verderben rein.

ee2017-12-11

©ee

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Was ist los mit diesem Morgen ?

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Was ist los mit diesem Morgen ?

Träge tröpfeln die Minuten
Nacht will Heut’ partout nicht enden
sonst sagt Zeit ich muß mich sputen
kann oft nicht mal den Satz vollenden
irgendetwas lähmt den Gang
wie Sandkorn im Getriebe
selbst des Turmes Glockenklang
klingt wie lustlos’ Tongeschiebe
was ist nur los mit diesem Morgen
warum fasst er so zögernd Tritt
kann mir doch keinen anderen borgen
da spielt denn doch der Tag nicht mit
so bleibt in mir die quälend Frage
auf die ich keine Antwort find’
und die ich durch die Stunden trage
wie eine Mutter ihr behindert Kind.

© ee

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Der Strandläufer …

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Der Strandläufer …

Flüchtige Spuren im fließenden Sand
die Wellen umspielen die Füße
in morgendlich Kühle am endlosen Strand
suche ich der Vergänglichkeit Grüße

auf den Weiten der See verlorene Fracht
von Schiffen die längst in der Zeit versunken
von harten Männern an Bord einst verstaut
die irgendwo da draußen ertrunken

ich find’ Reste von zersplitterten Masten
die vor Zeiten stolze Segel getragen
und verrottete Planken von manch altem Kasten
mit bräunlichem Eisen und Kupfer beschlagen

jedes Teil davon erzählt mir Geschichten
von krachendem Sturm und dräuender Not
jedes Einzelne kann mir von Kämpfen berichten
deren Ende stets war der einsame Tod.

© ee

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Traumwelt.

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Traumwelt.

Die Luft bewegt sich in zitternden Wellen
kein Wölkchen am Himmel – im Lichte dem Grellen
die Sonne beherrscht das Firmament
kein Strich mehr Himmel und Erde trennt

alles ist fließender Übergang
ob weite Strände – ob steiler Hang
das Rauschen der Brandung vereint sich im Wind
mit Tönen die aus der Ferne sind

die Laute der sich wiegenden Bäume
erwecken im Kopfe die herrlichsten Träume
die Natur – sie spielt ein großes Konzert
niemand die fleißigen Spieler stört

so erhofft man sich den Zustand der Welt
bis man dann aus dem Traume fällt…

© ee

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Prisen.

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Prisen.

Wassertäler – Wellenberge
im Mondlicht blinkt der weiße Sand
auf Wogenkämmen tanzen Zwerge
Gott Neptun liegt am hellen Strand

Es irren die Lichter in den Klippen
so manches Schiff vom Kurs abkam
der Wind hat Lieder auf den Lippen
da strandete so mancher Prahm

Zerschlagen an der Felsenküste
liegt Schiff auf Schiffsleib Jahre schon
wenn man nicht um das Irrlicht wüßte
man hielte es für Teufels Lohn

Denn wie des Sensenmanns Gerippe
leuchten gebleichte Spanten – weiß
es scheint wie eine große Sippe
entsprungen aus der Hölle heiß

Den Menschen in dem Küstenstreifen
ist jede Prise lieb und wert
alles was sie sich ergreifen
auf jetzt und immer ihnen gehört

Das wohl auch in fernen Welten
manch’ Träne manches Auge feuchtet
mag Recht auch noch so rechtens gelten
an diesem Strand das Irrlicht leuchtet.

© ee

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Mooraugen blinzeln.

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Mooraugen blinzeln.

Ein Knüppeldamm liegt längs an braunen Kolken.
Geht man diesen alten Weg
sieht man in den Wasserspiegeln Wolken.
Sie begleiten allezeit schon diesen Steg.

Wenn ich die Augen schließ’ – an früher denke
und die Erinnerung mich warm umspielt,
die Gedanken sacht’ nach damals lenke,
als hätt’ ich anderes noch nie gefühlt.

Des Moores Schwanken mit dem Fuß zu spüren –
das Zittern in den Gräsern seh’n,
man wagt es nicht die Stimmung anzurühren
und möchte ewig hier im Moore steh’n.

©ee

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