Schlagwort-Archive: Nachgedacht

Anderssein.

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Anderssein.

Ungeboren, ungeschoren –
trotz Anderssein nicht abgetrieben.
Liebeslust, Leibesfrucht –
der Berater Glaubensfrust
überwiegend weltverrucht –
hin und her Moralgeschiebe
verhindert selten Fleischestriebe.

 


Und wenn ein Kind die Welt erblickt
wohl jedes Mutterherz beglückt –
wenn nicht ihre Mit und Welt
verächtlich denkend gegenhält,
und mit ätzend spitzem Munde
„behindert“ schickt in Hörers Runde.

 


Wer so verhält sich, und auch denkt,
der fährt auf einem falschen Gleis –
wurd‘ irgendwann verkehrt gelenkt
und labert nur gequirlten Scheiß –
denn Andersein ist unser Schicksal –
jeder Mensch ein Unikat.

 


Der eine trägt ein Kainesmal,
den and’ren quält das Zölibat …
drum sollt‘ ein Jeder sich besinnen,
auf sich und auf sein eig’nes Fehl,
dann würde Miss und Gunst verrinnen
wie durch die Finger feines Mehl
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©ee

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Wortezauber …

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Wortezauber …

Mit Worten mag ich gern jonglieren –
vielleicht auch zaubern – dann und wann,
ich mag’s wenn Worte faszinieren
und lassen Sein an Seelen ran.

Ein Wort poliert getrübte Augen,
ein Wort bringt Lächeln ins Gesicht,
ein Wort lässt Seel’ an Seele saugen
und stellt die Freude in das Licht.

Ein Wort macht harsch’ Gedanken zärtlich,
ein Wort macht Wollen zum Begehr,
ein Wort stimmt Menschen menschenfreundlich,
ein Wort macht mürrischsein so schwer.

Drum schmied’ ich viele Alltagsworte
in glühend Feuer zärtlich um –
verteil sie dann an viele Orte,
dreh Abwehr zu Willkomm’ um.

©ee

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Des Poeten Ruhetag …

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Des Poeten Ruhetag …

Als ich erwachte
hat mich etwas verwirrt
kein Text wartete in meinem Wissen
mein Denken ist durch den Morgen geirrt

während mein Kopf noch ruht’ in den Kissen
es suchte und suchte und suchte vergebens
es konnte nichts finden
wohin es auch flog

es schaute in alle
Kammern des Lebens
voller Furcht dass der Text
es mit einem andern betrog

doch plötzlich
sagt Jemand
du brauchst nicht zu suchen
ich habe es heute Nacht so bestimmt

du darfst jetzt auch greinen
und herrlich laut fluchen
da höre ich
einfach nicht hin

ich hab’ nur aus einem
ganz bestimmt Grunde
gesperrt dir im Schlaf
deinen kreativ’ Sinn

ich will dich bewahren
und lasse dich ruh’n
zu deinem eigenen Schutze

damit du noch lange mit Worten,
mit klaren
den Menschen erklärst
warum ICH sie benutze.

© ee

 

 

 

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Dichters Wortverbiegungen.

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Dichters Wortverbiegungen.

Gleich auch welch‘ erlesen Wort
ich zur Hand mir nehm‘ –
es bleibt bei mir, will nicht mehr fort,
als wenn’s bei mir einmalig schön.

Ich kann’s verbiegen und kann es treiben,
kann mit ihm Intrigen benennen und Vergehen beschreiben –
es fügt sich mir klaglos und ohn‘ jedes Murren,
erklärt sogar fraglos der Täuberich Gurren.

Doch wenn ich der Liebe zuleibe rücke –
das Empfinden der Lüste in Worten ausdrücke,
dann fühlt es sich herrlich – dann fühlt’s sich geschmeichelt,
als wenn es vom Himmel g’rad würd‘ gestreichelt.

©ee

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Grossvater.

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Großvater…

Großvater zu sein
was ist das für ein „Fühlen“
auch wenn du’s
zum sehrvielten male schon bist

wiedermal
sitzt du zwischen den Stühlen
weil es ein himmlisches Glück
für dich ist

du dankst deinem Herrgott
dass Er dir gegeben
ein überreich’ Dasein auf Erden

du dankst ihm
dass du darfst erleben
den irdischen Weg
und menschliches Werden

im Kreis deiner Lieben
mögest Du walten
der Schöpfer wird dir immer
dein Hiersein gestalten

am Ende des Weges
wirst du es erkennen
er hat dich gesegnet
und wird dich zum Großvater

im Himmel ernennen.

ee © 2004

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Verständnis …

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Verständnis …

Kennst du nicht des Lebens Tiefen
bekommst du nie die Höh’n zu seh’n –
denn nur die, die auch mal unten liefen
wissen – jede Zeit ist schön …

©ee

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Das Paradies.

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Das Paradies.

wie soll man es benennen,
wenn man Schweinebrück nicht kennt –
man kann durch alle Duden rennen,
den wahren Namen man verpennt.

Wenn man nicht weiß
dass Schullandheim,
dass Fuhrenkamp und Schweinebrück
verschmolzen sind zu einem Stück.

Wenn man nicht weiß,
dass dort am Rande
des Wildschweinwaldes steht ein Haus-

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in dem so manche Rasselbande,
fern von der Eltern Leberlaus,
in armer Zeiten schwerer Stunden
ein bisschen Lebensglück gefunden.

©ee

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Getaggt mit ,

Hast du schon mal ?

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Hast du schon mal ?

Hast du schon mal deine Grenzen geseh’n
die Mauer des Könnens gespürt
kannst Leben aufrecht nur besteh’n
wenn die Seele deine Taten führet.

Jeden Tag im Gesternlicht
sollt’ man wiederholen können
ohne das Charakter bricht
ohne das die Sünden brennen.

Das Wollen dehne weiter aus
wie deine Kräfte reichen
dann kommt kein falscher Zug ins Haus
wo links und rechts sich gleichen.

©ee

Getaggt mit ,

Bei allem…

 

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Bei allem…

Bi all’ns wat Du deist
vergäät nie nich
ok een bietji an Di sülven to denken …

 

Bei allem was Du tust
vergesse niemals
auch ein wenig an Dich selbst zu denken …

Worte meines Großvaters Johann Eden Christians (verst. 1951)

©ee

Getaggt mit ,

Gedankenflüge.

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Gedankenflüge.

Wer nicht die Sonne strahlen hört,
der sieht nicht das Lachen des Windes …

©ee

Getaggt mit , ,