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Die fliehende Nacht.

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Die fliehende Nacht.

Morgenluft und Tagesahnen –
Licht wie duftender Jasmin,
fällt in zitternd lichten Bahnen –
läßt Fühlen durch die Lüfte zieh’n.

Hier und da von Hauses Dächern,
oder aus dem Zweiggeäst,
weht’ wie Kühl’ von zarten Fächern
ein Tönen, das uns hoffen läßt.

Des neuen Tages erste Grüße
dringen in das lauschend Ohr –
gefüllt mit himmlisch leichter Süße,
führen sie das Morgen vor.

©ee

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Nur eine Antwort …

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Nur eine Antwort …

Ich nannte ein Haus
voller Bücher mein eigen
es waren Vielhunderte an der Zahl

doch wie es nun einmal so ist –

man kann im Leben
dieses und jenes vergeigen
jetzt sind um mich die Wände sehr kahl

das „Wortvoll“ der Bücher
ist nur noch im Kopf
mir schwant was von Blücher
und manch’ anderem Tropf

das denken an Heine und Schreiberkollegen
wie Busch mit Max und Moritz oder Storm
mit seines Schimmels Reiter
bestärkt mich enorm

drum mache ich weiter
und halt mich in Form

reih’ Buchstab’ an Buchstab’
zu Worteskapaden

laß’ Mädchen und Knab’
im Sonnenlicht baden

trete in manch kalten Wintern
oder tief drinnen in nächtlicher Nacht
auch wohl Politiker in den Hintern
wenn sie mal wieder Verderben gebracht

laß wirken die Schönheiten heiler Natur
geißel das schädigend’ Tun vieler Täter
bleibe wie Terrier auf verräterisch’ Spur
oder nenne das Leid vieler Väter

verschließe nicht Auge, nicht Ohr und Gefühl
lasse Dinge sich drehen und wenden
laß`mich nicht irren von Menschens Gewühl
und hoffe mein Tun wird noch lange nicht enden …

©ee

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Trübe wars…

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Trübe wars…

Trübe wars
die Tasse kochte
als es an der Türe pochte

es war der Stimme anzuspüren
die da drang durch alle Wände
sie wollte einen Tanz aufführen
denn so pochten Ordnungshände.

Drinnen waltet gerade
die züchtige Hausfrau
sie kocht Marmelade
aus Klimawandel und Supergau

draußen gestaltet der Vater
mit sehr viel Liebe zum Detail
seinen Benz zum Senkrechtstarter
denn das find’t er obergeil

unterm Dach im Jugendzimmer
vergewaltigt mit viel Jugendliebe
der Klaus den neuen Rasentrimmer
und kürzt damit des Triebes Triebe

Oma möcht’ partout behalten
denn sonst fährt sie aus der Haut
ihren Stuhl den furchtbar alten
den Opa grad zu Kleinholz haut

so ist im ganzen Haus die Lage
gespalten zwar aber im Trend
während im Keller unter Tage
die Tochter ihren Rausch auspennt

mittags dann um zehn vor drei
der Tag ist grad so halb erwacht
ist die Aufregung komplett vorbei
und alles durcheinander lacht.

©ee

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Darf ich …?

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Darf ich …?

Sie dürfen alles und Jedes
Ob per Rad oder Pedes

Sie dürfen lachen
Sie dürfen weinen

Sie dürfen anderen Freude machen
Sie dürfen in der Zeitung erscheinen

Ob als Anlaß für einen Skandal
Oder als Gründer einer Nichtschwimmerpartei

Ob als Sitzer auf einem Pfahl
Oder Entdecker eines neuen Kolumbusei

Sie dürfen sich den Charakter verbiegen
Oder nackend in der Sonne liegen

Sie dürfen berichten über das Wetter
Ob es nun wahr ist oder geschätzt

Sie dürfen erzählen von ihrem Vetter
Und daß er barfuß durch die Hölle gewetzt

Sie dürfen sich als wilder Verführer betrachten
Dem keine Frau ihre Unschuld verwehrt

Und sagen daß siebzehn Kinder sie machten
Von denen keines ihr Gewissen beschwert

Sie dürfen glauben sie wären ein strahlendes Licht
Und ohne sie könnt die Welt nicht bestehen

Nur eines mein Lieber das dürfen sie nicht
Nicht Heute und auch nicht an kommenden Tagen

Sie dürfen mir nicht auf den Wecker gehen
Denn das mein Bester,

kann ich auf den Tod nicht vertragen.

©ee

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Dem Glück hinterher…

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Dem Glück hinterher…

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Dem Glück hinterher – den Träumen nachjagen,
Traumbildern folgen an allen Tagen –
ob es über die Jakobsleiter
oder einfach zu Fuß geht weiter –

ob wir dabei auf Höhen wandeln
oder mit Tritten die Tiefen verschandeln –
ob wir beflügelt die Lüfte durchqueren
oder uns selber das Laufen erschweren –

stets in dem Glauben wir wären die Krone,
und das, was wir tun, das wäre stets ohne –
ohne das Denken an eigene Pfründe,
dabei ist solch‘ Glauben schon unläßlich‘ Sünde.

©ee

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die grüne Stadt am Meer…

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Wilhelmshaven – die grüne Stadt am Meer

Wenn ich als Kind mal wieder eine Zeitlang in einem mir fremden Landstrich die Schule besuchen mußte, ordneten mich viele meiner neuen Mitschüler anfangs häufig in die Kategorie ‚Flüchtling’ ein. Das wird in der Nachkriegszeit sicherlich nicht nur mir so ergangen sein. Jemand, der keinen wahrnehmbaren Dialekt sprach, der konnte ja nur ‚Flüchtling’ sein. Ich habe manchmal bei mir gedacht, was seid ihr doch doof. Dabei war es für die anderen oftmals wohl nur die eigene Antwort auf ihre nicht laut gestellte Frage: Woher kommst du eigentlich?

Mit kindlichem Stolz habe ich mich stets gegen die ‚Unterstellung’ ein ‚Flüchtling’ zu sein gewehrt. Das war einfach so. Ich kam schließlich aus Wilhelmshaven, der großen norddeutschen Marinestadt. Dort war ich als Kind ostfriesischer Eltern geboren und aufgewachsen – soweit wie ich denn schon gewachsen war. Das war doch was!

Wer von meinen neuen Mitschülern in der Fremde konnte denn schon von großen Hafenanlagen, von weißen weiten Stränden, von grünen endlosen Deichen und von Wasser bis zum Horizont berichten? Wer von ihnen hatte schon einmal auf und in den gewaltigen Trümmerbergen der größten Seeschleuse der Welt gespielt? Vor wessen Haustür stand im Watt ein riesengroßer Zinnsoldat? In wessen Heimatstadt befand sich die damals noch größte Drehbrücke Europas? Doch in meiner! In welcher Stadt stand inmitten gepflegten Grüns ein fünfzig Meter hoher Rathausturm aus dunklen Klinkersteinen? Doch auch nur in meiner!

Als Trumpf knallte ich zum Schluß immer auf den Tisch: Ich komme aus der grünen Stadt am Meer. Bei vielen Älteren rannte ich damit freilich offene Türen ein – sie kannten ‚Schlicktau’ entweder aus ihrer eigenen Dienstzeit bei der Marine, oder durch die Erzählungen der Ehemänner, Väter oder Söhne aus deren Dienstzeit. Gleich, ob die Tage im Zeichen des Königs- und Kaiseradlers oder des Hakenkreuzes gestanden hatten.

Wäre ich damals schon etwas höher gewachsen gewesen, hätten meine Empfindungen bezüglich meiner Heimatstadt vielleicht ein anderes Gesicht gehabt.

Ich liebe diesen Flecken Erde an der westlichen Seite des Jadebusen Heute ebenso wie damals, nur eben anders – und ich bin bestimmt nicht der einzige, der so fühlt.

Nur – Heute mag ich in der Fremde oft gar nicht dazu stehen, aus Furcht die Frage beantworten zu müssen, was denn um Himmelswillen aus meiner schönen grünen Stadt am Meer geworden sei. Wenn ich ein Zyniker wäre, würde ich darauf antworten, Grün verblasst nun einmal mit der Zeit zu Schwefelgelb.

©ee

auch zu finden hier in unserer  : Schreibwerkstatt

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Zwiespalt.

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Zwiespalt

In diese Stadt hineingeboren
sie nie gemocht und doch geliebt
und stets neu auf sie eingeschworen
auch wenn hier Machtfilz Armut schiebt.

Die Stadt stets blühte wenn Welt brannte
gedüngt mit vieler Menschen Blut
der Wohlstand schnell von dannen rannte
wenn sie ertrank in Nachkriegsflut.

Die Stadt ein Friedhof erster Klasse
mit wohlbestallter Wärterschar
die warten auf den Tod der Masse
die trotz des Nichts noch immer da.

Die Stadt der Hoffnung die stets trog
die Stadt der aufgebläht Versprechen
in der die Macht die Macht verbog
und das – ihr Mächtigen,

wird sich rächen.

©ee

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Die Deutschstunde …

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Die Deutschstunde …

Hygiene und Quartettverein –
Siebenbürgen und Emailleschilder,
was fügt man in die Prüfung ein,
als junger Menschen Sprachausbilder?

Da werden Wörter hingestellt –
in bunt und vielen andern Arten,
man legitimiert sich aller Welt
als Spezialist in schweren Sparten.

Die Lernenden – sie mühen sich –
der Schweiß perlt ihnen von der Stirn,
bei manchen geht es kümmerlich –
bei andren wirkt ein Superhirn.

Doch was ist mit der Prüfung Hürde –
wie hoch liegt Latte auf dem Stab?
Wie schwer wiegt dann des Wissens Bürde –
das man ihnen als Grundstock gab?

©ee

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Anderssein.

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Anderssein.

Ungeboren, ungeschoren –
trotz Anderssein nicht abgetrieben.
Liebeslust, Leibesfrucht –
der Berater Glaubensfrust
überwiegend weltverrucht –
hin und her Moralgeschiebe
verhindert selten Fleischestriebe.

 


Und wenn ein Kind die Welt erblickt
wohl jedes Mutterherz beglückt –
wenn nicht ihre Mit und Welt
verächtlich denkend gegenhält,
und mit ätzend spitzem Munde
„behindert“ schickt in Hörers Runde.

 


Wer so verhält sich, und auch denkt,
der fährt auf einem falschen Gleis –
wurd‘ irgendwann verkehrt gelenkt
und labert nur gequirlten Scheiß –
denn Andersein ist unser Schicksal –
jeder Mensch ein Unikat.

 


Der eine trägt ein Kainesmal,
den and’ren quält das Zölibat …
drum sollt‘ ein Jeder sich besinnen,
auf sich und auf sein eig’nes Fehl,
dann würde Miss und Gunst verrinnen
wie durch die Finger feines Mehl
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©ee

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Ein neuer Morgen …

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Ein neuer Morgen …

Leichter Flügelschlag des Windes
treibt lautlos uns’res Lebens Kahn
ein Rufen – leis’ , ein sehr gelindes
zieht uns vom fremden Ufer an.

Die Zukunft ist’s die uns erwartet
das Morgen – noch in Kindeskleid
wir fühlen uns im Heut’ geborgen
das Gestern liegt zumal ganz weit.

Stärke wächst in unser’m Denken
Vertrau’n bestimmt den nächsten Schritt
wie spür’n des Schöpfers Hände lenken
und gehen ohn’ Bedenken mit.

©ee

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Getaggt mit ,