Schlagwort-Archive: Humor

Die Stecknadel . .

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Die Stecknadel . . .

Die Stecknadel – dies kleine Ding
hat riesengroße Kräfte
ob sie nun steckt im Hosenring
oder in Ärmels Schäfte

Unscheinbar kommt sie daher
ohn’ Schmuck und viel Geplunder
ihr fehlt sogar das Nadelöhr
sie ist ein kleines Wunder

Doch wenn sie sich entschlossen hat
mal richtig aufzutrumpfen
dann gibt es Schmerzensschreie satt
aus stichgequälten Rumpfen

Ist sie vergnügt dann sticht sie nur
mit klitzekleinen Spitzen
doch ist sie schlechte Laune pur
kann sie sich schon erhitzen

Es bremst sie nur ihr schlauer Kopf
im Eifer des Gefechtes
daran erkennt der kluge Schopf
sie ist weiblichen Geschlechtes.

© ee

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Bauernschicksal . . .

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Bauernschicksal . . .

Der Morgen kriecht aus seinen Federn
aus wolkenweißer, schwarzer Nacht
die Vögel zwitschern in den Zedern
der Bauer sich ’nen Kaffee macht.

Er reckt die nachtesmüden Glieder
zählt ob noch alle Knochen da
es kam schon vor das hin und wieder
ein Teil morgens nicht am Platze war.

Steigt in die Hose – schnürt den Riemen
ein kleiner Korn die Stimmung hebt
schiebt einen Priem sich in die Kiemen
und spürt am Safte daß er lebt.

Der Pumpenschwengel macht ’nen Bogen
das Wasser klatscht ihm ins Gesicht
die Hose nochmal hochgezogen
dann geht es los – es ruft die Pflicht.

Die Klumpen klappern auf dem Pflaster
die Nase tropft – er schneuzt sich recht
sein einzig klitzekleines Laster
er fürchtet sich vorm Weibsgeschlecht.

So ist das Dorfgasthaus zur Linde
sein Mittagstisch – sein Abendbrot
so lange bis sich etwas finde
was ihm dann hilft aus Fleischesnot.

Im Dorf kenn’n alle das Bedrängnis
ein jeder sinnt – gut wie er kann
von ferne naht schon das Verhängnis
und schleicht sich ans Vermögen ran.

Der Pastor der kennt Meyers Ute
im Nachbarsprengel wohl zu Haus
sie schielt ’n bißchen – diese Gute
doch das gleicht leicht ihr Umfang aus.

Der Krööger hat ’ne ferne Base
die hat ’nen Buckel ohne Sinn
doch dafür ziert ’ne Riesennase
ihr leicht verrutschtes Doppelkinn.

Viehhändler Ochs denkt in Familie
denn das bringt wohl allein was ein
zu Haus hockt Töchterchen Ottilie
vom Anblick mehr ein rosa Schwein.

Wär da noch Landvermesser Zollstock
mit Kinderreichtum sehr verwöhnt
der gern mit Tischlermeister Holzbock
einem guten Tröpfchen frönt.

Es sollt bis dato nicht gelingen
und strengt er sich auch noch so an
sieben Mädchen an den Mann zu bringen
preist eine unserm Bauern an.

Der kann sich nicht so recht entscheiden
Er fürchtet um sein Seelenheil
alle mögen sein Geld wohl leiden
doch keine kommt auf Amors Pfeil.

So schweift er lieber in die Ferne
mit streng begrenztem Deckungsgeld
und findet er ’ne rot Laterne
dann ist sein Acker schnell bestellt.

© ee

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Trübe wars…

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Trübe wars…

Trübe wars
die Tasse kochte
als es an der Türe pochte

es war der Stimme anzuspüren
die da drang durch alle Wände
sie wollte einen Tanz aufführen
denn so pochten Ordnungshände.

Drinnen waltet gerade
die züchtige Hausfrau
sie kocht Marmelade
aus Klimawandel und Supergau

draußen gestaltet der Vater
mit sehr viel Liebe zum Detail
seinen Benz zum Senkrechtstarter
denn das find’t er obergeil

unterm Dach im Jugendzimmer
vergewaltigt mit viel Jugendliebe
der Klaus den neuen Rasentrimmer
und kürzt damit des Triebes Triebe

Oma möcht’ partout behalten
denn sonst fährt sie aus der Haut
ihren Stuhl den furchtbar alten
den Opa grad zu Kleinholz haut

so ist im ganzen Haus die Lage
gespalten zwar aber im Trend
während im Keller unter Tage
die Tochter ihren Rausch auspennt

mittags dann um zehn vor drei
der Tag ist grad so halb erwacht
ist die Aufregung komplett vorbei
und alles durcheinander lacht.

©ee

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Darf ich …?

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Darf ich …?

Sie dürfen alles und Jedes
Ob per Rad oder Pedes

Sie dürfen lachen
Sie dürfen weinen

Sie dürfen anderen Freude machen
Sie dürfen in der Zeitung erscheinen

Ob als Anlaß für einen Skandal
Oder als Gründer einer Nichtschwimmerpartei

Ob als Sitzer auf einem Pfahl
Oder Entdecker eines neuen Kolumbusei

Sie dürfen sich den Charakter verbiegen
Oder nackend in der Sonne liegen

Sie dürfen berichten über das Wetter
Ob es nun wahr ist oder geschätzt

Sie dürfen erzählen von ihrem Vetter
Und daß er barfuß durch die Hölle gewetzt

Sie dürfen sich als wilder Verführer betrachten
Dem keine Frau ihre Unschuld verwehrt

Und sagen daß siebzehn Kinder sie machten
Von denen keines ihr Gewissen beschwert

Sie dürfen glauben sie wären ein strahlendes Licht
Und ohne sie könnt die Welt nicht bestehen

Nur eines mein Lieber das dürfen sie nicht
Nicht Heute und auch nicht an kommenden Tagen

Sie dürfen mir nicht auf den Wecker gehen
Denn das mein Bester,

kann ich auf den Tod nicht vertragen.

©ee

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Eine gute Nacht …

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Eine gute Nacht …

Die Stunden waren richtig toll
an Schlaf war überhaupt nicht zu denken
eine einzige Fliege – verflucht
tat Vergnügen mir schenken.

So oft ich auch ‚klatschte’ –
es ging ständig daneben –
einzig ich ratschte
mir blaue Flecken aufs Leben.

Doch dann gegen fünf in der Frühe,
die Sonne zeigte schon ihr Sonntagsgesicht,
bekam sie den Lohn für die Mühe
und lacht mir zum letzten mal frech ins Gesicht.

Ein kräftiger Schlag mit der druckfrischen Zeitung –

mit dem Titel habe ich sie erschlagen,
und konnte sie in schöner Begleitung
der zerdepperten Tasse
zum Mülleimer tragen.

©ee

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Des Kellners Ruhetag …

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Des Kellners Ruhetag …

Auf der Uferpromenade
quirlt das Leben quicklebendig
es ist zum Teufel jammerschade
grad’ heute fühl’ ich mich elendig

mein Kopf ist wie ein runder Kasten
mit vielen spitzen Ecken
am liebsten möcht’ ich drei Tag’ rasten
und wünscht’ es tät mich niemand wecken

Gestern in der Gartenlaube
war der Wein auch gar zu gut
man schmeckte jede reife Traube
wir becherten voll Übermut

wir sangen tanzten jubilierten
die Freude sprang uns an wie Tau
mit Mädchen, die sich mächtig zierten
wir war’n verrückt nach jeder Frau

doch nichts geschah – sie blieben züchtig
die Röcke blieben unterm Knie
wir waren reinweg liebessüchtig
doch nein hieß es – wir tun es nie

mit Männern die dem Trunk ergeben
mit Mannsleut’ die dem Laster frönen
es wär’ ein liederliches Leben
hörten wir von all’ den Schönen

so haben wir uns zum Trost betrunken
bis hin zum Kragen rändelvoll
sie dann von fern uns zugewunken

das war ein Abend – furchtbar toll.

ee © 2006

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Verdorrinochmal…

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Verdorrinochmal…

Verdorrinochmal
so hör ich dich schelten
ist das hier ein Chaos
was sind das für Welten

Texte und Bilder
auf allen Tischen
Geschirr von heut Mittag
und halbfertige Namensschilder dazwischen

die Spülmaschine keucht
wie ein störrischer Esel
das Licht wird so trübe
wie der Rheinfluß bei Wesel

am Himmel
da lassen die Wolken sich hängen
ich muß noch die Wäsche
in den Wäschekorb zwängen

das Essen für morgen
verkocht auf dem Herd
von wegen
eigener Ofen ist goldeswert

jetzt muß ich erst
meine Sinne versammeln
gar nicht so einfach
nach malen und schreiben

ich seh sie
über den Farbtöpfen bammeln
sie haben scheint’s
noch etwas vor

ich muß sie beherzt
erst zusammentreiben
nun klingelt auch noch
der Braten im Rohr

und da soll man

die Ruhe dann

selber bleiben…

ee © 2006

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Sitz doch mal still…

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Sitz doch mal still…

Ich warte auf den Augenblick
in dem du sagst, nun sitz mal still
verdreh die Glubscher, krieg ’nen Knick
erstaunt mich frag’, was sie wohl will

du hast den Pinsel in den Händen
beäugst mich scharf von allen Seiten
ich muß mich drehen, muß mich wenden
darf sogar auf den Popo gleiten

was sollte das mit Stillesitzen
und das begucken meiner Breiten
mein Hintern fängt schon an zu schwitzen
bei deinem emsig vorbereiten

doch – plumps – mein Schatz
ich hab’s erfasst –
der Groschen ist gefallen

du schaust, ob ich auf’s Bild raufpass’
oder ob ich in der Weite
mich nicht mit dem Rahmen streite

du willst mich malen
willst mich bannen
auf seidig Tuch mit flinkem Strich
auf ewig unabänderlich

du sagst es soll – es ist ein Muss
und ich bin stolz – ich füge mich
und krieg als Lohn ’nen dicken Kuß

ee © 2005

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Zwei Bananen…

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Zwei Bananen…

Zwei Bananen auf dem Dampfer
war’n verliebt in sich wie wild
sie war’n so grün wie Sauerampfer
und auch so herb und gar nicht mild

Sie lagen in dunkler Pappenkiste
gut eingepackt und temperiert
aufnotiert auf langer Liste
wurd’n sie in Hamburg eingeführt

Sie saßen schon seit ihrer Blüte
dicht beieinander an der Hand
man bescheinigte ihnen große Güte
sie zum Verspeisen gut befand

Bevor sie ihre große Liebe
ausgelebt ein einzig mal
verspürten beide starke Hiebe
und wurden gegessen – ganz banal

Was blieb war ihre gelbe Schale
achtlos irgendwo hingelegt
durch die dann so – mit einemmale
jemand sich auf den Hintern legt.

©ee

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Im Meer des Schnupfens…

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Im Meer des Schnupfens.

Der Husten bellt die Nase läuft
es ist schon fast ein kleiner See

die Augen rot wie blühend Mohn
Tropfen und Pillen angehäuft
Kräuterbad und Salbeitee
warten nun seit Stunden schon

ringsum wie schwebend Wolkenfetzen
verteilt sich watteweich Papier
Tempos kaufen und benetzen
gurgeln mit gekochtem Bier

so ein scheiß Siebentageschnupfen
die Birne hohl wie leeres Faß
man möchte sich den Schädel lupfen
vom Schweiß der Buckel klitschenaß

man fühlt die Knochen alle doppelt
selbst da wo man gar keine hat
am besten ganz fest eingemoppelt
liegt man sieben Tage platt

© ee

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