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Dem Glück hinterher…

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Dem Glück hinterher…

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Dem Glück hinterher – den Träumen nachjagen,
Traumbildern folgen an allen Tagen –
ob es über die Jakobsleiter
oder einfach zu Fuß geht weiter –

ob wir dabei auf Höhen wandeln
oder mit Tritten die Tiefen verschandeln –
ob wir beflügelt die Lüfte durchqueren
oder uns selber das Laufen erschweren –

stets in dem Glauben wir wären die Krone,
und das, was wir tun, das wäre stets ohne –
ohne das Denken an eigene Pfründe,
dabei ist solch‘ Glauben schon unläßlich‘ Sünde.

©ee

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Die Deutschstunde …

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Die Deutschstunde …

Hygiene und Quartettverein –
Siebenbürgen und Emailleschilder,
was fügt man in die Prüfung ein,
als junger Menschen Sprachausbilder?

Da werden Wörter hingestellt –
in bunt und vielen andern Arten,
man legitimiert sich aller Welt
als Spezialist in schweren Sparten.

Die Lernenden – sie mühen sich –
der Schweiß perlt ihnen von der Stirn,
bei manchen geht es kümmerlich –
bei andren wirkt ein Superhirn.

Doch was ist mit der Prüfung Hürde –
wie hoch liegt Latte auf dem Stab?
Wie schwer wiegt dann des Wissens Bürde –
das man ihnen als Grundstock gab?

©ee

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Anderssein.

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Anderssein.

Ungeboren, ungeschoren –
trotz Anderssein nicht abgetrieben.
Liebeslust, Leibesfrucht –
der Berater Glaubensfrust
überwiegend weltverrucht –
hin und her Moralgeschiebe
verhindert selten Fleischestriebe.

 


Und wenn ein Kind die Welt erblickt
wohl jedes Mutterherz beglückt –
wenn nicht ihre Mit und Welt
verächtlich denkend gegenhält,
und mit ätzend spitzem Munde
„behindert“ schickt in Hörers Runde.

 


Wer so verhält sich, und auch denkt,
der fährt auf einem falschen Gleis –
wurd‘ irgendwann verkehrt gelenkt
und labert nur gequirlten Scheiß –
denn Andersein ist unser Schicksal –
jeder Mensch ein Unikat.

 


Der eine trägt ein Kainesmal,
den and’ren quält das Zölibat …
drum sollt‘ ein Jeder sich besinnen,
auf sich und auf sein eig’nes Fehl,
dann würde Miss und Gunst verrinnen
wie durch die Finger feines Mehl
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©ee

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Die Quervernunft .

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Die Quervernunft.

Die Quervernunft der Leidenschaften
bricht sich langsam in mir Bahn –
das stille Flügelschlagen des Windes
schiebt lautlos unserer Liebe Kahn-

Treibend auf dem Strom des Lebens –
vorbei an fremden Ufern –
suchen wir Glückseligkeit
nur allzu oft vergebens.

Wenn dann die Hoffnung sich erfüllt –
nur für einen Hauch und Husch –
ist meine Sehnsucht schon gestillt
mit einem ewiglangen Kuß.

©ee

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Des Kellners Ruhetag …

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Des Kellners Ruhetag …

Auf der Uferpromenade
quirlt das Leben quicklebendig
es ist zum Teufel jammerschade
grad’ heute fühl’ ich mich elendig

mein Kopf ist wie ein runder Kasten
mit vielen spitzen Ecken
am liebsten möcht’ ich drei Tag’ rasten
und wünscht’ es tät mich niemand wecken

Gestern in der Gartenlaube
war der Wein auch gar zu gut
man schmeckte jede reife Traube
wir becherten voll Übermut

wir sangen tanzten jubilierten
die Freude sprang uns an wie Tau
mit Mädchen, die sich mächtig zierten
wir war’n verrückt nach jeder Frau

doch nichts geschah – sie blieben züchtig
die Röcke blieben unterm Knie
wir waren reinweg liebessüchtig
doch nein hieß es – wir tun es nie

mit Männern die dem Trunk ergeben
mit Mannsleut’ die dem Laster frönen
es wär’ ein liederliches Leben
hörten wir von all’ den Schönen

so haben wir uns zum Trost betrunken
bis hin zum Kragen rändelvoll
sie dann von fern uns zugewunken

das war ein Abend – furchtbar toll.

ee © 2006

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Dein Weg . . .

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Dein Weg . . .

Der Weg des Lebens ist eine Gerade
mit vielen Bögen und Schwüngen

zeig’ keine Furcht vor des Lebens Kaskade
dann wirst du ganz sicher vieles bezwingen

du wirst vieles bewegen
du wirst vieles erreichen

du wirst Unmut erregen
du wirst Steine erweichen

du wirst sehen wie Krummes gerade wird
du wirst spüren wie Feuer zu Eis gefriert

siehst in Wüsten blühendes Leben gedeihen
siehst Kinder sich ihres Lebens erfreuen

und wenn deine Augen ermüdet sind
wirst du sie schließen, als fröhliches Kind

ee © 2006

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Martin …

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Martin …              

                                                 

Verdammt noch mal – wie lange sollte es denn noch so gehen. Seit dreieinhalb Stunden hätten sie schon im Hafen sein wollen. Und sie schipperten immer noch hier draußen, auf dem aufgewühlten schwarzen Wasser der Nordsee herum. Bloß weil der Alte hoffte, Meent Eilts seine Leute noch zu finden. Man konnte die Hand vor Augen nicht sehen. Die Brecher donnerten über das Vorschiff hinweg, als wenn es gar nicht mehr da wäre. Aber der Alte meinte das. Das Gasoel konnte auch nicht mehr ewig reichen – und überhaupt wäre er viel lieber schon bei seiner Lene zu Haus. Im warmen Bett.

Dem Alten konnte er das natürlich nicht sagen. Der hätte ihm gleich eine gescheuert, daß ihm Hören und Sehen vergangen wären. Gestern abend waren sie mit dem einsetzenden Ebbstrom ausgelaufen. Es war ein Wetter wie aus dem Bilderbuch. Sie wollten die ganze Nacht auf Seezunge gehen. Der Bestand war so gut wie seit Jahren nicht mehr.

Hein Cassens hatte seine beiden Schiffe nicht von der Leine gelassen. Das beste Wetter sollte es bleiben – und er traute dem Braten nicht. Na ja – an der Schleuse wurde schon immer gesagt, Hein Cassens hätte es mit der Spökenkiekerei. Weil – seine Großmutter hatte ein Zigeuner als Andenken im Dorf gelassen. Man weiß ja nie, was Zigeunerblut alles so in sich hat. Auch wenn es schon lange her ist. Püüt Meyer hat denn nur gesagt: Wenn er auf den guten Fang verzichten kann – wir können es nicht und ihn, Martin, die Leinen losmachen lassen.

Einmal hatten sie die Netze schon eingeholt – es war ein guter Fang. Dann Schlag elf – der Alte hatte ihn gerade losgeschickt um die Winde anzuschmeißen. Der zweite Hol war fällig.

Es war von Abendsonnenblinkern bis zu Tintenfaßschwarz eine Zeit von weniger als drei Minuten. Als er wieder zu Verstand kam, sah er das die Winsch leer herumsauste. Die Leinen zu den Netzen waren weg – gerissen. Einfach so – wie wollene Fäden. Der Sturm ist von oben auf das Wasser gefallen – man hatte vorher in der ganzen Runde nicht eine Wolke sehen können.

Wie sie es im ersten Moment absehen konnten, hatte ihr Schiff das ganze einigermaßen gut überstanden. Jetzt gab es nur eines – nach Hause.

Auch Weert Jacobs funkt Netzverlust. Bei Siebo Hemken sieht’s nicht besser aus, die haben noch ein Stück vom Mast verloren. Was war mit Meent Eilts seinem Kutter? Von da kam nichts rüber. Immer und immer wieder ging das Zeichen raus – niemand antwortete – und sie wollten doch nach Hause. Alle Vier. Fünf Stunden kreuzten sie schon. Hin und her – hin und her.

Stockfinster – Sturm das man sich fast nicht halten konnte – und naß wie eine Katze. Er fühlt sich als wenn er in eine Waschmaschine geraten wäre.

Zur See fahren – das hatte er sich ein bißchen anders vorgestellt, als er im letzten Jahr bei Püüt Meyer angeheuert hat. Die Bilder von romantischer Seefahrt, die sind in der ersten Zeit schon alle über Bord gegangen.

Man – diese Nacht – die hätte er sich nie träumen lassen.

Dem Alten schien das alles nichts auszumachen. Er stand wie ein Eichenpfahl am Ruder – die Hände so fest in den Speichen – er rührte sich nicht einen Millimeter.

Allein seine Augen – wachsam wie ein Hafenlicht – die gingen so scharf hin und her, als wenn sie die dunkle Nacht zerschneiden wollten.

Komisch – er möchte am liebsten über Bord springen. So grün und klöterig ist ihm zumute in Kopf und Bauch. Aber er kann alles so genau beobachten, als wenn er in einem Kinosaal sitzt und sich einen Film ansieht.

Die Stimmung auf den drei Kuttern geht langsam dahin, daß sie aufgeben müssen.

Wieder aufs Siel zuhalten? Den Hafen anlaufen ohne Meent Eilts sein Schiff? Was ist mit ihm los?

Die ganze Nacht hat er sich nach Hause hingeträumt, und nun paßt es ihm nicht, daß die andern schon aufgeben wollen.

Auf einmal mag er auch dem Alten sagen, daß sie noch nicht aufgeben dürfen!

 Der Alte sagt nichts – er dreht nicht einmal den Kopf. Greift nur nach unten in die Klappe – hat eine Schluckbuddel in der klobigen Faust – zieht mit den Zähnen den Korken raus – und hält ihm die Buddel hin.

Ihm – der man erst ein Jahr dabei ist, und den sie alle immer so ein bißchen als weich angesehen haben.

Er langt hin und zieht an der Buddel. Wie brennendes Feuer läuft es ihm im Hals hinunter. Ohne ein Wort nimmt der Alte ihm die Buddel ab und zieht selbst einmal kräftig.

In diesem Moment geht Martin auf, daß Vorstellung und Wirklichkeit zwei Welten sind, und er in diesem Augenblick in der Wirklichkeit angekommen ist.

Der liebe Gott will zu dieser Erkenntnis wohl auch noch Blumen reichen – so scheint es.

Der Alte hat die Schluckbuddel noch gar nicht abgesetzt, als direkt voraus ein feuerrotes Licht aus den Wolken tröpfelt.

Es sind die Männer und der Hund von Meent Eilts’s Kutter.

Es ist zwar nur noch das Beiboot der stolzen Silbermöve – man – sie hatten noch Planken unter den Füßen. Und allein das war wichtig.

So konnte die schwarze Fahne unten in der Back bleiben als sie in den Hafen einliefen.

Es fehlte ihnen wohl ein Schiff – aber keine Seele.

Zwei Dinge hatte diese Nacht verändert – Hein Cassens wird mit Respekt behandelt – und Martins Herz ist bis in alle Zeiten an die Seefahrt verloren gegangen.©ee

 

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Seefahrt . . .

 

Ein Mann verliert nur einmal im Leben sein Herz –

entweder er trifft das richtige Schiff –

oder die richtige Frau –

und beides ist die wunderbarste Sache der Welt!©ee

 

Mit vielen weiteren Erzählungen auch zu finden in UNSERER  : Schreibwerkstatt

 

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Behütet . . .

 

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Behütet . . .

Zwischen den Bäumen des Lebens
wie im Verborgenen geh’n –
im Herzen das stete Bestreben
das Gute im Menschen zu seh’n.

Entwirr das Geflecht der Gefühle,
bring’ Wärme ins Lebensbild –
dann hast du in Stunden der Kühle
stets um dich ein wärmendes Schild.

Von deinem Ich laß and’re zehren –
gebe ihnen Halt und Kraft,
dann spürst du dein dich selbst Begehren,
das um dich ein Feld der Sonne schafft.

Verscheuche die dunklen Momente
und pfeif dir ein lustiges Lied –
reiß nieder die Mauer die trennte,
verbann’ sie ins hinterste Glied.

© ee

 

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HAMBURG und Schutt und Asche.

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Hamburg und Schutt und Asche…

Hamburg wird brennen auch anderswo,
die Städte im Land sind knisternder Zunder –
Deutschland wird flammen lichterloh,
wenn’s nicht geschieht, dann geschähe ein Wunder.

Zuerst werden’s nur leuchtende Pünktchen sein,
wie Wetters Leuchten über der Kimm –
doch bald wird es lodernder Feuer Schein,
und immer noch tönt es, es sei doch nicht schlimm.

Schaut Links und schaut Rechts und schaut in die Mitte
und tut es auch öfter, das wär’ meine Bitte!
Dann seht ihr, dass die Lunte brennt,
dann hört ihr die prasselnde Glut,

dann wisst ihr, dass ihr die Zeit verpennt
und nichts mehr löscht des Volkes Wut.

Volk ist wütend über euch da Oben –
des Volkes Seele ist voller Zorn –
IHR vermögt euch doch nur selbst zu loben,
aber Wind der dreht sich – er kommt jetzt von Vorn.

Der Wind wird schwellen zum Orkan –
dagegen war alles bisherige flau,
ihr kommt nicht mehr dagegen an –
ich muß es nicht sagen – IHR wißt es genau.

Es hilft euch kein Reizgas, es hilft euch kein Knüttel –
es hilft keine Unzahl staatlicher Büttel,
denn sie werden auf richtiger Seite sein,
wenn euch des Volkes Zorn kreist ein.

©ee

DAS schrieb mein Freund Ewald Eden vor der Zweijahresfrist…….

auch zu finden HIER : Inventur der Gedanken

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Das Sonnenblumenbild.

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Das Sonnenblumenbild.

Wenn Menschen sich sehnen zueinander
der eine mit eiskalt liebendem Herz
dann ist es ein blühendes Miteinander
so ganz ohne Wärme – doch mit viel Schmerz

Die Menschenkinder sind wie Blumen
die im gleichen Garten steh’n
die eine lebt in Schattenkrumen
die andere auf Sonnenhöh’n

Die Schattenblume – altersschwach
steht schon auf welkem Stiele
ist der Sonnenblume Ungemach
in ihrem Lebensspiele

Wenn ihre Samen dann getrieben
zu neuem Sonnenblumenbild
merkt sie – sie wird zurückgeblieben
kann protestieren noch so wild

Die Blume folgt dem Schöpfungsplane
der Mensch sollt’ denken – dann und wann
uns manchmal das Gewissen mahne

nimm dich der alten Menschen an.

©ee

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Getaggt mit ,