Schlagwort-Archive: leise Worte

Anderssein.

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Anderssein.

Ungeboren, ungeschoren –
trotz Anderssein nicht abgetrieben.
Liebeslust, Leibesfrucht –
der Berater Glaubensfrust
überwiegend weltverrucht –
hin und her Moralgeschiebe
verhindert selten Fleischestriebe.

 


Und wenn ein Kind die Welt erblickt
wohl jedes Mutterherz beglückt –
wenn nicht ihre Mit und Welt
verächtlich denkend gegenhält,
und mit ätzend spitzem Munde
„behindert“ schickt in Hörers Runde.

 


Wer so verhält sich, und auch denkt,
der fährt auf einem falschen Gleis –
wurd‘ irgendwann verkehrt gelenkt
und labert nur gequirlten Scheiß –
denn Andersein ist unser Schicksal –
jeder Mensch ein Unikat.

 


Der eine trägt ein Kainesmal,
den and’ren quält das Zölibat …
drum sollt‘ ein Jeder sich besinnen,
auf sich und auf sein eig’nes Fehl,
dann würde Miss und Gunst verrinnen
wie durch die Finger feines Mehl
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©ee

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Träume.

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Träume . . .

Träume – kann man Träume fangen –
wenn man durch das Leben geht?
Sie sind oftmals doch ein Bangen –
das durch dunkle Nächte weht.

Träume – kann man Träume fühlen –
wenn man durch den Alltag schreitet?
Wer träumt, der sitzt oft zwischen Stühlen –
wenn das Leben ihm entgleitet.

Träume – kann man Träume sehen –
wenn man Welt im Auge hat?
Die sachte dann im Nichts verwehen –
als wenn man sie um Stille bat.

Träume – kann man Träume riechen –
wenn sie durch die Köpfe fliegen?
Wenn Gestalten um dich kriechen –
die überall im Wege liegen.

Träume – kann man Träume leben –
ausgefüllt und traumesschwer?
Wenn sie in das Sinnen streben –
das da schwebt – so traumesleer.

Träume – kann man Träume fragen –
was da kommt und was wohl nicht?
Sie dir oft die Wahrheit sagen –
in Dunkelheit und auch im Licht.

©ee

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Der ‚Rote Sand’

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Der ‚Rote Sand’

Der Heimat letzter Gruß,
der Heimat letztes Zeichen –
der Leuchtturm in der Deutschen Bucht.

Soweit seine Signale reichen
der Wanderer den Lichtpunkt sucht.

Erst wenn am Horizont verschwunden,
der schlanke Turm in dunkler Nacht –
glaubt er den Abschied überwunden,
und fühlt, daß Hoffnung neu erwacht.

Hoffnung auf ein neues Leben,
in einer weit entfernten Welt –
doch wird man ihm dort anderes geben,
als das was er hier weggestellt?

Er weiß nicht was ihn dort erwartet,
im fremden unbekannten Land –
hofft nur, daß er ins Glück gestartet –
das in der Heimat er nicht fand.

ee © 2007

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Sonnengold.

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Sonnengold.

die sonne vergoldet den himmel
auf steigt ein nebelschimmel
es reitet der junge morgen
über auen in blaue wälder
im schauen nach tagesgaben
nach sachten sonnenfingern
nach eistropfen die klingen
wenn sie berührt zerspringen
er sucht nach frühlingsküssen
nach farben die wir vermissen
nach düften süß im kommen
und sanft in gold ein sonnen
im neuen tagesflimmer…

© Chr.v.M.

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für Dich mein schwerkranker Freund Ewald, sieh aus dem Fenster, schau doch …

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Vieles.

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Wir ziehen aus glitzerndem Dunkel
hinaus in blühende Welt
des Winters eisig Gefunkel
der Wärme zum Opfer fällt

Sein kaltes Gebaren gerät zur Grimasse
wenn Tagens die Sonne marschiert
verzeih’ ihm das Wehren – gönn’ ihm das blasse
Geflecht mit dem er den Morgen verziert

Man kann Kälte nur mit Liebe besiegen
als Waffen die Güte und das Verzeih’n
wenn vieles im Leben, dann können wir biegen
das kälteste Herz zum guten Gedeih’n.

© ee

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Der Strandläufer …

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Der Strandläufer …

Flüchtige Spuren im fließenden Sand
die Wellen umspielen die Füße
in morgendlich Kühle am endlosen Strand
suche ich der Vergänglichkeit Grüße

auf den Weiten der See verlorene Fracht
von Schiffen die längst in der Zeit versunken
von harten Männern an Bord einst verstaut
die irgendwo da draußen ertrunken

ich find’ Reste von zersplitterten Masten
die vor Zeiten stolze Segel getragen
und verrottete Planken von manch altem Kasten
mit bräunlichem Eisen und Kupfer beschlagen

jedes Teil davon erzählt mir Geschichten
von krachendem Sturm und dräuender Not
jedes einzelne kann mir von Kämpfen berichten
deren Ende stets war der einsame Tod.

© ee

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Endlichkeit . . .

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Endlichkeit . . .

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Hast du schon versucht
die Sterne zu zählen
hast du schon gespürt
wie Sehnsucht kann quälen

Eis
kann heiß wie die Hölle sein
Feuer
kann frieren wie eiskalter Stein

Sturm
kann zart sein wie Mutterhände
Windstille
bricht leicht eherne Wände

wenn Blut
nicht mehr rot ist
wenn
Wärme nicht wärmt

wenn du
nicht mehr du bist
dann ist
die Liebe verhärmt

dann gibt’s
keine blühenden Blumen mehr
dann ist ertrunken
die Sehnsucht im Meer.

© ee

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Spuren.

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Spuren . . .

Die Tränen die der Wind verweht –
sie sind das Salz des Lebens,
die Hoffnung in der Hoffnung steht –
man weint sie nicht vergebens.

Die Spuren im Gesicht der Seele –
gezeichnet vom Entbehrten,
man sieht, daß uns das Liebste fehlte –
sie uns das Glück verwehrten.

Das Bild, daß man im Herzen trug –
es konnte nicht verblassen,
man jedem auf die Finger schlug –
der es wollte fassen.

Die Zeit verstrich – sie malte Bilder –
behängte viele Wände,
für uns war’n es bloß Hinweisschilder –
wie wegweisende Hände.

Alles das – es war kein Spiel –
nur – wir mußten warten,
und plötzlich tat sich auf das Ziel –
wir war’n in unserm Rosengarten.

© ee

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Obdachlos . . .

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Obdachlos…

Der Staub der Straße hüllt ihn ein
auf seinen langen Wegen
weiß nicht wo wird er abends sein
um zur Ruhe sich zu legen

Die letzte Mahlzeit war recht schmal
die Türen oft verschlossen
bei einem Haus hat man brutal
den Nachttopf über ihn gegossen

Oft beschimpft als arbeitsscheu
als Bettelmann und Berber
das war ihm alles nicht mehr neu
die Gründe war’n viel herber

Als stolzer Mann in seiner Blüte
mit Frau und Kind gesegnet
daß er sie alle wohl behüte
ihnen kein Leid begegnet

Ein Unfall nahm ihm Frau und Kind
die Trauer alles andere
man fragt sich wo die Freunde sind
wer trägt nun wes Gewande

Die Trauerreden waren kurz
das Beileid hielt die Kürze
verweht so schnell wie ‘n warmer Furz
nur der hat viel mehr Würze

So hat er sich denn fortbegeben
in ungewisse Tage
hat nächtens vielerorts gelegen
nur niemandem zur Plage

Nun wird es irgendwann verlaufen
sein Leben still im Sande
keiner wird ihm Blumen kaufen
verscharrt im Niemandslande…

© ee

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die leuchtende Blume.

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Ich habe in öder endloser Weite
eine leuchtende Blume entdeckt
sie steht da inmitten vertrockneter Fläche
wie ein flammendes Hoffnungssignal

plötzlich hör’ ich wie ich mit ihr spreche
ich irre nicht mehr und sehe Licht auf einmal
ich spüre wie ich gestärkt weiterschreite
weil die Blume in mir wieder Leben erweckt

plötzlich erkenn’ ich am Himmel die Zeichen
mit der Gottes Hand die Schöpfung erzählt
es stärkt mich
es gibt mir die Kraft nicht zu weichen

ER führt mich den Weg
auch wenn ich gefehlt.

© ee

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Getaggt mit ,